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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Regierungskoalition in Italien am Ende

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Börsen setzt sich am Dienstagnachmittag eine leichtere Tendenz durch. Nach zwei Tagen mit kräftig erholten Kursen sprechen Händler nun von einem Rücksetzer bei dünnen Umsätzen. Der DAX fällt um 0,6 Prozent auf 11.641 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,7 Prozent auf 3.347 Punkte nach. Bis auf den Pharma-Index sind mittlerweile alle Sektorenindizes in der europäischen Stoxx-Welt ins Minus gerutscht. Besonders stark unter Druck stehen deutsche Immobilientitel.

Für den Immobiliensektor ist es kein guter Tag, denn laut einem Beschluss des Bundesverfassungserichts verstößt die Mietpreisbremse nicht gegen das Grundgesetz. Die Regelungen verstoßen demnach weder gegen die Eigentumsgarantie noch gegen die Vertragsfreiheit oder den allgemeinen Gleichheitssatz. Der Index der deutschen Immobilienaktien verliert darauf 1,4 Prozent. Unter den Einzelwerten fallen Vonovia um 2,5 Prozent, LEG Immobilien um 3,2 und Ado Properties um 0,6 Prozent.

Deutsche Wohnen geben um 3,4 Prozent nach. Vorbörslich hatte noch die Nachricht über den Verkauf eines Portfolios für etwa 615 Millionen Euro den Kurs gestützt.



Regierungskoaltion in Italien am Ende


Zur Schwäche neigt vor allem der italienische Aktienmarkt. Der FTSE-MIB fällt um 1,2 Prozent, und die Renditen der Anleihen steigen. Das drückt besonders auf die Kurse der Banken. Unicredit fallen um 2,9 Prozent und Intesa Sanpaolo um 1,4 Prozent. Ministerpräsident Giuseppe Conte hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede seinen Rücktritt angekündigt und das Ende der Regierungskoalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechtsradikaler Lega erklärt.

Unklar ist, wie es nun weitergeht. Schnelle Neuwahlen wie von Lega-Chef Salvini gefordert und erhofft oder die Bildung einer wie immer gearteten Übergangsregierung. Aus der Fünf-Sterne-Bewegung und von den oppositionellen Demokraten gibt es Signale, eine neue Regierung zu bilden.

Gesucht sind in diesem Umfeld als sichere Häfen Anleihen anderer europäischer Staaten, vor allem deutsche. Die Zehnjahresrendite sinkt deswegen von minus 0,65 auf minus 0,69 Prozent.



Auch sonst bleibt die Zinsperspektive bestimmendes Thema


Daneben rückt das Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole immer mehr in den Fokus der Marktteilnehmer. Am Freitag wird dort US-Notenbankchef Jerome Powell sprechen und Börsianer erhoffen sich Hinweise über den weiteren Zinskurs. Eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte im September wird am Zinsterminmarkt mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit eingepreist. Daneben beschäftigt die Anleger die Frage, ob es die Fed Notenbank bei einer Senkung belassen wird oder ein Zinssenkungszyklus eingeleitet wird.

US-Präsident Donald Trump hat unterdessen erneut eine Zinssenkung gefordert, und zwar gleich um 100 Basispunkte. Der US-Präsident hat zudem Jerome Powell einen "horrenden Mangel an Weitsicht" vorgeworfen.



Spekulation um nachgebessertes Gebot treibt Osram-Aktie


Osram reagieren mit einem Anstieg von 1,9 Prozent auf 35,29 Euro auf einen Bloomberg-Bericht, laut dem die Investoren Bain und Carlyle eine Erhöhung ihres Gebots von 35 Euro je Aktie in Erwägung ziehen. Neu ist die Spekulation nicht, sie ging bereits mit Bekanntwerden der Gegenofferte von AMS für Osram durch die Handelsräume. AMS bietet 38,50 Euro. AMS fallen um 1,8 Prozent.

BHP verlieren 2,5 Prozent nach Vorlage der Geschäftszahlen. Der Minenbetreiber hat im Geschäftsjahr 2018/19 so viel verdient wie zuletzt vor fünf Jahren und will die Aktionäre mit einer Rekorddividende von 1,33 US-Dollar bedenken. Einige Analysten hatten allerdings noch mehr erwartet, zum Beispiel eine Sonder-Dividende.

