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MÄRKTE EUROPA/Steigende Zinsen lösen Gewinnmitnahmen aus

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)Gewinnmitnahmen belasten die Börsen in Europa zur Wochenmitte. Die seit dem Jahresbeginn gesehene Aufwärtsbewegung hatte dem DAX zum Beispiel ein Plus von 600 Punkten beschert. Diese Plus wird nun von vielen als "zu schnell und zuviel" eingestuft, so dass einige Investoren erst einmal Kasse machen.

Aber auch die Entwicklung auf der Zinsseite lässt aufhorchen. Ausgehend von Japan sind die Renditen am längeren Ende zuletzt deutlich gestiegen. Einige Akteure spekulieren, die Bank of Japan bereite eine geldpolitische Straffung noch in diesem Jahr vor. Zudem gibt es Berichte, dass das chinesische Finanzministerium die US-Staatsanleihen momentan als weniger attraktiv einstuft. Dies trifft mit einem Zeitpunkt zusammen, an dem sich die Kurse der US-Staatsanleihen bereits im Fallen befinden.

Die Entwicklung bei den Anleihen sorgt dafür, dass der Yen zum Dollar weiter kontinuierlich zulegt. Gleichzeitig schwächelt der Dollar auch zum Euro. Die Gemeinschaftswährung handelt knapp unter 1,20 Dollar. Alles in allem keine guten Nachrichten für den Aktienmarkt. Der DAX verliert 1 Prozent auf 13.247 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt 0,6 Prozent auf 3.603 Zähler nach.



Politik der Bank of Japan unterschiedlich gewertet


Japans Notenbank kaufte am Dienstag 5 Prozent weniger lang laufende Anleihen zurück als erwartet. Sowohl die japanischen Renditen wie auch der Yen legen seitdem zu. "Die Notenbanken weltweit bereiten sich auf einen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik vor", heißt es an der Börse. Gestützt wird dies von exzellenten Konjunkturdaten weltweit.

Allerdings gibt es auch andere Stimmen: "Ob die Maßnahme der Bank of Japan, weniger am langen Ende zu kaufen, tatsächlich als Einstieg zum Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik zu werten ist und damit auf andere Rentenmärkte abstrahlt, darf zum aktuellen Zeitpunkt bezweifelt werden", sagt Dirk Gojny von der Essener Nationalbank. Er verweist stattdessen auf hohe Anleiheemissionen, die erst einmal verdaut werden müssten.

Die Commerzbank betont, dass das Inflationsziel der BoJ noch "meilenweit" entfernt sei von der aktuellen Teuerung und dass die Notenbank auch schon mehrfach angegeben habe, hin und wieder weniger Anleihen zu kaufen beim Einhalten ihres Renditeziels.



Anleihe-Guru Bill Gross ruft Bärenmarkt aus


Für den Anleiheexperten Bill Gross sind die US-Treasurys in einen Bärenmarkt hineingelaufen. Der aktuelle Ausverkauf bei US-Staatsanleihen habe die Renditen über wichtige technische Hürden getrieben. Gross, auch als "Anleihe-Guru" bekannt, ist Rentenfondsmanager bei Janus Henderson. In einem Tweet wies er darauf hin, dass die Renditen sowohl der fünf- wie der zehnjährigen Treasurys über die langfristige 25-jährige Trendlinie geschossen sind. Bereits vergangenen Oktober hatte Gross angekündigt, dass ein nachhaltiger Anstieg der Zehnjahres-Rendite über 2,40 Prozent und damit ein Ausbruch über eine entscheidende Marke den lange erwarten Aufschwung bei den Renditen erbringen könnte.

Vom dem globalen Zinsanstieg gestützt werden auf der Aktienseite die Titel der Banken. Ihr europäischer Stoxx-Sektorindex steigt gegen den Trend um 1,8 Prozent. Weil die längeren Zinsen schneller steigen als die kurzen, nehmen die Zinsmargen zu. Deutsche Bank ziehen um 2,1 Prozent an und Commerzbank um 4,6 Prozent, in Großbritannien steigen HSBC um 3,2 Prozent und Royal Bank of Scotland um 4,3 Prozent.



Gewinnmitnahmen auch bei Continental


Gewinnmitnahmen gibt es unter anderem bei Continental, die Aktie gibt um 3,4 Prozent nach. Die am Vorabend gemeldeten Vorabzahlen für 2017 seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, der Ausblick wird von Analysten als konservativ eingestuft. Zu den von Continental bestätigten Spekulationen, eine Aufspaltung zu prüfen, heißt es bei den Analysten von Evercore ISI: Im günstigen Fall würde eine Aufspaltung wohl dazu führen, dass die Reifensparte höher bewertet würde, allerdings hätten Investoren dies nun bereits in den Aktienkurs eingepreist.

