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MÄRKTE EUROPA/Leichte Verluste am "Hexensabbat" - Grenke im Blick

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte geben am Freitagnachmittag etwas nach. Der DAX handelt 0,2 Prozent tiefer bei 13.180 Punkten, der Euro-Stoxx-50 verliert 0,6 Prozent auf 3.296 Punkten. Im Fokus steht der große Verfall am Terminmarkt, hier scheinen die Marktteilnehmer mehrheitlich mit dem Kursniveau zufrieden zu sein. Die Corona-Pandemie rückt mit den steigenden Fallzahlen wieder stärker in den Fokus, an der Börse werden zunächst die Aktien der Reiseunternehmen verkauft. Auch ansonsten gibt es eine Reihe von Nachrichten, nachdem diese Woche bereits eine Reihe von Übernahmen bekannt geworden waren.


Covestro-Aktie mit möglichem Apollo-Gebot sehr fest

Für die Aktie von Covestro geht es 4,7 Prozent nach oben. Kurstreiber ist eine Kreise-Meldung von Bloomberg, die von einem Kaufinteresse des Private-Equity-Unternehmens Apollo berichtete. "Bisher hat Private-Equity auf Grund der Marktkapitalisierung einen Bogen um DAX-Unternehmen gemacht", so ein Marktteilnehmer. Die im Raum stehenden 10 Milliarden Dollar böten eine gute Prämie. Die Experten von Independent Research indes sEen die Prämie eher als mager an.

Für die Analysten der Citi besteht die Anziehungskraft von Covestro darin, dass das Unternehmen trotz des zyklischen Geschäfts in der Lage sei, Barmittel zu generieren. Dies sei zuletzt durch die Investitionspläne verdeckt worden. Das mögliche Interesse an Covestro könnte Auswirkungen auf die Bewertung des gesamten Sektors der diversifizierten Chemikalien in Europa haben. Von einem Covestro-Sprecher hieß es zu dem Bloomberg-Bericht, dass das Unternehmen in einem laufenden Dialog mit Marktteilnehmern stehe. "Derzeit befinden wir uns nicht in einer Übernahmediskussion mit Apollo."


Reisesektor schwach mit Sorge um zweiten Lockdown in Großbritannien

Für die Aktien aus dem Reisesektor geht es europaweit nach unten. Belastend wirkt nach Aussage aus dem Handel die Nachricht, dass Großbritannien vor einem möglichen zweiten Lockdown steht. Auf Grund steigender Infektionszahlen könnte es Medienberichten zufolge im Oktober zu einem zweiwöchigen Lockdown kommen, und dies in der Ferienzeit. Marktstratege Neil Wilson von Markets.com stellt sich die Frage, ob die Regierung dem wissenschaftlichen Rat folgen wird oder nicht. Die Zahl der Fälle in Großbritannien sei sicherlich gestiegen, aber die Zahl der täglich durchgeführten Tests exponentiell höher als noch im März und April. So geht es für die britischen Aktien der British-Airways-Mutter IAG um 11,6 Prozent nach unten und Easyjet verlieren 6,7 Prozent. Aber auch eine Lufthansa verliert 4 Prozent, Fraport handeln 4,3 Prozent leichter. Der Sektor-Index ist mit einem Abschlag von 2,9 Prozent der größte Verlierer.


Grenke mit Stellungnahme etwas erholt

Weiter im Fokus bleibt auch die Grenke-Aktie, die 3,5 Proeznt ins Plus gedreht hat. Der Leasinganbieter hat die von dem Short-Seller Viceroy Research vorgebrachten Betrugsvorwürfe abermals zurückgewiesen. "Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet", teilte der MDAX-Konzern nach einer genauen Prüfung des 64-seitigen Berichts von Viceroy mit. Ein Sondergutachten von KPMG soll letzte Zweifel ausräumen. Die Aktie reagierte volatil auf die Aussagen. "Das Thema wird uns wohl nach lange beschäftigen", sagt ein Marktteilnehmer.

