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MÄRKTE EUROPA/Kleine Gewinnmitnahmen - Kraft will Unilever kaufen

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)--Kleinere Gewinnmitnahmen drücken die europäischen Indizes vor dem Wochenende leicht ins Minus. An der Börse wird ein solcher Rücksetzer gerne als Atemholen bezeichnet, wenn die Luft für weitere Kursgewinne zunächst fehlt. Die nächste Triebfeder auf dem Weg nach oben könnten Übernahmen liefern, die häufig die Aktienkurse der Unternehmen treiben. Dies ist am Freitag bei Unilever zu beobachten, die der US-Gigant Kraft Heinz gerne kaufen würde - aber noch nicht zum Zuge kommt.

Der DAX verliert am Nachmittag 0,2 Prozent auf 11.735 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,3 Prozent auf 3.302 Punkte nach unten. Die Investoren halten sich zudem vor dem langen US-Wochenende mit Käufen zurück, am Montag bleibt die Wall Street wegen "Washingtons Geburtstag" geschlossen.

Weder aus dem Devisenhandel noch von den Anleihen- oder Rohstoffmärkten gibt es größere Impulse für Aktien. Der Euro notiert mit 1,06420 wenig verändert zum Dollar. Wie die Commerzbank anmerkt, sei die Dollar-Stärke in den vergangenen Tagen spürbar unter Druck geraten. Die Analysten verweisen auf die "chaotischen" Zustände in der US-Administration, die zunehmend zur Belastung für den Dollar zu werden drohten.

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Kraft Heinz will Unilever für 143 Mrd Dollar kaufen

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In der Konsumgüterbranche könnte der nächste große Zusammenschluss bevorstehen. Der US-Konzern Kraft Heinz hat der niederländisch-britischen Unilever ein Übernahmeangebot unterbreitet, das Unilever zunächst abgelehnt hat. Allein die Nachricht löste ein mittleres Erdbeben an der Börse aus. Die Analysten von Jefferies gehen davon aus, dass Kraft es vor allem auf das Nahrungsmittelgeschäft von Unilever abgesehen habe. Einen solchen Deal halten sie für machbar.

Bei einem Zusammenschluss von Unilever und Kraft Heinz träfen billiges Kapital und eine industrielle Logik aufeinander, konstatiert Fondsverwalter Steve Clayton von Hargreaves Lansdown Select. Selbst wenn man die Kostenvorteile für das fusionierte Unternehmen unbeachtet ließe, entstünde noch immer eine Einheit mit zusammengefügten Markenportfolios und der Möglichkeit, enorme Synergien in den Bereichen Marketing, Produktion und Vertrieb zu heben. Kraft Heinz müsste zur Erreichung solcher Ziele auf anderem Wege quer durch ihre Sparten Jahrzehnte veranschlagen. Nun biete sich für den globalen Lebensmittelgiganten die Chance, dies alles auf einen Schlag zu realisieren.

Die Aktie von Unilever haussiert in London um 11,4 Prozent auf 3.732 Pence. Aber auch die Aktien von Danone oder Heineken profitieren von dem Kaufinteresse im Sektor, für den europäischen Sektor der Lebensmittelhersteller geht es um 1,3 Prozent nach oben.

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Allianz denkt an seinen Aktionäre

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Aus dem Versicherungssektor haben Allianz und Aegon ihre Geschäftszahlen vorgelegt. "Milliardenschwerer Aktienrückkauf, höhere Dividende, starkes Schlussquartal - was will man mehr?", kommentiert ein Händler die Zahlen der Allianz. Wie die DZ Bank anmerkt, hat der operative Gewinn in allen drei Sparten die Erwartungen übertroffen. Zugleich habe sich die Solvency-II-Ratio deutlich verbessert.

Auch Aegon hat sich im vierten Quartal 2016 gut geschlagen. Allerdings hat hier die Steuerquote zu einem positiven Einmaleffekt geführt und zum guten Ergebnis beigetragen. Die Dividende liegt hier bei 0,26 Euro für das Jahr, und trifft damit die Markterwartung. Aegon verlieren 4 Prozent, Allianz legen dagegen um 2,3 Prozent zu.

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Bei Stada stehen die Käufer Schlange

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Anhaltende Übernahmegerüchte lassen die Stada-Aktien um 2,2 Prozent steigen. Ein dritter Bieter hat Interesse an einem Kauf des Generikaherstellers bekundet. Dieser soll 58 Euro je Anteilsschein bzw 4 Milliarden Euro für das Unternehmen bieten. Das Manager Magazin will aus "Quellen" wissen, dass es sich bei diesem dritten Bieter um Bain Capital handelt.

Nehme man noch das vom Börsenbrief Platow ins Spiel gebrachte Biotech-Unternehmen Mylan hinzu, gebe es möglicherweise vier Interessenten für den Generika-Hersteller, sagt ein Händler. Mylan sei ein strategisches Interesse zu unterstellen und mithin ein höherer Kaufpreis mit Blick auf zu hebende operative Synergien. Es könne also sein, dass sich der Stada-Kurs "allmählich hochschaukelt".

Astrazeneca steigen nach positiven Phase-III-Studienergebnisse für das Krebsmedikament Lynparza. "Dem Medikament wird ein Umsatzpotenzial von bis zu etwa 1,5 Milliarden Dollar unterstellt", sagt ein Händler. Der Analyst seines Hauses habe einer Zulassung für den Einsatz bei Brustkrebs eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent beigemessen. "Diese Ziffer dürfte der Markt nun deutlich nach oben schrauben", heißt es. Die Aktie legt um 2,0 Prozent zu.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.300,98 -0,30 -10,06 0,32
Stoxx-50 3.065,94 0,25 7,58 1,84
DAX 11.735,71 -0,18 -21,53 2,22
MDAX 23.277,94 -0,08 -19,58 4,91
TecDAX 1.886,73 -0,21 -3,89 4,14
SDAX 10.059,07 -0,09 -8,76 5,67
FTSE 7.291,80 0,19 13,88 2,09
CAC 4.857,15 -0,86 -42,31 -0,11

Bund-Future 164,46 0,71 0,19

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:13 Do, 17:27 % YTD
EUR/USD 1,0628 -0,41% 1,0672 1,0675 +1,1%
EUR/JPY 119,9680 -0,82% 120,9559 120,85 -2,4%
EUR/CHF 1,0642 -0,04% 1,0646 1,0656 -0,7%
EUR/GBP 0,8555 +0,19% 0,8539 1,1710 +0,4%
USD/JPY 112,88 -0,41% 113,35 113,23 -3,4%
GBP/USD 1,2423 -0,59% 1,2497 1,2500 +0,7%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,93 53,36 -0,8% -0,43 -3,2%
Brent/ICE 55,59 55,65 -0,1% -0,06 -3,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.239,32 1.239,08 +0,0% +0,24 +7,6%
Silber (Spot) 18,02 18,10 -0,4% -0,08 +13,1%
Platin (Spot) 1.003,55 1.013,00 -0,9% -9,45 +11,1%
Kupfer-Future 2,70 2,72 -0,5% -0,01 +7,9%
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

February 17, 2017 10:49 ET (15:49 GMT)

Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.
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