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MÄRKTE EUROPA/Kleiner Rücksetzer zum Start in die Woche

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)Nach dem Kurssprung zum Wochenausklang geben die europäischen Aktienmärkte am Montagnachmittag einen Teil der Gewinne wieder ab. Die Hoffnung auf einen kleinen Deal im US-chinesischen Handelsstreit, welche die Kaufrally in der Vorwoche ausgelöst hatte, blieb zum Teil unerfüllt. Die Zeichen stehen zwar auf Entspannung, allerdings haben beide Länder unterschiedliche Einschätzungen zum Stand der Dinge: US-Präsident Donald Trump spricht von einer partiellen Einigung, während China lediglich von Fortschritten bei den Gesprächen spricht. Wichtig für die Märkte ist vor allem, dass die USA auf neue Zollerhöhungen in der dieser Woche verzichten werden.

Zudem besteht Peking laut einem Medienbericht auf weiteren Gesprächen mit den USA, bevor es ein solches Abkommen unterzeichnen will. Schon Ende Oktober wolle China weitere Gespräche führen, um Details zu klären, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Die jüngste Vereinbarung wurde nicht schriftlich fixiert und nur grundsätzlich getroffen. Der DAX fällt um 0,2 Prozent auf 12.481 Punkte und der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,4 Prozent auf 3.557 Punkte nach.

Die Anleger atmen durch und bewerten die aktuelle Situation", sagt Thomas Altmann von QC Partners. Richtungsweisend für die Tendenz der kommenden Tage könnte der Verlauf der Berichtssaison zum dritten Quartal werden, erwartet Altmann. Sie werde auch zeigen, wie tiefe Spuren der Handelskonflikt und das niedrigere Wachstum bereits in den Bilanzen hinterlassen haben.

Daneben steht die weitere Brexit-Entwicklung im Blick. "Es bleibt noch viel Arbeit zu tun", hieß es von der EU-Kommission zwar am Sonntagabend. Allerdings halten Marktteilnehmer einen harten Brexit Ende Oktober nach der jüngsten Annäherung für sehr unwahrscheinlich.


Handels-Minideal wird Wirtschaftsabschwung nicht stoppen

Nach Einschätzung von Berenberg reicht der nun ausgehandelte US-chinesische "Minideal" im Handelsstreit wahrscheinlich nicht aus, um den globalen Wirtschaftsabschwung per se zu stoppen. Dafür sei der Deal zu klein ausgefallen, außerdem gebe es nach wie vor zu viele ungelöste Streitpunkte, so dass der Konflikt schnell wieder eskalieren könne.

Daneben schätzt Berenberg das Risiko eines Handelskonflikts zwischen der EU und den USA weiter als hoch ein. Ab dem 18. Oktober könnten die USA Strafzölle auf EU-Importe mit einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro erheben. Auch muss Washington bis Mitte November entscheiden, ob zukünftig Zölle auf EU-Autoimporte fällig werden, was Berenberg für unwahrscheinlich hält. Wahrscheinlicher seien neue Gespräche.


Rohstoff-Aktien an der Verliererspitze

In Europa führen die Aktien der Rohstoff-Konzerne den Abschwung an. Der Sektor der Rohstoffe verliert europaweit 2,0 Prozent. Die weiter zur Schwäche neigende Nachfrage nach Stahl außerhalb von China wird nach Ansicht von Citi-Research weiter die entscheidende Belastung für die Preisentwicklung sein. Wie im dritten Quartal werde sich der Preisdruck auch im Schlussquartal 2019 fortsetzen.

Aber auch andere zyklische Sektoren, die am Freitag gekauft wurden, geben nun wieder nach. So verlieren die Technologie-Werte im Schnitt 0,8 Prozent. Die Anleger positionieren sich defensiver, so notieren die Branchen der Lebensmittelhersteller und der Versorger nur knapp im Minus.

Die Aktie der Deutschen Börse gewinnt 1,5 Prozent auf 144,00 Euro und hat bei 144,10 Euro ein neues Allzeithoch markiert. "Auf Grund der nicht mehr vorhandenen Zinsen am Anleihenmarkt suchen Investoren nach sogenannten Bond-Proxys", so ein Marktteilnehmer. Das Geschäftsmodell des Börsenbetreibers sei auch in dem aktuellen markroökonomischen Umfeld weitestgehend stabil und liefere stabile Erträge. Auch wenn die Bewertung inzwischen ambitioniert sei, würde die Dividendenrendite von 2 Prozent gekauft.

Finanzinvestoren sind momentan auf Shoppingtour in Großbritannien unterwegs. Zum Start in die Woche ist es die US-Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo, die für die britische Cybersecurity-Gruppe Sophos bietet. Die Prämie liegt 37,5 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag, für die Aktie geht es in London um 35,6 Prozent nach oben. "Die Investoren der Sophos-Gruppe werden mit dem Gebot von Thoma Bravo recht zufrieden sein, nachdem das Unternehmen 2018 eine Gewinnwarnung geliefert hatte", sagt Nicholas Hyett von Hargreaves Lansdowns. Sollte das Gebot erfolgreich sein, würde ein weiterer Technologiewert vom Londoner Kurszettel verschwinden.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.557,01 -0,36 -12,91 18,51
Stoxx-50 3.215,16 -0,44 -14,27 16,49
DAX 12.481,44 -0,24 -30,21 18,21
MDAX 25.584,36 -0,17 -43,20 18,51
TecDAX 2.796,42 -0,21 -5,84 14,13
SDAX 11.122,40 -0,15 -16,17 16,97
FTSE 7.210,43 -0,51 -36,65 7,71
CAC 5.645,42 -0,35 -20,05 19,34

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,46 -0,02 -0,70
US-Zehnjahresrendite 1,73 0,00 -0,95

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:08 Fr, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1023 -0,12% 1,1029 1,1047 -3,9%
EUR/JPY 119,41 -0,16% 119,41 119,82 -5,0%
EUR/CHF 1,0981 -0,25% 1,0984 1,1019 -2,5%
EUR/GBP 0,8745 +0,15% 0,8755 0,8709 -2,8%
USD/JPY 108,34 -0,03% 108,27 108,46 -1,2%
GBP/USD 1,2603 -0,27% 1,2597 1,2685 -1,3%
USD/CNH (Offshore) 7,0696 -0,24% 7,0609 7,0822 +2,9%
Bitcoin
BTC/USD 8.278,50 +0,42% 8.318,00 8.323,50 +122,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,18 54,70 -2,8% -1,52 +10,3%
Brent/ICE 58,70 60,51 -3,0% -1,81 +5,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.491,04 1.488,28 +0,2% +2,77 +16,3%
Silber (Spot) 17,61 17,56 +0,3% +0,06 +13,7%
Platin (Spot) 897,34 896,35 +0,1% +0,99 +12,7%
Kupfer-Future 2,61 2,63 -0,6% -0,02 -1,3%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/ros

END) Dow Jones Newswires

October 14, 2019 10:13 ET ( 14:13 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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