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MÄRKTE EUROPA/Investoren üben sich vor Frankreich-Wahl in Zurückhaltung

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | ► Text vorlesen ❚❚ Pause
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)Die Konsolidierung an den Börsen in Europa hat am Donnerstag eine weitere Runde gedreht. Vor der Präsidentschafts-Wahl in Frankreich am kommenden Wochenende hielten sich die Investoren zurück. Die Anleger teilen sich momentan in zwei Gruppen auf: Die eine argumentiert, dass das Risiko der Wahl - beziehungsweise das Votum der Wähler - bereits an der Börse eingepreist sei. Die andere Gruppe sieht den Wahlausgang als Ereignis mit einem asymmetrischen Risikoprofil. In diesem Umfeld schloss der DAX kaum verändert bei 12.027 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,6 Prozent auf 3.440 Punkte nach oben. Der größte Gewinner war mit einem Plus vom 1,5 Prozent die Börse in Frankreich, hier legten die Banken überdurchschnittlich zu.



Frankreich-Risiko nur unzureichend eingepreist


Zur zweiten Gruppe zählt die Bank of America-Merrill Lynch mit der Ansicht, die Finanzmärkte preisten die Wahlrisiken nur unzureichend ein. Mit Blick auf die Umfragen sei praktisch jeder Wahlausgang möglich. Der aus Marktsicht schlechteste Ausgang wäre eine Stichwahl zwischen der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem links außen positionierten Jean-Luc Melenchon. Aber auch eine zweite Wahlrunde zwischen Francois Fillon und Melenchon dürfte an den Märkten negativ aufgenommen werden, da die Umfragen in einem solchen Fall Melenchon echte Siegchancen einräumen.

Bei einem Sieg Le Pens würden die Finanzmärkte unmittelbar damit beginnen, das Risiko eines Auseinanderbrechens der Eurozone einzupreisen. Auch wenn es Le Pen nicht leicht fallen dürfte, ein Referendum über einen Austritt Frankreichs aus der Eurozone (Frexit) politisch durchzusetzen, glauben die Analysten doch, dass die Märkte den Wahlausgang als eine Art Proxy-Referendum werten werden. Denn Frankreich und die restlichen Länder der Eurozone könnten den "point of no return" bereits lange vor einem formalen Referendum erreichen.

Auch die UBS gehört zu den Mahnern. Sollte Marine Le Pen die Wahl gewinnen, dürften sich "die Risikoprämien in der Eurozone deutlich ausweiten", erwartet der Ökonom Felix Hüfner von der Schweizer Bank. Für dieses Szenario gebe es ein "Restrisiko", das einen "weltweiten Schock" auslösen könne. Die Gemeinschaftswährung könne handelsgewichtet um bis zu 10 Prozent einbrechen und der Aktienindex Euro-Stoxx-50 sogar um bis zu 35 Prozent.



Berichtssaison kommt auf Touren


Für Kursbewegungen bei den Einzelwerten sorgte die erste Flut von Geschäftszahlen von Unternehmen. In Zürich stiegen ABB um 2 Prozent. Der Industriekonzern steigerte den Nettogewinn im ersten Quartal um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Independent Research zufolge kommt ABB beim Unternehmensumbau voran, auch wenn das Unternehmen 2017 weiterhin als Übergangsjahr bezeichnet. Der Nahrungsmittelkonzern Nestle hat den Umsatz im ersten Quartal etwas stärker gesteigert als Analysten erwartet hatten, der Kurs legte um 0,5 Prozent zu. Mit Unilever rückte der Kurs eines weiteren Konsumgüterproduzenten um 0,1 Prozent vor. Vor allem dank höherer Preise steigerte das Unternehmen den Umsatz um 2,9 Prozent.

Die deutschen Autohersteller fahren momentan in der Erfolgsspur. Nach Daimler und Volkswagen hat nun auch BMW besser als am Markt erwartete Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt. Der Premiumhersteller profitierte von guten Autoverkäufen vor allem in China und von Bewertungseffekten. Analysten loben BMW für das Ergebnis, obwohl die Marge im Autogeschäft erneut sank. Die Aktie schloss 0,1 Prozent im Plus.



Aareal Bank erhöht Jahresprognose


Die Aareal Bank wird dank eines Sondereffektes zuversichtlicher für das laufende Jahr. Nachdem Streitpunkte über den Zukauf der Tochter Corealcredit Bank ausgeräumt und Steuerbescheide ergangen seien, löste Aareal nun Rückstellungen von 66 Millionen Euro ertragswirksam auf. Dank dieser Erträge erhöhte die Immobilienbank ihre Jahresprognose, die Aktie schloss in Folge 2,1 Prozent im Plus.

