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MÄRKTE EUROPA/Knapp behauptet - Sewing baut Dt. Bank radikal um

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte notieren am Montagmittag knapp im Minus. Hauptthema an der Börse ist der Umbau bei der Deutschen Bank. Nachdem seit einer Woche die Märkte bereits auf einen solchen Schritt vorbereitet wurden, stehen seit dem Wochenende die Fakten fest. Für die Anleger sowie die Analysten ist der immense Jobabbau sowie die damit verbundenen Kosten in Milliardenhöhe kein Befreiungsschlag, der die Karten neu verteilt. In Folge pendelt die Aktie um den Schlusskurs von Freitag, aktuell handelt sie 1 Prozent im Minus. Der DAX notiert am Mittag 0,3 Prozent leichter bei 12.534 Punkten, der Euro-Stoxx-50 verliert 0,2 Prozent auf 3.519 Zähler.



Deutsche Bank wird neu aufgestellt


Die Deutsche Bank will mithilfe massiver Einschnitte wieder in die Erfolgsspur finden und nimmt dafür bis 2022 insgesamt 7,4 Milliarden Euro an Sonderbelastungen in Kauf. Alleine im zweiten Quartal werden 3 Milliarden für die Restrukturierung berücksichtigt, weshalb nach vorläufiger Rechnung ein Verlust nach Steuern von 2,8 Milliarden Euro anfällt. Mit dem Kostensenkungsprogramm, dem 18.000 Jobs zum Opfer fallen, will die Bank ihre bereinigten Kosten bis 2022 auf 17 Milliarden Euro drücken. 2018 hatte dieser Wert bei 22,8 Milliarden Euro gelegen.

Die Analysten sind skeptisch. Für eine Herausforderung hält die UBS das Ziel der Deutschen Bank, über einen Zeitraum von vier Jahren die Kosten um 25 Prozent zu senken und zugleich die Erträge um 10 Prozent zu steigern. Dies dürfte sich besonders schwierig gestalten aufgrund des derzeitigen Marktumfeldes und angesichts der gleichzeitigen Umstrukturierung der Bank. Die Analysten von Citi stufen die Wahrscheinlichkeit für sehr gering ein, dass es ab 2022 zu Aktienrückkäufen und einer Dividende kommen wird. Zudem sei eine Kapitalerhöhung nach wie vor nicht auszuschließen. Die Kollegen bei Berenberg raten nach wie vor zum Verkauf der Aktie. Die Umsetzung der Strategie sei mit erheblichen Risiken behaftet.



Sodexo erwartet nur noch moderates Wachstum


Der britische Kantinenbetreiber Sodexo hat den Umsatz in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres gesteigert. In den verbleibenden drei Monaten werde das Wachstum aber moderater ausfallen, erwartet der Cateringanbieter aus Paris. Der Kurs gibt mit dem schwachen Ausblick 4 Prozent nach.

Für die Aktie des spanischen Versorgers Enagas geht es erneut um 7 Prozent nach unten. Dabei belastet, dass die spanische Wettbewerbsbehörde CNCM am Freitag bereits neue Vorschläge für die Kompensation des Gasgeschäftes sowie der Nutzung von Stromnetzen vorgelegt hatte. "Der Vorschlag gefährdet die Strategie und die Equity Story von Enagas", heißt es von den Analysten der Citi. Der schlechter als erwartet ausgefallene Vorschlag von CNMC werde die Gewinnerosion erheblich beschleunigen und den Cashflow des Konzerns zudem reduzieren.

Fuchs Petrolub geben 5 Prozent ab. Der Schmierstoffhersteller wird wegen der schwachen Autokonjunktur seine Prognosen nicht erreichen. Washtec brechen um 13 Prozent ein. Auch der Waschanlagenhersteller hat eine Gewinnwarnung abgegeben. Noch im März hatte sich das Unternehmen äußerst zuversichtlich geäußert.



Kursverluste in Athen nach Wahlsieg der Opposition


Der Wahlsieg der Opposition und der damit einhergehende zu erwartende Regierungswechsel in Griechenland sorgt am dortigen Aktienmarkt für keine Euphorie. Der FTSE/Athex büßt 1,3 Prozent ein. Der Wahlsieg der als wirtschaftsfreundlicher geltenden Konservativen sei erwartet worden und dürfte damit weitgehend schon eingepreist gewesen sein, heißt es. Getreu dem Börsenmotto, bei Gerüchten zu kaufen und bei Fakten zu verkaufen.

Derweil steht die türkische Lira unter Druck. Sie fällt zum Euro um knapp 1 Prozent, für einen Euro müssen 6,42 Lira bezahlt werden nach 6,32 Lira am Freitag. Grund ist der Angriff des türkischen Präsidenten Recep Erdogan auf die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank. Erdogan hat per Dekret den Gouverneur der türkischen Zentralbank entlassen und durch dessen Stellvertreter ersetzt. Murat Cetinkaya hatte gegen den ausdrücklichen Willen Erdogans die Leitzinsen erhöht, um die heftige Inflation zu bekämpfen. Diese war daraufhin von einem Höchststand von 25 Prozent auf 15,7 Prozent zurückgegangen.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.527,00 -0,03 -0,98 17,51
Stoxx-50 3.224,06 0,06 2,03 16,81
DAX 12.556,91 -0,09 -11,62 18,92
MDAX 25.883,23 -0,18 -46,90 19,90
TecDAX 2.921,76 -0,11 -3,13 19,25
SDAX 11.456,74 -0,07 -7,95 20,48
FTSE 7.556,78 0,05 3,64 13,01
CAC 5.590,54 -0,06 -3,17 18,18

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,37 -0,01 -0,61
US-Zehnjahresrendite 2,03 0,00 -0,65

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 7:57 Uhr Fr., 18.18h % YTD
EUR/USD 1,1216 -0,11% 1,1230 1,1222 -2,2%
EUR/JPY 121,75 +0,01% 121,61 121,82 -3,2%
EUR/CHF 1,1129 -0,02% 1,1119 1,1131 -1,1%
EUR/GBP 0,8956 -0,07% 0,8962 0,8972 -0,5%
USD/JPY 108,56 +0,12% 108,30 108,54 -1,0%
GBP/USD 1,2522 -0,05% 1,2530 1,2509 -1,9%
Bitcoin
BTC/USD 11.886,50 +3,09% 11.466,25 11.195,25 +219,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 57,40 57,51 -0,2% -0,11 +20,6%
Brent/ICE 64,17 64,23 -0,1% -0,06 +16,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.404,99 1.399,18 +0,4% +5,82 +9,5%
Silber (Spot) 15,08 15,00 +0,5% +0,08 -2,7%
Platin (Spot) 814,49 809,50 +0,6% +4,99 +2,3%
Kupfer-Future 2,68 2,66 +0,7% +0,02 +1,4%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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July 08, 2019 07:13 ET ( 11:13 GMT)

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