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MÄRKTE EUROPA/Guter Wochenauftakt - KPN sehr fest

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte tendieren am Montagmittag gut behauptet. Der Euro-Stoxx-50 legt um 0,5 Prozent auf 3.288 Punkte zu. Der DAX steigt um 0,3 Prozent auf 13.088 Punkte. "Der Markt blickt optimistisch in die Berichtssaison zum dritten Quartal", sagt ein Händler. Diese startet am Dienstag in den USA mit den Zwischenberichten der Großbanken JP Morgan und Citigroup. Tendenziell sei mit positiven Überraschungen bei den Quartalsbilanzen zu rechnen, besonders bei den Ausblicken, heißt es. Denn die Analystenschätzungen seien zum Höhepunkt der Coronavirus-Krise erstellt worden. "Die meisten Konsensschätzungen dürften daher zu pessimistisch gefärbt sein", so der Marktteilnehmer.

Dazu habe sich der Markt auf einen Wahlsieg von Joe Biden in den USA mittlerweile eingestellt, was den US-Präsidentschaftswahlkampf als Unsicherheitsfaktor etwas aus dem Spiel nehme. Zudem scheine ein US-Hilfspaket weiter möglich - wenn auch in deutlich geringerem Volumen. Wegen des Börsenfeiertages am US-Anleihemarkt dürfte das Geschäft am Nachmittag ruhig verlaufen.


Übernahmeinteresse an KPN gut für ganzen Sektor

Die Telekom-Branche steht zum Start in die Woche im Fokus, der Stoxx-Branchenindex steigt um 0,6 Prozent. Positiv für den Telekomsektor werten Händler Berichte über ein Kaufinteresse von Private Equity an der holländischen KPN. Wie Bloomberg berichtet hat, soll die schwedische EQT ein Kaufgebot von 11 Milliarden Dollar erwägen. Ein Grund sei, dass der schwedische Private-Equity-Investor bereits zahlreiche Beteiligungen im Telekom-Bereich habe und den Schwerpunkt dabei auf Infrastruktur setze. Skeptisch über die Chancen einer Übernahme äußerte sich allerdings bereits Jefferies mit Verweis auf die komplexe Firmenstruktur, die 2013 zum Schutz vor der Übernahme durch America Movil konstruiert worden war. Orange steigen um 1,6 Prozent und BT Group um 0,9 Prozent.


Finanzsektor mit EZB und IWF im Fokus

Der Index der Banken legt um 0,3 Prozent zu, der Index der Versicherer um 0,8 Prozent. Die Aktien der Finanzindustrie könnten im Wochenverlauf im Fokus stehen. Denn neben den ersten Quartalszahlen der US-Banken rückt mit dem Beginn der Jahrestagung von Weltbank und IWF mit zahlreichen Aussagen der Akteure vor allem die Geldpolitik in den Fokus, heißt es im Handel. Unter anderem hat der Chef-Volkswirt der EZB, Philip Lane, gegenüber dem Wall Street Journal gesagt, dass die EZB eine ähnliche Inflationsstrategie wie die US-Notenbank verfolge. Die Entscheidung über neue Lockerungsmaßnahmen müsse aber "Sitzung für Sitzung" getroffen werden. Dabei stünden Anleihekäufe und selbst weitere Zinssenkungen auf dem Radar. Allerdings mahnte Lane auch die Regierungen, dass die Maßnahmen der EZB nicht ewig andauern würden, und drängte auf Senkungen der Staatsverschuldung.

Auf der Verliererseite steht einmal mehr der Index der Reise- und Freizeit-Aktien mit einem Abschlag von 0,6 Prozent, hier belasten die steigenden Covid-19-Zahlen die Stimmung. Aber auch der Sektor der Öl- und Gaswerte notiert knapp im Minus. Hier belasten zum einen der anhaltende Rückzug aus der Branche, da bei einem US-Wahlsieg von Joe Biden mit keiner freundlichen Investitionsumgebung für fossile Energie-Branchen gerechnet wird. Beim Brent-Rohölpreis geht es 1,3 Prozent tiefer auf 42,39 Dollar. Dazu spekulieren Analysten noch weiter, dass Biden auch den Iran-Atom-Deal wieder in Kraft setzen könnte. Damit könne ein unliebsamer Konkurrent der US-Ölindustrie wieder an den Markt zurückkehren.


Stabilus mit besseren Zahlen fest

Im SDAX gewinnen Stabilus 7,3 Prozent. Für die Analysten von Hauck & Aufhäuser (H&A) fällt beim Automobilzulieferer die Erholung der Nachfrage inzwischen deutlicher aus. Als entscheidender Wachstumstreiber dürfte sich die stark gestiegene SUV-Nachfrage in China erwiesen haben, so die Analysten. Das Unternehmen dürfte weiterhin von strukturellen Wachstumstreibern wie Gasdruckfedern profitieren. Der Trend einer alternden Bevölkerung führe zu einer steigenden Nachfrage nach Produkten wie Rollstühlen und Patientenbetten. Stabilus dürfte weitere Marktanteile hinzugewinnen.




Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.289,90 0,51 16,78 -12,16
Stoxx-50 2.968,38 0,50 14,77 -12,77
DAX 13.098,18 0,36 46,95 -1,14
MDAX 28.117,98 0,41 114,85 -0,69
TecDAX 3.200,55 0,84 26,66 6,16
SDAX 12.933,87 0,57 73,91 3,37
FTSE 6.017,80 0,02 1,15 -20,23
CAC 4.974,67 0,56 27,86 -16,78

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,54 -0,01 -0,78
US-Zehnjahresrendite 0,78 0,00 -1,90

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:07 Uhr Fr, 17:32 % YTD
EUR/USD 1,1799 -0,13% 1,1817 1,1823 +5,2%
EUR/JPY 124,51 -0,34% 124,69 124,85 +2,1%
EUR/CHF 1,0750 -0,09% 1,0759 1,0765 -1,0%
EUR/GBP 0,9073 +0,05% 0,9058 0,9084 +7,2%
USD/JPY 105,51 -0,22% 105,50 105,63 -3,0%
GBP/USD 1,3008 -0,16% 1,3033 1,3012 -1,8%
USD/CNH (Offshore) 6,7452 +0,26% 6,7126 6,6833 -3,2%
Bitcoin
BTC/USD 11.246,76 -0,66% 11.385,48 11.070,91 +56,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 40,01 40,60 -1,5% -0,59 -29,6%
Brent/ICE 42,25 42,85 -1,4% -0,60 -31,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.920,93 1.930,26 -0,5% -9,33 +26,6%
Silber (Spot) 25,06 25,16 -0,4% -0,10 +40,4%
Platin (Spot) 885,35 891,80 -0,7% -6,45 -8,3%
Kupfer-Future 3,08 3,08 +0,1% +0,00 +9,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

October 12, 2020 06:54 ET ( 10:54 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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