Auf Allzeithoch stieg die Aktie von Zooplus, sie schloss 7,7 Prozent fester bei 154,10 Euro. Zum einen legte das Unternehmen am Morgen überzeugende Zahlen vor. Vor allem half aber eine Übernahme in den USA dem Kurs. Während der US-Konkurrent Chewy bei der Übernahme durch Petsmart mit dem 3,75-fachen Umsatz bewertet wurde, liegt die Marktkapitalisierung von Zooplus nur in Augenhöhe mit dem Umsatz des Unternehmens. Damit könnte Zooplus den Aktionären noch viel Freude bringen.



Euro auf Dreiwochenhoch


Eine gute Nachfrage bei einer französischen Anleihen-Auktion schob den Euro weiter nach oben. Mit 1,0770 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung auf dem höchsten Stand seit Ende März. "Sowohl die 2020er als auch die 2022er Schuldenpapiere gingen gut weg", sagte ein Marktteilnehmer. Allerdings war das Volumen der angebotenen Staatspapiere etwas kleiner als ursprünglich erwartet. Der Brent-Ölpreis stabilisiert sich knapp über 53 Dollar, nachdem er am Vortag kräftig unter Druck geraten war nach der Veröffentlichung wöchentlicher Rohöllagerbestände in den USA.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.440,03 +19,04 +0,6% +4,5%
Stoxx-50 3.112,33 +6,87 +0,2% +3,4%
Stoxx-600 378,06 +0,82 +0,2% +4,6%
XETRA-DAX 12.027,32 +10,87 +0,1% +4,8%
FTSE-100 London 7.118,54 +4,18 +0,1% -0,3%
CAC-40 Paris 5.077,91 +74,19 +1,5% +4,4%
AEX Amsterdam 511,72 +0,44 +0,1% +5,9%
ATHEX-20 Athen 1.803,95 -9,73 -0,5% +3,6%
BEL-20 Bruessel 3.770,28 -0,14 -0,0% +4,6%
BUX Budapest 32.955,02 +266,93 +0,8% +3,0%
OMXH-25 Helsinki 3.816,37 +41,73 +1,1% +3,7%
ISE NAT. 30 Istanbul 111.520,11 -762,18 -0,7% +16,8%
OMXC-20 Kopenhagen 935,15 +5,92 +0,6% +5,8%
PSI 20 Lissabon 4.933,99 -27,37 -0,6% +4,9%
IBEX-35 Madrid 10.372,50 +2,20 +0,0% +10,9%
FTSE-MIB Mailand 19.849,44 +24,83 +0,1% +3,2%
RTS Moskau 1.083,35 +14,80 +1,4% -6,0%
OBX Oslo 611,92 +0,39 +0,1% -0,9%
PX-GLOB Prag 1.281,05 +9,86 +0,8% +6,9%
OMXS-30 Stockholm 1.568,74 +3,01 +0,2% +3,4%
WIG-20 Warschau 2.285,82 +11,13 +0,5% +17,4%
ATX Wien 2.851,03 +12,10 +0,4% +8,9%
SMI Zuerich 8.557,87 +25,60 +0,3% +4,1%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:12 Mi, 17:15 % YTD
EUR/USD 1,0747 +0,18% 1,0727 1,0717 +2,2%
EUR/JPY 117,60 +0,66% 116,83 116,81 -4,3%
EUR/CHF 1,0711 +0,14% 1,0696 1,0694 0%
EUR/GBP 0,8381 +0,09% 0,8374 1,1956 -1,7%
USD/JPY 109,43 +0,48% 108,90 108,98 -6,4%
GBP/USD 1,2822 +0,09% 1,2810 1,2812 +3,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 50,46 50,44 +0,0% 0,02 -10,0%
Brent/ICE 53,13 52,93 +0,4% 0,20 -9,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.278,01 1.281,40 -0,3% -3,39 +11,0%
Silber (Spot) 17,93 18,12 -1,1% -0,19 +12,6%
Platin (Spot) 976,85 967,50 +1,0% +9,35 +8,1%
Kupfer-Future 2,54 2,53 +0,3% +0,01 +1,2%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

April 20, 2017 12:14 ET ( 16:14 GMT)

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