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MÄRKTE EUROPA/Talfahrt geht weiter - Euro-Stoxx-50 auf Zweijahrestief

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones)Rote Vorzeichen, wohin das Auge auch sieht. Quer Beet haben sich am Donnerstag Anleger von ihren Aktien getrennt. Regelrechte Verkaufswellen waren in einigen Werten zu beobachten. Die Gegenwehr, in diesem Falle Kauforders, waren eher überschaubar. Am Nachmittag belastete dann zudem die erneut schwache Eröffnung an der Wall Street. Der DAX verlor 3,5 Prozent auf 10.811 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gab um 3,3 Prozent auf 3.046 Punkte nach. Dass die Indizes nahe ihrer Tagestief schlossen, ist kein gutes Zeichen.

Belastungsfaktor ist weiter der Handelsstreit zwischen den USA und China. Neu ist hier die Verhaftung von Meng Wanzhou, Finanzvorstand von Huawei und Tochter des Firmengründers des seit kurzem zweitgrößten Smartphone-Herstellers der Welt. "Die Chinesen werden diese Verhaftung als neue Provokation werten", sagte Thomas Altmann von QC Partners. Auch andere Marktteilnehmer fürchten nun wieder eine Eskalation des Handelskonflikts. Aber auch die Unsicherheit über den anstehenden Brexit, der 2019er Haushalt von Italien und die massiven Proteste und Ausschreitungen in Frankreich halten die Anleger momentan davon zurück, ihr Geld an den Börsen in Europa zu investieren.

Auch der Ölpreis baute seine Verluste wieder deutlicher aus. Hintergrund ist die Sorge, dass sich die Opec nicht zu einer aggressiven Förderkürzung durchringen kann. Ein Barrel der Sorte Brent fällt aktuell um 3,0 Prozent auf 59,72 Dollar, der Sektor der europäischen Öl-Werte schloss 3,7 Prozent im Minus.

Der Anleihenmarkt profitierte von seinem Ruf als sicherer Hafen, dort stiegen die Kurse. Die deutsche Zehnjahresrendite liegt mit 0,23 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit April 2017. Aber auch Gold profitiert von der gestiegenen Risikoaversion der Anleger, der Preis für die Feinunze kletterte um 0,3 Prozent auf 1.241 Dollar.



Daimler an der Spitze der DAX-Verlierer


Die Aktie von Daimler fiel um 6,2 Prozent. Das Gewinnpotenzial - egal, ob kurz-, mittel- oder langfristig - sei unsicher und eine anhaltende Belastung, hieß es von Warburg. Für die Autosparte Mercedes Benz werde auch 2019 aller Voraussicht nach ziemlich schwierig bleiben. Zudem verhagelt die Verzögerung beim gemeinsamen Mobilitätsunternehmen mit BMW der Daimler-Finanzsparte das Ergebnis. Auch Covestro standen mit einem Minus von 5,6 Prozent weit oben auf der Verliererseite, zusätzlich belastet von einer Abstufung der Aktie durch die UBS.

Mit 7,67 Euro notierte die Aktie der Deutschen Bank auf einem neuen Rekordtief. Im Handel wird darauf verwiesen, dass die Prämien am Markt für Kreditausfallversicherungen jüngst deutlich angezogen sind. Die Aktie verlor schließlich 4,4 Prozent auf 7,69 Euro.



Vonovia nach Zahlen im Plus


Die Aktie des Immobilienkonzerns Vonovia schloss nach Neunmonatszahlen 1,3 Prozent im Plus. Den Analysten von Jefferies zufolge hat der Nettovermögenswert aufgrund höherer Immobilienbewertungen ihre Schätzung übertroffen. Das Immobilienunternehmen habe seinen Ergebnisausblick für 2018 bestätigt, wobei die Dividende je Aktie über der Prognose der Analysten liege.

SGL Carbon brachen um 19,4 Prozent ein, nachdem das Unternehmen verkündete, dass weiterer Investitionen das Erreichen des Rendite-Ziels zeitlich nach hinten schieben.



