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MÄRKTE EUROPA/Massiver Druck auf Aktien -DAX bricht unter 11.800

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Mit kräftigen globalen Kursverlusten sind die Aktienmärkte am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Wie oft befürchtet schlugen sich Verluste an Wall Street verstärkt in Europa und besonders im DAX nieder. Sorgen um stärkere Zinserhöhungen in den USA und Druck auf die Gewinnmargen, der Streit um den italienischen Schuldenhaushalt, der weiter schwelende Handelskonflikt USA/China, der nahende Brexit und nun auch noch Wachstumssorgen und Gewinnwarnungen prasselten auf die Märkte. "Nirgends leuchtet eine grüne Lampe", sagte ein Händler. Selbst Öl und Gold wurden verkauft.

Hoffnungen auf einen baldigen Stop der Kursverluste gibt es kaum: "Das sind keine Umschichtungen, das sind reine Verkäufe", sagte Thomas Altmann von QC Partners. Daher dürften noch tiefere Kursziele angesteuert werden. Vor allem Chipwerte brachen ein, Anleger flohen in sichere Häfen wie den Yen und Telekom-Aktien. Der DAX durchbrach dabei die 11.800er-Marke, die von Technischen Analysten als Auslöser einer sehr negativen Kopf-Schulter-Formation gesehen wird. Entsprechend hoch war der Aktienumsatz. Der DAX fiel 2,2 Prozent auf 11.713 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gab 1,7 Prozent nach auf 3.267 Punkte.



Inflationsdruck, Gewinnwarnungen und Konjunkturangst


Einen Auslöser machten Händler in den US-Erzeugerpreisen aus, die einen abermaligen Anstieg des Preisdrucks im September zeigten und damit die US-Börsen belasteten. Das annualisierte Plus von 2,6 Prozent liegt weit über dem Inflationsziel der Fed. Dazu kam es auch auf Unternehmensebene zu immer mehr Gewinnwarnungen, so im Chemiesektor von PPG Industries und Trinseo, die fast 17 Prozent einbrachen. BASF fielen um 2,2 Prozent, Linde um 3,5 Prozent und Covestro um 3,6 Prozent.

Das weckt Konjunktursorgen und zeigt, dass die Margen in die Mangel genommen werden", sagte ein Händler mit Verweis auf die Aktien der Containerreederei Hapag-Lloyd, deren Kurs um über 7 Prozent fiel. Deutlich im Minus lagen auch die Autowerte und andere konjunkturnahe Branchen mit Abgaben von bis zu 2 Prozent bei VW. Bei den Versorgern setzte sich die Talfahrt von RWE mit 3,2 Prozent Minus fort. Die Stoxx-Sektor-Indizes von Rohstoff- und Technologiewerten verbuchten Verluste von sogar um die 4 Prozent



Einbruch bei Technologiewerten - Zinsanstieg und nun auch Kurzarbeit


Im Chip- und Technologiesektor fielen STMicro, ASML und Dialog Semiconductor um bis zu 5,8 Prozent. Im DAX gaben Infineon um 4,4 Prozent nach. Neben den schwachen Vorgaben der Nasdaq und den deutlich gestiegenen Anleihezinsen litt auch dieser Sektor unter Hiobsbotschaften von Unternehmen. So meldete die schweizerische VAT Group, ein Hersteller von Vakuum-Bauteilen für die Halbleiterindustrie, Kurzarbeit an. VAT brachen über 10 Prozent ein und zogen Pfeiffer Vacuum fast 7 Prozent tiefer. Allerdings verzeichneten auch viele andere Titel im TecDAX deutliche Verluste: Unter anderem gaben Bechtle und Nemetschek bis zu knapp 8 Prozent nach. Wirecard im DAX brachen erneut um 14 Prozent ein, SAP verloren 4,9 Prozent.



Selbst Luxus nicht mehr gefragt - Nur noch Telekomwerte und Banken gesucht


Unter Druck stand nach einer Abstufung auf "Untergewichten" durch Morgan Stanley der Luxusgütersektor. Selbst die LVMH-Aktie brach über 7 Prozent ein, obwohl der Luxusgüterkonzern solide Umsatzzahlen gemeldet hatte. Beobachter bemängelten allerdings, LVMH habe Zweifel an der Konsumfreude der für die Branche so wichtigen chinesischen Käufer nicht ausräumen können. Kering verloren fast 10 Prozent, Burberry gut 8 Prozent und Hugo Boss 6,5 Prozent.

