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MÄRKTE EUROPA/Rücksetzer vor Fed-Entscheid - Prosieben brechen ein

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)Nach einem freundlichen Start haben die Aktienmärkte in Europa knapp im Minus geschlossen. Erneut nutzten die Anleger die höheren Kurse, um ihr Risiko zu senken. Die Zwischenwahlen in den USA haben die Investoren bereits abgehakt, nun wird auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend gewartet. Nach zuletzt drei Zinserhöhungen in diesem Jahr wird aber erst im Dezember mit einer weiteren Anhebung gerechnet.

Im Blick stand vor allem die Saison der Unternehmensbilanzen mit einer wahren Zahlenflut. Prominentes Opfer war die Aktie von Prosieben, die in der Spitze knapp 18 Prozent an Wert verlor auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren notierte. Der DAX verlor 0,4 Prozent auf 11.527 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss 0,3 Prozent im Minus bei 3.238 Punkten.



Prosieben der Verlierer des Tages


Das kräftigste Minus an der Börse verzeichneten die Aktien von Prosieben, die um 14 Prozent einbrachen. Der Medienkonzern verzeichnete einen Umsatzrückgang. Bei Liberum gehen die Analysten nun von einem "dramatischen Schnitt" bei den Schätzungen aus. Allein aus dem Strategie-Update des TV-Senders lasse sich eine Gewinnsenkung für 2019 von rund 20 Prozent ableiten. Zudem dürfte die Dividende fallen. RTL sanken im Sog um 7,5 Prozent, obwohl hier die Geschäftszahlen die Erwartungen in etwa erfüllt haben. In Italien gaben Mediaset um 3,6 Prozent nach.

Im DAX legten Heidelbergcement um 0,7 Prozent zu. Der Baustoffkonzern hat zwar die Gewinnerwartungen nicht erfüllt, aber höhere Preise durchgesetzt. Das schürt die Hoffnung auf bessere Zeiten, nachdem der Kurs in diesem Jahr stark an Boden verloren hat.



Commerzbank und SocGen stark - Unicredit leiden unter Türkei


Im MDAX gewannen Commerzbank 5,4 Prozent. Wichtige Kennziffern stellten sich für das dritte Quartal laut der UBS besser dar als erwartet. Die Nettozinseinnahmen haben positiv überrascht und konnten die geringer als erwartet ausgefallenen Einnahmen auf der Handelsseite mehr als kompensieren.

Positiv wurden auch die Geschäftszahlen der Societe Generale aufgenommen, die Aktie schloss 2,1 Prozent im Plus. Der Nettogewinn habe die Erwartungen deutlich übertroffen, hieß es. Die harte Kernkapitalquote von 11,2 Prozent habe die Prognosen erfüllt. Unicredit verloren dagegen mit hohen Abschreibungen auf eine Bankbeteiligung in der Türkei 3,8 Prozent.



Deutsche Telekom mit gutem Cashflow - Siemens erhöht Dividende


Einen Tick besser als erwartet fielen die Geschäftszahlen der Deutschen Telekom aus. Der Konzern hat die Gewinnzielsetzung erneut erhöht. Der Cashflow habe zugenommen, womit auch die Dividende mehr als gesichert sei. Die T-Aktie schloss 0,1 Prozent im Minus.

Bei Siemens ragte das Industriegeschäft positiv heraus. Es hat deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Siemens erhöhte wie erwartet die Dividende auf 3,80 Euro je Aktie. Der Kurs wurde zudem vom neuen Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Euro gestützt. Die Papiere stiegen um 0,8 Prozent.

In London zogen Astrazeneca um 4,0 Prozent an. Der Pharmakonzern hat die Gewinnerwartungen übertroffen und den Ausblick bestätigt. Nach jüngst überzeugenden Quartalszahlen hat Tod's im 3. Quartal enttäuscht. Während der Umsatz von 706 Millionen Euro im Rahmen der Erwartung liegt fielen die Ergebnisse leicht schlechter als erwartet aus, so die Deutsche Bank. Die Aktie verlor in Mailand knapp 11 Prozent.