Die Aktie des schwedischen Mobilfunkanbieters Tele2 gehört mit einem Minus von 6,5 Prozent zu den großen Verlierern des Tages. Skeptisch wird an der Börse der Kauf des TV- und Breitbandanbieters Com Hem gewertet. "Die Synergien sind kleiner als bei vergleichbaren Transaktionen in ganz Europa", sagt Robert Slorach, Analyst bei Handelsbanken. Zudem werde es drei Jahre dauern, bis der Großteil der Einsparungen sichtbar werde.

Ein Wechsel im Management habe zudem die Investoren erschreckt. Tele2-CEO Allison Kirkby, der in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet habe, trete nach Abschluss der Transaktion zurück. Slorach ist zudem skeptisch, was die Zukunft der TV-Geschäfte angehe. Die ebenfalls gelisteten Com Hem steigen um 4,9 Prozent.

Versorger stehen unter Druck. Als Dividendenwerte werden die Aktien des Sektors als einige der Hauptverlierer der aktuell deutlich steigenden Zinsen gesehen. Der Stoxx-600-Sektor-Index verliert 1,3 Prozent. Suez fallen um 2,4 Prozent, Drax um 2,3 Prozent und Enel um 1,8 Prozent. Der Kurseinbruch von 4,5 Prozent bei Veolia Environnement ist dagegen einer Abstufung durch Goldman Sachs auf "Neutral" nach "Kaufen" geschuldet. Händler sehen darin nur Gewinnmitnahmen nach einer Rally, die die Aktie fast auf ein Neunjahreshoch getrieben hatte.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.602,98 -0,55 -19,89 2,83
Stoxx-50 3.237,64 -0,48 -15,73 1,88
DAX 13.246,89 -1,04 -138,70 2,55
MDAX 26.916,13 -0,77 -209,48 2,73
TecDAX 2.637,97 -1,79 -48,19 4,31
SDAX 12.337,01 -0,36 -44,62 3,79
FTSE 7.741,90 0,14 10,88 n.def.
CAC 5.494,72 -0,53 -29,22 3,43

Bund-Future 161,17 -0,03 -0,38

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:44 Di. 17:10 % YTD
EUR/USD 1,1996 +0,50% 1,1936 1,1924 -0,2%
EUR/JPY 133,56 +0,00% 133,56 134,15 -1,3%
EUR/CHF 1,1705 -0,19% 1,1727 1,1720 -0,1%
EUR/GBP 0,8869 +0,42% 0,8831 1,1338 -0,2%
USD/JPY 111,34 -0,48% 111,88 112,53 -1,2%
GBP/USD 1,3525 +0,07% 1,3516 1,3518 +0,1%
Bitcoin
BTC/USD 13.943,48 -3,72% 14.182,05 14.794,56 -2,93

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 63,37 62,96 +0,7% 0,41 +4,9%
Brent/ICE 69,02 68,82 +0,3% 0,20 +3,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.320,29 1.313,00 +0,6% +7,29 +1,3%
Silber (Spot) 17,06 16,97 +0,6% +0,09 +0,8%
Platin (Spot) 972,95 967,00 +0,6% +5,95 +4,7%
Kupfer-Future 3,24 3,20 +1,1% +0,03 -1,6%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/cln

END) Dow Jones Newswires

January 10, 2018 10:14 ET ( 15:14 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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EUR -0,08
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EUR +0,05
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EUR +0,08
HSBC HLDGS PLC DL-,50 7,26 +0,01%
EUR +0,00
VEOLIA ENVIRONNE. EO 5 16,59 -0,63%
EUR -0,11
AEX 513,21 -0,97%
PKT -5,02
EURONEXT 100 986,53 -0,23%
PKT -2,24
PSI 20 4.999,36 -0,15%
PKT -7,44
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PKT -45,47
SMI® PR 8.610,00 -0,52%
PKT -45,00
FTSE100 6.975,18 -0,51%
PKT -36,05
L/E-DAX 11.485,26 -0,10%
PKT -11,59
L/E-MDAX 23.851,35 -0,05%
PKT -12,65
L/E-SDAX 10.902,27 +0,18%
PKT +19,30
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PKT +2,04
TecDAX ® 2.584,97 +1,47%
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PRIME ALL SHARE PERF. 4.721,09 +0,10%
PKT +4,50
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PKT ±0,00
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