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MÄRKTE EUROPA/Leichte Gewinne - ADP und Italien drücken

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen haben am Mittwoch zwar etwas fester, aber klar unter den Tageshochs geschlossen. Die Hoffnung auf baldige US-Zinssenkungen stützte die Kurse zeitweise kräftiger. Fed-Präsident Jerome Powell hatte sich am Vortag offen für Zinssenkungen gezeigt, sollte sich der Handelskonflikt negativ auf die US-Wirtschaft auswirken. Ein schwacher ADP-Bericht drückte dann aber genauso wie ein mögliches Defizitverfahren gegen Italien.

Der DAX gewann 0,1 Prozent auf 11.981 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte 0,2 Prozent auf 3.340 Zähler zu. Mit 27.000 Stellen wurden im Mai laut ADP-Bericht in den USA überraschend wenige Arbeitsplätze geschaffen. Die Prognose hatte bei einem Plus von 173.000 gelegen. Aus Marktsicht stellte sich die Frage, ob es sich um einen einmaligen Ausrutscher nach unten gehandelt hat oder die Zahlen Probleme am bislang boomenden US-Arbeitsmarkt indizieren. Vor allem kleinere Unternehmen bauten Stellen ab.

Nun rückten die Zentralbanken in den Fokus. Am Abend veröffentlicht die US-Notenbank ihren Konjunkturbericht, das so genannte Beige Book. Und am Donnerstag tagt dann die Europäische Zentralbank. Der EZB-Rat dürfte seine Geldpolitik unverändert lassen, er wird sich aber vermutlich zu neuen langfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTRO) äußern. Außerdem veröffentlicht er neue Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation.



Es droht neues Ungemach aus Italien - Banken werden verkauft


Italienische Vermögenswerte standen stärker unter Druck. Die EU-Kommission empfahl die Aufnahme eines Defizit-Verfahrens gegen Italien. Dies war zwar keine große Überraschung, nahm aber zunehmend offiziellen Charakter an. Damit droht ein neuer Machtkampf zwischen Brüssel und Rom, der das Zeug hat, Verwerfungen an den Finanzmärkten auszulösen. Unicredit verloren 3,5 Prozent und Intesa Sanpaolo 0,9 Prozent. An der Mailänder Börse gaben die Kurse um 0,4 Prozent nach.

Unter den Einzelwerten standen SAP im Blick. Der US-Wettbewerber Salesforce hatte im ersten Quartal seines Geschäftsjahrs von einer starken Nachfrage nach Cloud-Computing-Angeboten profitiert und deshalb den Gewinnausblick für das gesamte Geschäftsjahr angehoben. Nachdem SAP zuletzt unter der Schwäche der US-Technologiewerte gelitten hatten, gewannen sie nun 0,7 Prozent.

Varta verloren dagegen im SDAX 4,8 Prozent. Varta will wegen starker Nachfrage die Akkumulator-Produktion noch stärker ausbauen als zunächst geplant. Das Investitionsvolumen bezifferte Varta mit 100 Millionen Euro. Es soll aus der operativen Geschäftstätigkeit oder möglicherweise auch aus einer Kapitalerhöhung finanziert werden. "Eine Kapitalerhöhung könnte belasten", sagte ein Marktteilnehmer.



Goldpreis steht kurz vor dem Jahreshoch


Voestalpine gaben 1,9 Prozent ab. Der österreichische Stahlkonzern hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Steuern 44 Prozent weniger verdient. Der Umsatz war allerdings so hoch wie nie zuvor in einem Geschäftsjahr ausgefallen.

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hatte seine Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Celgene ausgeweitet. Weil der Partnerschaft ein neuer Zelltyp hinzugefügt wurde, erhält das im TecDax notierte Hamburger Unternehmen 9 Millionen Dollar von Celgene. Der Kurs zog um 2,3 Prozent an.

Der Goldpreis baute seine jüngsten Gewinne weiter aus. Mit 1.329 Dollar stand die Feinunze zu Börsenschluss nur noch knapp unter dem Jahreshoch von knapp 1.347 Dollar. "Dieses sollte mit der Zinsspekulation schnell erreichbar sein", meinte ein Marktteilnehmer. Darüber liege allerdings zwischen 1.360 und 1.370 Dollar die nächste Widerstandszone, die in den vergangenen Jahren jeden Anstieg aufgehalten habe.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.339,95 +6,46 +0,2% +11,3%
Stoxx-50 3.086,37 +7,53 +0,2% +11,8%
Stoxx-600 374,08 +1,41 +0,4% +10,8%
XETRA-DAX 11.980,81 +9,64 +0,1% +13,5%
FTSE-100 London 7.218,82 +4,52 +0,1% +7,2%
CAC-40 Paris 5.292,00 +23,74 +0,5% +11,9%
AEX Amsterdam 543,64 +2,50 +0,5% +11,4%
ATHEX-20 Athen 2.102,52 +19,07 +0,9% +30,7%
BEL-20 Brüssel 3.454,50 -3,88 -0,1% +6,5%
BUX Budapest 41.073,62 -83,40 -0,2% +4,9%
OMXH-25 Helsinki 3.818,59 -18,49 -0,5% +3,6%
ISE NAT. 30 Istanbul 112.987,29 -352,46 -0,3% -1,2%
OMXC-20 Kopenhagen 0,00 0,00 0,0% +9,2%
PSI 20 Lissabon 5.072,77 +10,20 +0,2% +7,4%
IBEX-35 Madrid 9.150,50 +32,90 +0,4% +7,2%
FTSE-MIB Mailand 20.155,73 -73,69 -0,4% +10,4%
RTS Moskau 1.303,35 -4,20 -0,3% +22,3%
OBX Oslo 793,53 +0,36 +0,0% +7,3%
PX Prag 1.052,68 -1,15 -0,1% +6,7%
OMXS-30 Stockholm 1.542,00 +4,70 +0,3% +9,5%
WIG-20 Warschau 2.223,27 -10,48 -0,5% -2,3%
ATX Wien 2.930,45 +1,39 +0,0% +6,9%
SMI Zürich 9.658,62 +60,91 +0,6% +14,6%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,23 -0,02 -0,47
US-Zehnjahresrendite 2,12 -0,02 -0,56

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:27 Di, 18:36 % YTD
EUR/USD 1,1234 -0,18% 1,1272 1,1245 -2,0%
EUR/JPY 121,58 -0,11% 121,71 121,67 -3,3%
EUR/CHF 1,1158 -0,08% 1,1163 1,1172 -0,9%
EUR/GBP 0,8847 -0,17% 0,8863 0,8867 -1,7%
USD/JPY 108,22 +0,06% 107,98 108,20 -1,3%
GBP/USD 1,2698 -0,00% 1,2718 1,2681 -0,5%
Bitcoin
BTC/USD 7.686,75 +2,26% 7.705,50 7.918,75 +106,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,22 53,48 -4,2% -2,26 +8,3%
Brent/ICE 59,83 61,97 -3,5% -2,14 +8,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.329,58 1.325,20 +0,3% +4,38 +3,7%
Silber (Spot) 14,81 14,83 -0,2% -0,02 -4,5%
Platin (Spot) 804,81 821,50 -2,0% -16,69 +1,0%
Kupfer-Future 2,63 2,67 -1,5% -0,04 -0,5%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

END) Dow Jones Newswires

June 05, 2019 12:17 ET ( 16:17 GMT)

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