VW und Daimler zahlen Hardware-Nachrüstungen


Die Autohersteller Volkswagen (minus 2,4 Prozent) und Daimler (minus 1,9 Prozent) haben letztendlich dem nachträglichen Einbau von Harnstoffkatalysatoren in Modelle der Abgasklasse Euro 5 bis zu 3.000 Euro zugestimmt. BMW (minus 0,5 Prozent) lehnt die Nachrüstungen bisher weiter ab. Die Einigung gilt nur für die 15 Städte mit der höchsten Stickoxidbelastung und deren angrenzende Landkreise. Continental verloren nach Zahlen 2,8 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf den Ausblick, der die Risiken betont.

Bei Heidelberger Druck gehört es schon fast zur Tradition, dass das Unternehmen die Umsätze nicht auf die Straße bringen kann. So sieht es auch im zweiten Quartal aus. So sprachen die Analysten von Baader von einem guten Ordereingang, moderat höheren Umsätzen und einem etwas schwächeren bereinigten EBITDA. Einige Investoren scheinen nun die Geduld zu verlieren, die Aktie schloss 10,3 Prozent leichter.



. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.237,60 -8,56 -0,3% -7,6%
. Stoxx-50 2.981,60 +7,12 +0,2% -6,2%
. Stoxx-600 367,08 +0,69 +0,2% -5,7%
Frankfurt XETRA-DAX 11.527,32 -51,78 -0,4% -10,8%
London FTSE-100 London 7.140,68 +23,40 +0,3% -7,4%
Paris CAC-40 Paris 5.131,45 -6,49 -0,1% -3,4%
Amsterdam AEX Amsterdam 528,48 -0,08 -0,0% -3,0%
Athen ATHEX-20 Athen 1.692,54 +11,59 +0,7% -18,8%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.552,23 -9,63 -0,3% -10,7%
Budapest BUX Budapest 38.713,45 +515,45 +1,3% -1,7%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 4.037,89 +8,68 +0,2% +3,1%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 116.832,12 -2807,87 -2,3% -17,1%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 936,20 +8,50 +0,9% -8,6%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.015,33 +5,38 +0,1% -6,8%
Madrid IBEX-35 Madrid 9.177,00 +9,10 +0,1% -8,6%
Mailand FTSE-MIB Mailand 19.429,14 -111,80 -0,6% -10,6%
Moskau RTS Moskau 1.155,27 -9,00 -0,8% +0,1%
Oslo OBX Oslo 824,60 -2,45 -0,3% +11,0%
Prag PX Prag 1.085,95 +10,16 +0,9% +0,7%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.536,79 -1,89 -0,1% -2,6%
Warschau WIG-20 Warschau 2.262,84 -13,81 -0,6% -8,1%
Wien ATX Wien 3.223,61 +20,08 +0,6% -6,4%
Zürich SMI Zuerich 9.094,90 +44,37 +0,5% -3,1%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:01 Uhr Mi, 17.02 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1416 -0,14% 1,1433 1,1467 -5,0%
EUR/JPY 129,98 +0,17% 129,91 130,00 -3,9%
EUR/CHF 1,1449 -0,04% 1,1454 1,1466 -2,2%
EUR/GBP 0,8702 -0,05% 0,8711 0,8731 -2,1%
USD/JPY 113,88 +0,32% 113,59 113,36 +1,1%
GBP/USD 1,3117 -0,11% 1,3130 1,3134 -2,9%
Bitcoin
BTC/USD 6.454,30 -1,1% 6.489,96 6.519,01 -52,7%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 J. -0,58 -0,59 0,03
Deutschland 10 J. 0,46 0,45 0,03
USA 2 Jahre 2,96 2,95 1,07
USA 10 Jahre 3,23 3,24 0,82
Japan 2 Jahre -0,14 -0,13 0,00
Japan 10 Jahre 0,12 0,12 0,07

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 61,11 61,67 -0,9% -0,56 +5,2%
Brent/ICE 71,23 72,07 -1,2% -0,84 +12,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.224,04 1.224,80 -0,1% -0,76 -6,1%
Silber (Spot) 14,44 14,58 -0,9% -0,14 -14,7%
Platin (Spot) 867,75 873,50 -0,7% -5,75 -6,6%
Kupfer-Future 2,73 2,75 -0,8% -0,02 -18,5%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/ros

END) Dow Jones Newswires

November 08, 2018 12:12 ET ( 17:12 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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