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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Notenbanken straffen Geldpolitik

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Fest im Griff der Notenbanken sehen Marktteilnehmer die europäischen Börsen am Donnerstag. Während die straffere Geldpolitik der US-Notenbank zunächst zu Abgaben führt, dürfte am Nachmittag dann die Europäische Zentralbank (EZB) in den Blick geraten.

Die US-Notenbank hat wie erwartet den Leitzins weiter erhöht auf eine Spanne von 1,75 bis 2 Prozent und gleichzeitig zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr signalisiert. Bisher waren die Märkte tendenziell eher auf lediglich einen weiteren Schritt eingestellt. An den asiatischen Börsen ging es darauf hin überwiegend deutlich abwärts. In Europa fällt der Euro-Stoxx-50 im frühen Handel um 0,5 Prozent auf 3.461 Punkte, alle großen Branchenindizes liegen mehr oder weniger stark im Minus. Der DAX gibt um 0,6 Prozent auf 12.815 Punkte nach.

Nun richten sich alle Augen auf Riga", sagt Michael Hewson, Analyst bei CMC Markets. Dort tagt die EZB, und auch ihre geldpolitische Entscheidung dürfte die Märkte beeinflussen. Die Frage ist, ob die EZB das Ende ihres Wertpapierkaufprogramms bekannt gibt. Bis Ende September kauft die EZB monatlich Anleihen für 30 Milliarden Euro. Analysten erwarten überwiegend, dass die EZB ihre Ankäufe bis Jahresende einstellen und möglicherweise im Oktober nochmal das Monatsvolumen verkleinern wird. "Das Programm stößt gegen Ende des Jahres so oder so an Kapazitätsgrenzen und muss daher beendet werden", sagt Adrian Hilton vom Vermögensverwalter Columbia Threadneedle.

Für Zurückhaltung sprechen auch schwächere Wirtschaftsdaten aus China. Die Industrieproduktion ist im Mai um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und blieb damit unter der Erwartung von 7 Prozent. Noch schwächer sind die Daten zu den Anlageinvestitionen in den Städten ausgefallen. Diese stiegen zwischen Januar und Mai um 6,1 Prozent und blieben damit deutlich unter der Prognose von 7 Prozent.



VW leiden kaum unter Milliarden-Strafe


Auf ein verhalten positives Echo stößt die Bußgeldstrafe von 1 Milliarde Euro, die VW zur Beilegung der strafrechtlichen Ermittlungen wegen der Dieselmanipulationen zahlt. Damit dürften wahrscheinlich alle europäischen strafrechtlichen Untersuchungen abgeschlossen sein, so Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI. Ein Marktteilnehmer weist allerdings darauf hin, dass VW noch zivilrechtlichen Klagen gegenüberstehe. Das Thema Dieselskandal sei daher mit dem Bußgeld keineswegs beigelegt.

Die nun verhängte 1-Milliarden-Euro-Strafe ist laut Evercore in den Dieselrückstellungen von insgesamt 25,8 Milliarden nicht enthalten. Deshalb werde VW eine zusätzliche Belastung entstehen, die voraussichtlich im zweiten Quartal verbucht werden dürfte. Aber immerhin: Viele Investoren hätten mit einem höheren Bußgeldbescheid gerechnet. Das nun verhängte Bußgeld sei zwar sehr schmerzhaft, letztlich für das Unternehmen allerdings verkraftbar. VW fallen mit einem Minus von 0,5 Prozent etwa so stark wie der DAX.

Einziger DAX-Wert im Plus sind Infineon, die ihren Aufschwung mit einem Anstieg um 0,5 Prozent fortsetzen. Im TecDAX gewinnen United Internet 1,4 Prozent auf 57,66 Euro, nachdem Hauck & Aufhäuser das Kursziel auf 68 Euro erhöht hat.

Gerry Weber fallen nach einer Gewinnwarnung um 8,2 Prozent. Und Grenke reduzieren sich mit einer Kapitalerhöhung um 4,6 Prozent auf 101,60 Euro. Das Unternehmen besorgt sich bis zu 200 Millionen Euro in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren. Federführend sind dabei die Deutsche Bank und HSBC.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.460,91 -0,54 -18,65 -1,23
Stoxx-50 3.059,22 -0,63 -19,50 -3,73
DAX 12.814,58 -0,59 -76,00 -0,80
MDAX 26.713,89 -0,50 -134,95 1,96
TecDAX 2.894,99 -0,29 -8,39 14,47
SDAX 12.656,99 -0,62 -79,55 6,48
FTSE 7.655,18 -0,63 -48,53 0,21
CAC 5.416,62 -0,66 -36,10 1,96

Bund-Future 159,91 0,11 0,8

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:03 Mi, 17.20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1814 +0,18% 1,1806 1,1772 -1,7%
EUR/JPY 129,99 -0,04% 129,85 129,97 -3,9%
EUR/CHF 1,1625 +0,06% 1,1623 1,1600 -0,7%
EUR/GBP 0,8818 +0,01% 0,8812 1,1359 -0,8%
USD/JPY 110,03 -0,21% 110,04 110,40 -2,3%
GBP/USD 1,3397 +0,15% 1,3397 1,3372 -0,9%
Bitcoin
BTC/USD 6.513,81 +3,4% 6.509,87 6.477,48 -52,3%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 Jahre -0,61 -0,61 0,00
Deutschland 10 Jahre 0,49 0,48 0,06
USA 2 Jahre 2,56 2,56 0,67
USA 10 Jahre 2,95 2,97 0,54
Japan 2 Jahre -0,14 -0,14 0,00
Japan 10 Jahre 0,04 0,05 -0,01

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 66,62 66,64 -0,0% -0,02 +11,5%
Brent/ICE 76,38 76,74 -0,5% -0,36 +17,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.302,83 1.299,35 +0,3% +3,48 0%
Silber (Spot) 17,11 17,04 +0,4% +0,07 +1,0%
Platin (Spot) 903,80 905,00 -0,1% -1,20 -2,8%
Kupfer-Future 3,24 3,25 -0,4% -0,01 -2,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 14, 2018 03:24 ET ( 07:24 GMT)

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