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MÄRKTE EUROPA/Nachzügler gesucht - DAX künftig mit 40 Werten

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag mit einer festen Tendenz gezeigt. Der DAX stieg um 1,3 Prozent auf 13.292 Punkte und markierte den höchsten Schlussstand seit dem 21. Februar. Der Euro-Stoxx-50 legte um 1,3 Prozent auf 3.508 Punkte zu. Gestützt wurde die Stimmung von der Aussicht auf eine schnelle Verfügbarkeit der Impfstoffe und von der Ankündigung einer geregelten Amtsübergabe durch US-Präsident Donald Trump an Joe Biden. Ebenfalls positiv kam an, dass Biden die ehemalige US-Notenbankchefin Janet Yellen zur neuen Finanzministerin machen will. Großes Thema am Markt war aber auch die Index-Reform der Deutschen Börse. Sie betrifft unter anderem den DAX, der ab September kommenden Jahres 40 statt 30 Werte umfassen wird.

Das Umfeld hat sich weiter aufgehellt", sagte ein Händler. Im DAX bahne sich eine weitere Attacke auf die Widerstandszone um 13.300 Punkte an. Am Montag war ein entsprechender Versuch noch gescheitert. Sollte der DAX über 13.317 Punkte steigen, sei ein Anstieg Richtung 13.470 Punkte und darüber hinaus an die Rekordmarke bei knapp 13.800 Punkten drin. Anlass zum Optimismus gebe auch der SDAX, der bereits auf Rekordkurs liegt.

Am Markt setzte sich die Rotation in zyklische Sektoren fort und dabei besonders in Nachzügler wie die Ölaktien, die noch stark unter ihren Höchstständen liegen. Öl-Aktien führten vor den Papieren der Banken und den Rohstoffwerten die Gewinnerliste an, dahinter verzeichneten auch Autotitel sowie die Titel der Reise- und Freizeit-Branche noch deutliche Gewinne. Die Anleger setzten auf eine Normalisierung des Lebens und der Wirtschaft im kommenden Jahr, was auch mit einer höheren Mobilität der Menschen verbunden sein dürfte. Im Autosektor gewannen Daimler 3,5 Prozent, BMW 3,8 Prozent und VW 3,9 Prozent, Continental zogen um 6,3 Prozent an. Im Reisesektor stiegen Lufthansa um 7,1 Prozent, Air France-KLM um 11,1 Prozent und Tui um 15,4 Prozent. Dafür wurden unter anderem defensive Immobilienaktien gemieden: Vonovia verloren 2,4 Prozent und Deutsche Wohnen 2,2 Prozent.


DAX zukünftig mit 40 Werten

Nachdem vieles bereits darauf hindeutete, ist es nun offiziell: Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn auf dann 40 Werte erweitert. Damit wird er künftig etwa 82 Prozent des deutschen Gesamtmarkts abbilden statt wie bisher etwa 75 Prozent. Leidtragender ist der MDAX, der um 10 auf 50 Werte verkleinert wird. Bereits ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Bei den Auf- und Absteigern geht es künftig nur noch um die Größe, die Tabelle zum Aktienumsatz an der Börse wird abgeschafft. Stattdessen wird nur noch eine Mindestliquidität gefordert.

Die DZ Bank stellte vor allem die höheren Transparenz-Anforderungen an die DAX-Mitglieder als positiv heraus. Sie verwies darauf, dass ab März 2021 alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlicht werden müssen. Ein Verstoß dagegen führt laut dem neuen Regelwerk nach einer Warnfrist von 30 Tagen zum Index-Ausschluss.

Die Privatbank Merck Finck begrüßte es, dass der DAX künftig zwei Mal pro Jahr überprüft wird, und zwar im März und im September statt wie bisher lediglich im September. "Eine DAX-Reform war spätestens seit dem Wirecard-Skandal überfällig", sagte Marc Decker, Head of Asset Management des Hauses.

Als mögliche Aufsteiger kommen nach dem aktuellen Stand Airbus, Zalando, Symrise, Sartorius, Siemens Energy, Brenntag, Qiagen, Hannover Rück, Siemens Healthineers und LEG Immobilien in Frage. Allerdings raten Marktstrategen davon ab, bereits jetzt auf mögliche Aufsteiger zu setzen, da sich bis zum kommenden September noch vieles verschieben kann.


Deutz verschiebt Mittelfristziele - Aktie im Minus

Aber auch die Berichtssaison hatte noch Überraschungen parat. Der Motorenhersteller Deutz hat gewarnt, dass die Mittelfristziele für 2022 wohl erst 2023/24 erreicht werden. Die Erholung der Nachfrage dauere länger als ursprünglich erwartet, so Deutz. Im Handel wurde die Verschiebung als Gewinnwarnung gewertet, für den Wert ging es um 10 Prozent nach unten.