Lufthansa bleiben unter Druck und verlieren 2,4 Prozent. Die Stimmung für die Aktie bleibt angeschlagen. Überkapazitäten und ein schwieriger Heimatmarkt drücken. Daneben verlieren aber auch Ryanair, Easyjet und IAG ähnlich stark.



Bayer mit Verkauf der Tiergesundheitssparte nur leicht im Minus


Bayer können sich mit einem Minus von 0,2 Prozent knapp behaupten. Der Konzern hat den Verkauf der Sparte Tiergesundheit unter Dach und Fach gebracht. Wie der DAX-Konzern mitteilte, verkauft er den Bereich für 7,6 Milliarden US-Dollar an Elanco Animal Health. Das US-Unternehmen zahlt 5,3 Milliarden Dollar in bar und 2,3 Milliarden Dollar in eigenen Aktien. Der Verkauf war allgemein erwartet worden.

Nach besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen geht es für Datagroup um 0,2 Prozent nach oben und für Helma Eigenheimbau um 0,3 Prozent. GK Software notieren nach einer Kapitalerhöhung fast unverändert mit 66,80 Euro.



Pfund und Lira unter Druck


Am Devisenmarkt steht das Pfund unter Druck und fällt zu Euro wie Dollar zurück. Immer mehr Banken gehen in ihrem Hauptszenario nun davon aus, dass Großbritannien Ende Oktober ohne Folgeabkommen aus der EU ausscheiden wird. Mit anderen Worten: Ein harter Brexit wird als immer wahrscheinlicher angesehen. Komme es Ende Oktober tatsächlich zu einem "No-Deal-Brexit", könnte die britische Währung durchaus um weitere 10 Prozent abwerten, heißt es von der Commerzbank.

Verluste verzeichnet auch die türkische Lira. Sie war bereits am Vortag unter Druck geraten in Reaktion auf eine Lockerungsmaßnahme der türkischen Notenbank und verliert nun weiter an Boden. Dies sei die falsche Zeit für expansive Schritte, heißt es von der Commerzbank mit Blick auf die weiter zu hohe Inflation in dem Land. Die Notenbank in der Türkei steht unter starkem politischen Druck, denn Präsident Erdogan fordert immer wieder niedrigere zinsen. Vor wenigen Wochen hatte er deswegen den Notenbankchef ausgetauscht und kurz darauf auch leitende Mitarbeiter der Bank.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.347,38 -0,65 -21,81 11,53
Stoxx-50 3.080,77 -0,43 -13,35 11,62
DAX 11.641,26 -0,63 -74,11 10,25
MDAX 25.003,82 -0,68 -172,05 15,82
TecDAX 2.737,96 -0,51 -14,09 11,75
SDAX 10.464,33 -0,57 -60,23 10,04
FTSE 7.154,62 -0,49 -35,03 6,86
CAC 5.338,01 -0,62 -33,54 12,84

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,70 -0,05 -0,94
US-Zehnjahresrendite 1,54 -0,07 -1,14

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:15 Mo, 17:14 % YTD
EUR/USD 1,1075 -0,04% 1,1083 1,1097 -3,4%
EUR/JPY 117,73 -0,32% 118,02 118,18 -6,4%
EUR/CHF 1,0857 -0,16% 1,0866 1,0882 -3,6%
EUR/GBP 0,9157 +0,24% 0,9143 0,9143 +1,8%
USD/JPY 106,32 -0,26% 106,48 106,51 -3,0%
GBP/USD 1,2099 -0,23% 1,2122 1,2138 -5,2%
USD/CNY 7,061 +0,14% 7,0638 7,0498 +2,7%
Bitcoin
BTC/USD 10.654,25 -0,50% 10.770,75 10.680,75 +186,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 55,40 56,21 -1,4% -0,81 +15,8%
Brent/ICE 59,11 59,74 -1,1% -0,63 +6,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.506,86 1.495,30 +0,8% +11,56 +17,5%
Silber (Spot) 17,12 16,89 +1,4% +0,23 +10,5%
Platin (Spot) 848,18 852,15 -0,5% -3,97 +6,5%
Kupfer-Future 2,59 2,60 -0,6% -0,01 -2,2%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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August 20, 2019 10:12 ET ( 14:12 GMT)

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PKT -3,21
EURONEXT 100 1.098,69 +0,41%
PKT +4,53
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PKT -23,56
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