Die Ratingagentur S&P hat Grenke derweil auf ihre Beobachtungsliste für eine mögliche Abstufung gesetzt. Die Analysten sagten, sie seien derzeit nicht in der Lage, die Stichhaltigkeit der Vorwürfe zu beurteilen. "Wir sind uns jedoch bewusst, dass die Anschuldigungen, ob sie wahr sind oder nicht, das Potenzial haben, Grenkes kurzfristige Aktivitäten zu stören. Dazu gehören mögliche Auswirkungen auf seinen Ruf, seine Geschäfte und seine Liquiditäts- und Finanzierungslage", teilte S&P mit.


Rocket Internet mit Verlust im Halbjahr kurz vor Delisting

Rocket Internet hat im ersten Halbjahr einen Verlust eingefahren. Grund war unter anderem ein negativer Beitrag von Beteiligungsunternehmen sowie ein wesentlich geringeres Finanzergebnis als im Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte. Nach Steuern ergab sich in den ersten sechs Monaten ein Verlust von 11,6 Millionen Euro nach einem Gewinn von 547,5 Millionen im Vorjahreszeitraum. Für die Aktie liefern die Zahlen keinen Impuls, vielmehr notiert sie mit 18,67 Euro knapp über dem Delisting-Preis von 18,57 Euro.

Massiv unter Druck steht die Aktie von MAN, sie bricht um 16 Prozent ein. Hier belastet die Nachricht, dass der erwartete Squeeze-Out durch Traton nicht mehr in diesem Jahr durchgeführt werden soll. "Hier haben einige Investoren auf eine Squeeze-Out-Prämie gesetzt", so ein Marktteilnehmer. Die Traton-Aktie verliert 0,7 Prozent.

Die London Stock Exchange (LSE) spricht mit der Euronext exklusiv über einen Verkauf der Borsa Italiana. Hier hatte auch die Deutsche Börse Interesse bekundet. Die LSE hatte Ende Juli erklärt, Gespräche über den Verkauf der Plattform MTS oder des Börsenbetreibers im Ganzen begonnen zu haben. Damit sollen die Bedingungen der Europäischen Kommission für den Erwerb des Datenanbieters Refinitiv erfüllt werden. Die Euronext-Aktie steigt um 3,5 Prozent, die Titel der LSE legen um 0,7 Prozent zu. Auch die Papiere der Deutschen Börse gewinnen 0,9 Prozent.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.296,22 -0,61 -20,35 -11,99
Stoxx-50 2.986,57 -0,39 -11,81 -12,24
DAX 13.179,77 -0,21 -28,35 -0,52
MDAX 27.568,63 -0,19 -53,54 -2,63
TecDAX 3.132,31 1,02 31,48 3,89
SDAX 12.499,38 -0,22 -28,13 -0,10
FTSE 6.010,73 -0,65 -39,19 -19,79
CAC 4.986,37 -1,05 -53,13 -16,59

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,50 -0,01 -0,74
US-Zehnjahresrendite 0,67 -0,02 -2,01

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:04 Uhr Fr, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1835 -0,08% 1,1851 1,1836 +5,5%
EUR/JPY 123,54 -0,44% 125,69 125,68 +1,3%
EUR/CHF 1,0775 +0,08% 1,0767 1,0760 -0,8%
EUR/GBP 0,9142 +0,13% 0,9241 0,9251 +8,0%
USD/JPY 104,39 -0,36% 106,08 106,18 -4,0%
GBP/USD 1,2945 -0,21% 1,2824 1,2793 -2,3%
USD/CNH (Offshore) 6,7743 +0,29% 6,8292 6,8353 -2,8%
Bitcoin
BTC/USD 10.935,01 -0,19% 10.354,76 10.323,38 +51,7%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 41,03 40,97 +0,1% 0,06 -28,4%
Brent/ICE 43,25 43,30 -0,1% -0,05 -29,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.946,73 1.942,60 +0,2% +4,13 +28,3%
Silber (Spot) 26,80 27,08 -1,0% -0,28 +50,1%
Platin (Spot) 933,78 943,00 -1,0% -9,23 -3,2%
Kupfer-Future 3,07 3,07 -0,0% -0,00 +8,6%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/raz

END) Dow Jones Newswires

September 18, 2020 09:53 ET ( 13:53 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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