Für die Aktie von Sixt ging es dagegen um 3,7 Prozent rauf auf 96,35 Euro. Hier setzte sich die Meinung des Jefferies-Analysten durch, der nach den Zahlen das Kursziel auf 105 Euro nach oben genommen hat. Er stufte die Zahlen zum dritten Quartal als solide ein. Sixt erwartet 2020 einen operativen Konzernumsatz von 1,5 Milliarden Euro, vor Steuern rechnet der Konzern mit einem Verlust von 70 bis 95 Millionen Euro im fortgeführten Geschäft.

Nach einem positiv aufgenommenen Zwischenbericht gewannen CRH 5,4 Prozent. Jefferies sprach von einem beruhigenden Update. Die bereinigten Neunmonatsumsätze seien etwas schwächer als erwartet ausgefallen, das EBITDA habe den Prognosen entsprochen. Positiv wurde der Ausblick aufgenommen: CRH strebt ein EBITDA für das Gesamtjahr von mehr als 4,4 Milliarden Dollar an. Jefferies geht bislang von 4,3 Milliarden aus. Auch soll die Nettoverschuldung mit 6 Milliarden Dollar unter der Schätzung von 6,3 Milliarden liegen.

Enel rückten mit ihrem Strategie-Update um 4,2 Prozent vor. Dieses ist laut Equita über den Erwartungen ausgefallen. Die Analysten verwiesen auf die geplante Dividende je Aktie 2021 von 43 Cent. Dies entspreche einer Dividendenrendite von 5,2 Prozent bei zugleich hoher Visibilität. Die Analysten rechnen mit einem langfristigem Wachstum bei dem Versorger.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.507,98 +44,94 +1,3% -6,3%
Stoxx-50 3.085,70 +27,35 +0,9% -9,3%
Stoxx-600 392,39 +3,55 +0,9% -5,6%
XETRA-DAX 13.292,44 +165,47 +1,3% +0,3%
FTSE-100 London 6.432,17 +98,33 +1,6% -16,0%
CAC-40 Paris 5.558,42 +66,27 +1,2% -7,0%
AEX Amsterdam 607,46 +6,09 +1,0% +0,5%
ATHEX-20 Athen 1.667,52 +10,10 +0,6% -27,4%
BEL-20 Brüssel 3.724,22 +110,08 +3,0% -5,9%
BUX Budapest 39.046,50 +727,44 +1,9% -15,3%
OMXH-25 Helsinki 4.560,37 +53,56 +1,2% +8,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 1.462,82 +2,18 +0,1% +5,4%
OMXC-20 Kopenhagen 1.372,09 -23,55 -1,7% +20,8%
PSI 20 Lissabon 4.449,39 +121,63 +2,7% -12,3%
IBEX-35 Madrid 8.143,20 +162,00 +2,0% -14,7%
FTSE-MIB Mailand 22.147,21 +445,42 +2,1% -7,7%
RTS Moskau 1.287,12 +30,31 +2,4% -16,9%
OBX Oslo 829,49 +20,27 +2,5% -1,6%
PX Prag 956,13 +0,91 +0,1% -14,3%
OMXS-30 Stockholm 1.938,14 +16,37 +0,9% +9,4%
WIG-20 Warschau 1.859,42 +27,38 +1,5% -13,5%
ATX Wien 2.570,40 +44,01 +1,7% -19,9%
SMI Zürich 10.491,59 +27,19 +0,3% -1,2%

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:18 Uhr Do, 17:22 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1874 +0,29% 1,1852 1,1841 +5,9%
EUR/JPY 124,23 +0,42% 123,79 122,99 +1,9%
EUR/CHF 1,0833 +0,27% 1,0805 1,0798 -0,2%
EUR/GBP 0,8895 +0,10% 0,8884 0,8952 +5,1%
USD/JPY 104,62 +0,12% 104,45 103,88 -3,8%
GBP/USD 1,3348 +0,20% 1,3341 1,3225 +0,7%
USD/CNH (Offshore) 6,5846 +0,04% 6,5790 6,5764 -5,5%
Bitcoin
BTC/USD 19.332,00 +4,89% 18.427,50 17.993,51 +168,1%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 44,94 43,06 +4,4% 1,88 -19,8%
Brent/ICE 47,74 46,06 +3,6% 1,68 -22,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.803,12 1.838,30 -1,9% -35,19 +18,8%
Silber (Spot) 23,17 23,63 -1,9% -0,45 +29,8%
Platin (Spot) 954,50 930,00 +2,6% +24,50 -1,1%
Kupfer-Future 3,30 3,26 +1,2% +0,04 +16,7%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

END) Dow Jones Newswires

November 24, 2020 12:08 ET ( 17:08 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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