Gesucht war nur der Telekomsektor, der mit einem Plus von fast 2 Prozent mit großem Abstand die Liste der Branchengewinner anführte. "Das ist so ziemlich der einzige Sektor ohne Klagerisiko mit stabilen und mehr oder weniger konjunkturunabhängigen Gewinnen", sagte ein Händler. Altice legten um 4,6 Prozent zu, BT Group um 3,6 Prozent und Deutsche Telekom um 2,7 Prozent. Zumeist im Plus zeigte sich auch der Bankensektor, der von steigenden Zinsen profitiert.



. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.266,90 -54,89 -1,7% -6,8%
. Stoxx-50 2.983,13 -27,57 -0,9% -6,1%
. Stoxx-600 366,93 -6,00 -1,6% -5,7%
Frankfurt XETRA-DAX 11.712,50 -264,72 -2,2% -9,3%
London FTSE-100 London 7.159,08 -78,51 -1,1% -5,9%
Paris CAC-40 Paris 5.206,22 -112,33 -2,1% -2,0%
Amsterdam AEX Amsterdam 528,03 -8,91 -1,7% -3,0%
Athen ATHEX-20 Athen 1.639,40 -4,83 -0,3% -21,3%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.575,34 -77,78 -2,1% -10,1%
Budapest BUX Budapest 36.821,12 -288,12 -0,8% -6,5%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 4.058,80 -91,40 -2,2% +3,6%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 117.482,16 -2933,41 -2,4% -16,7%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 889,57 -17,85 -2,0% -13,2%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.148,80 -112,94 -2,2% -6,5%
Madrid IBEX-35 Madrid 9.162,90 -97,60 -1,1% -8,8%
Mailand FTSE-MIB Mailand 19.719,04 -343,21 -1,7% -9,2%
Moskau RTS Moskau 1.143,35 -16,12 -1,4% -1,0%
Oslo OBX Oslo 849,44 -7,85 -0,9% +14,4%
Prag PX Prag 1.097,17 +1,39 +0,1% +1,8%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.595,13 -29,36 -1,8% +1,2%
Warschau WIG-20 Warschau 2.197,34 -53,98 -2,4% -10,7%
Wien ATX Wien 3.252,83 -80,95 -2,4% -2,6%
Zürich SMI Zuerich 8.892,88 -71,23 -0,8% -5,2%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:52 Di, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1540 +0,40% 1,1506 1,1472 -4,0%
EUR/JPY 130,11 +0,23% 130,03 129,70 -3,8%
EUR/CHF 1,1438 +0,31% 1,1403 1,1400 -2,3%
EUR/GBP 0,8739 -0,07% 0,8735 0,8762 -1,7%
USD/JPY 112,72 -0,22% 113,01 113,06 +0,1%
GBP/USD 1,3207 +0,49% 1,3171 1,3093 -2,3%
Bitcoin
BTC/USD 6.561,41 -1,0% 6.550,30 6.616,85 -52,0%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 Jahre -0,54 -0,54 0,08
Deutschland 10 Jahre 0,55 0,55 0,12
USA 2 Jahre 2,88 2,88 0,99
USA 10 Jahre 3,22 3,21 0,81
Japan 2 Jahre -0,12 -0,12 0,02
Japan 10 Jahre 0,15 0,16 0,10

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 73,24 74,96 -2,3% -1,72 +25,5%
Brent/ICE 83,35 85,00 -1,9% -1,65 +31,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.189,57 1.189,75 -0,0% -0,18 -8,7%
Silber (Spot) 14,30 14,40 -0,7% -0,10 -15,5%
Platin (Spot) 823,40 826,00 -0,3% -2,60 -11,4%
Kupfer-Future 2,79 2,81 -0,7% -0,02 -16,8%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/cln

END) Dow Jones Newswires

October 10, 2018 12:15 ET ( 16:15 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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