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MÄRKTE EUROPA/Leichtes Minus - Deutsche Post mit Gewinnwarnung

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Michael Denzin

FRANKFURT (Dow Jones)Nur leicht im Minus haben sich Europas Aktienmärkte am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Eine Welle schlechter Nachrichten wurden dabei gut weggesteckt. Technologiewerte litten zwar unter Berichten über reduzierte iPhone-Orders durch Apple, das nur leichte Minus der Apple-Aktie beruhigte aber etwas. Für Enttäuschung sorgten jedoch die deutsche Konjunktur und eine Gewinnwarnung der Deutschen Post. Der DAX fiel um 0,4 Prozent auf 12.767 Punkte, lag damit aber über 150 Punkte über dem Tagestief. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,4 Prozent nach auf 3.447 Punkte.

Auch der Beginn des G7-Treffens in Kanada dämpfte die Stimmung. Eine Annäherung zwischen den USA und den sechs anderen Staaten scheint immer unwahrscheinlicher. Eher sieht es nach einer Verhärtung der Fronten aus angesichts der einseitigen US-Handelspolitik und der Kündigung des Iran-Atomabkommens. Das Zerwürfnis könnte weltweit sichtbar werden, wenn es das erste Mal zu keiner gemeinsamen G-"7"-Abschlussserklärung kommen sollte - schließlich will der US-Präsident bereits am Samstagmorgen wieder abreisen.



Schwache Konjunktur-Signale - Autos unter Druck


Sorgen machten zudem erneut schwache Konjunkturdaten aus Deutschland. Nach den Auftragseingängen vom Vortag hat nun auch die Industrieproduktion enttäuscht. Sie sank im April um deutliche 1 Prozent zum Vormonat, obwohl mit einem Anstieg gerechnet wurde. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe, nannte dies eine herbe Schlappe. Auch in Frankreich ging die Produktion zurück.

Konjunkturwerte wie die Autos stellten daher die Hauptverlierer: Im DAX gaben BMW und Daimler um bis zu 1,1 und VW sogar um 2,2 Prozent nach. Hauptverlierer waren Fiat Chrysler mit 2,6 Prozent Minus, Renault fielen um 1,2 Prozent. Auch bei rohstoffnahen Werten wie Thyssenkrupp ging es um 2,2 Prozent tiefer. Bei den Finanzwerten fielen Commerzbank um 1,6 Prozent und Deutsche Bank um 0,7 Prozent. Druck gab es angesichts steigender Renditen auch wieder auf Italiens Institute, wo Unicredit und Ubi Banca bis zu 2,8 Prozent verloren.



Gewinnwarnung bei Deutscher Post


Eine überraschend deutliche Gewinnwarnung der Deutschen Post drückte die Aktien um 4,6 Prozent. Die Post rechnet dieses Jahr nur noch mit einem bereinigten EBIT von 3,2 Milliarden Euro nach zuvor 4,15 Milliarden Euro. Grund ist das schwache Brief/Paketgeschäft, die wichtigste Sparte des Konzerns.



Apple belastet - Infineon erfreut - Übernahmeangebot für Inmarsat


Aktien von Apple-Zulieferern standen unter Druck: Dialog Semiconductor fielen um 4,0 und AMS um 6,1 Prozent. Für Aixtron ging es 3,9 Prozent abwärts. Seit Wochen belasten Medienberichte über fallende Nachfrage nach dem iPhone. Nun meldete die japanische Nikkei Asian Review, dass Apple vergangenes Jahr noch für 100 Millionen neue iPhones bestellt hatte, für dieses Jahr aber 20 Prozent weniger erwartet.

Infineon ragten hingegen positiv hervor: Der Chip-Hersteller hat positive Aussagen zum Umsatzwachstum gemacht. Gleichzeitig werden daher weitere Investitionen angekündigt, die Gewinnmarge sollen diese aber nicht belasten. Die Aktien legten um 0,7 Prozent zu. Auch SAP stiegen nach ihrer erfolgreichen Sapphire-Konferenz in Florida um 0,8 Prozent zu. Einsamer Kursgewinner an der Spitze war Satelliten-Betreiber Inmarsat, die um 13,5 Prozent zulegten. Hier wurde bestätigt, ein Übernahmeangebot vom US-Konkurrenten Echostar erhalten zu haben.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.447,30 -0,36 -12,47 -1,62
Stoxx-50 3.057,97 -0,13 -4,01 -3,77
DAX 12.766,55 -0,35 -44,50 -1,17
MDAX 26.662,35 -0,14 -36,31 1,76
TecDAX 2.805,10 -0,37 -10,30 10,92
SDAX 12.598,34 0,30 37,54 5,99
FTSE 7.681,07 -0,30 -23,33 0,52
CAC 5.450,22 0,03 1,87 2,59

Bund-Future 160,40 0,21 0,74

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:42 Do, 17:33 % YTD
EUR/USD 1,1772 -0,21% 1,1782 1,1826 -2,0%
EUR/JPY 128,86 -0,45% 129,13 130,05 -4,7%
EUR/CHF 1,1608 +0,43% 1,1556 1,1610 -0,9%
EUR/GBP 0,8782 -0,11% 0,8777 1,1366 -1,2%
USD/JPY 109,47 -0,23% 109,59 109,96 -2,8%
GBP/USD 1,3404 -0,13% 1,3423 1,3443 -0,8%
Bitcoin
BTC/USD 7.593,26 -0,9% 7.641,39 7.685,30 -44,4%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 Jahre -0,67 -0,64 -0,06
Deutschland 10 Jahre 0,45 0,48 0,02
USA 2 Jahre 2,50 2,48 0,60
USA 10 Jahre 2,93 2,92 0,52
Japan 2 Jahre -0,13 -0,13 0,01
Japan 10 Jahre 0,04 0,05 -0,01

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 65,55 65,95 -0,6% -0,40 +9,7%
Brent/ICE 76,58 77,32 -1,0% -0,74 +18,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.298,44 1.297,13 +0,1% +1,31 -0,3%
Silber (Spot) 16,75 16,70 +0,3% +0,05 -1,1%
Platin (Spot) 904,10 900,00 +0,5% +4,10 -2,7%
Kupfer-Future 3,29 3,28 +0,5% +0,02 -1,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/ros

END) Dow Jones Newswires

June 08, 2018 12:05 ET ( 16:05 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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