DAX-Familie rotiert in MDAX und SDAX


Einen Fauxpass leistete sich der Index-Betreiber Deutschen Börse. Nachdem am Mittwochabend die Index-Änderungen bekannt gegeben wurden, schickte die Börse am Donnerstagmittag eine Korrektur. "So etwas habe ich noch nie erlebt", so ein Marktteilnehmer. Hier nun die neuesten Änderungen in der DAX-Familie: Die Aktie von Carl Zeiss Meditec steigt in den MDAX auf. Den Platz freimachen muss dafür CTS Eventim, die in den SDAX absteigen. Außerdem kommen die Aktien von Knorr-Bremse in den SDAX, hier muss die Aktie von Baywa weichen.



. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.045,94 -104,33 -3,3% -13,1%
. Stoxx-50 2.806,96 -92,44 -3,2% -11,7%
. Stoxx-600 343,31 -10,96 -3,1% -11,8%
Frankfurt XETRA-DAX 10.810,98 -389,26 -3,5% -16,3%
London FTSE-100 London 6.704,05 -217,79 -3,1% -10,0%
Paris CAC-40 Paris 4.780,46 -163,90 -3,3% -10,0%
Amsterdam AEX Amsterdam 498,92 -17,11 -3,3% -8,4%
Athen ATHEX-20 Athen 1.705,11 -15,85 -0,9% -18,2%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.324,80 -117,76 -3,4% -16,4%
Budapest BUX Budapest 39.747,13 -923,31 -2,3% +0,9%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 0,00 0,00 0,0% -3,5%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 115.692,58 -1501,34 -1,3% -18,0%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 910,70 -18,23 -2,0% -11,1%
Lissabon PSI 20 Lissabon 4.921,15 -103,46 -2,1% -10,6%
Madrid IBEX-35 Madrid 8.764,50 -247,70 -2,7% -12,7%
Mailand FTSE-MIB Mailand 18.643,83 -684,87 -3,5% -11,6%
Moskau RTS Moskau 1.134,07 -18,93 -1,6% -1,8%
Oslo OBX Oslo 764,60 -28,04 -3,5% +2,9%
Prag PX Prag 1.038,59 -12,41 -1,2% -3,7%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.436,66 -42,29 -2,9% -8,9%
Warschau WIG-20 Warschau 2.294,34 -60,20 -2,6% -6,8%
Wien ATX Wien 2.917,15 -99,03 -3,3% -11,7%
Zürich SMI Zuerich 8.660,03 -279,93 -3,1% -7,7%

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:16 Mi, 18:01 % YTD
EUR/USD 1,1376 +0,25% 1,1332 1,1350 -5,3%
EUR/JPY 127,93 -0,37% 128,07 128,39 -5,4%
EUR/CHF 1,1292 -0,24% 1,1304 1,1324 -3,6%
EUR/GBP 0,8904 -0,07% 0,8913 0,8904 +0,2%
USD/JPY 112,46 -0,61% 113,03 113,11 -0,2%
GBP/USD 1,2776 +0,32% 1,2713 1,2747 -5,5%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 J. -0,64 -0,61 -0,02
Deutschland 10 J. 0,24 0,27 -0,20
USA 2 Jahre 2,73 2,82 0,83
USA 10 Jahre 2,86 2,96 0,45
Japan 2 Jahre -0,16 -0,14 -0,02
Japan 10 Jahre 0,05 0,06 0,00

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 50,89 52,89 -3,8% -2,00 -11,9%
Brent/ICE 59,72 61,56 -3,0% -1,84 -5,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.240,95 1.237,33 +0,3% +3,62 -4,8%
Silber (Spot) 14,45 14,51 -0,4% -0,06 -14,7%
Platin (Spot) 786,35 801,00 -1,8% -14,65 -15,4%
Kupfer-Future 2,71 2,77 -2,1% -0,06 -19,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/ros

END) Dow Jones Newswires

December 06, 2018 12:11 ET ( 17:11 GMT)

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