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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Erneute Corona-Welle belastet

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Aktienmärkten geht es am Mittwochmittag nach unten. Belastend wirkt sich übergeordnet aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen in Europa weiter steigt. Zum anderen ist immer noch unklar, wie es mit dem Brexit weitergeht. So hat die EU nun Großbritannien aufgefordert, im Streit über die künftigen Beziehungen nach dem Brexit eine Entscheidung zu treffen. Die britische Regierung könne nicht alles haben, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel im Europaparlament. Sie wolle Zugang zum EU-Binnenmarkt, aber gleichzeitig von dessen Standards und Regeln abweichen.

Aber auch das Gezerre um das US-Fiskalpaket geht weiter, obwohl am Dienstag eine gesetzte Frist verstrichen war. Obgleich die Verhandlungsführerin der Demokraten, Nancy Pelosi, von "Fortschritten" bei den Verhandlungen mit den Republikanern gesprochen hat und sich optimistisch zeigt, ist weiter unklar, ob eine ausreichende Zahl von republikanischen Senatoren das Paket unterstützen werden. Einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es nun zunächst ein "kleines Paket" geben wird, das "große Paket" dagegen erst nach der Präsidentschaftswahl. Der DAX verliert am Mittag 0,6 Prozent auf 12.655 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,8 Prozent auf 3.203 Punkte nach unten.


Lagarde: Zweite Corona-Welle früher als erwartet

Die zweite Corona-Welle trifft Europa nach Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde früher als erwartet und stellt ein "klares Risiko" für den Ausblick dar. "Die meisten Wissenschaftler im Euroraum haben erwartet, dass die Epidemie im November oder Dezember mit der Kälte zurückkehren würde", sagte Lagarde dem französischen Fernsehsender LCI. Es sei eher passiert und das sei "kein gutes Omen".

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) berät am Donnerstag nächster Woche über seine Geldpolitik. Viele Analysten erwarten, dass die EZB zumindest bis Dezember Kurs halten und dann ihr Pandemiekaufprogramm PEPP aufstocken wird.


Ericsson und Vivendi überzeugen

Für die Einzelwerte liefert die Berichtssaison mit den Unternehmenszahlen die Impulse. Für die Aktie von Ericsson geht es um 7,5 Prozent nach oben. Trotz stärkerer Belastungen durch die Wechselkursentwicklung hat Ericsson die Margenerwartungen laut Citigroup übertroffen und die Ziele für 2020 und 2022 bestätigt. Unter dem Strich habe der schwedische Telekommunikationsausrüster deutlich mehr als erwartet verdient.

Vivendi steigen um 2,5 Prozent. Der Umsatz hat die Erwartungen deutlich geschlagen. "Das lag vor allem am Musikgeschäft, und dieses könnte nun sogar schneller an die Börse kommen als bisher erwartet", so ein Händler. Statt 2023 sei nun 2022 im Gespräch.

Für Nestle geht es um 0,2 Prozent nach unten. Die Geschäftszahlen sind laut der Citigroup besser als erwartet ausgefallen. Das organische Umsatzwachstum im dritten Quartal liege mit 4,9 Prozent mehr als 200 Basispunkte über der Konsensschätzung.

Randstad liegen dagegen 6,8 Prozent vorn. "Gemessen an dem schwierigen Umfeld mit Entlassungen und Kurzarbeit sind die Zahlen gut", so ein Marktteilnehmer zu dem Zeitarbeitsunternehmen. Mit einem Minus von 13 Prozent beim organischen Umsatz sei der Rückgang nicht so stark ausgefallen wie die erwarteten minus 17 Prozent - und zuletzt habe die Entwicklung weiter nach oben gezeigt.

Zur Rose machen gleich einen Sprung um 14 Prozent. Nach einem schwachen zweiten Quartal heben Analysten das verbesserte Umsatzmomentum im 3. Quartal hervor. Shop Apotheke steigen im Gefolge um 3,0 Prozent.


Software AG mit guten Zahlen - Bilfinger mit Übernahmespekulationen

Nach Geschäftszahlen geben Software AG um 3,4 Prozent nach. Solide Buchungen über den Erwartungen, aber ein durch den Geschäftsumbau belasteter enttäuschender Umsatz, so die Analysten von Bryan Garnier zu den Zahlen. Bilfinger steigen derweil um 4 Prozent. Händler verweisen auf einen Bericht mit Übernahmespekulationen.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.203,26 -0,76 -24,61 -14,47
Stoxx-50 2.873,12 -0,65 -18,89 -15,57
DAX 12.654,99 -0,64 -81,96 -4,48
MDAX 27.355,71 -1,22 -337,18 -3,38
TecDAX 3.075,41 -1,09 -33,99 2,01
SDAX 12.558,22 -0,36 -45,22 0,37
FTSE 5.829,00 -1,02 -60,22 -21,92
CAC 4.889,22 -0,81 -40,06 -18,21

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,60 0,01 -0,84
US-Zehnjahresrendite 0,81 0,02 -1,87

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 10:11 Uhr Di, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1855 +0,26% 1,1867 1,1827 +5,7%
EUR/JPY 124,29 -0,34% 124,56 124,82 +2,0%
EUR/CHF 1,0718 -0,07% 1,0721 1,0729 -1,3%
EUR/GBP 0,9078 -0,63% 0,9090 0,9124 +7,3%
USD/JPY 104,84 -0,60% 104,97 105,57 -3,6%
GBP/USD 1,3058 +0,89% 1,3058 1,2958 -1,5%
USD/CNH (Offshore) 6,6393 -0,35% 6,6379 6,6664 -4,7%
Bitcoin
BTC/USD 12.258,00 +2,75% 12.170,50 11.947,50 +70,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 41,06 41,70 -1,5% -0,64 -27,3%
Brent/ICE 42,65 43,16 -1,2% -0,51 -30,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.918,64 1.906,75 +0,6% +11,89 +26,4%
Silber (Spot) 25,03 24,68 +1,4% +0,35 +40,2%
Platin (Spot) 880,30 875,15 +0,6% +5,15 -8,8%
Kupfer-Future 3,18 3,14 +1,1% +0,04 +12,5%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/ros

END) Dow Jones Newswires

October 21, 2020 06:55 ET ( 10:55 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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