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MÄRKTE EUROPA/"Trump-Rally" treibt Börsen auf neue Hochs

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Benjamin Krieger

FRANKFURT (Dow Jones)--Zu neuen Hochs haben sich am Mittwoch Europas Börsen aufgeschwungen. Kurz vor Beginn der mit großer Spannung erwarteten Rede des designierten US-Präsidenten Donald Trump setzten Anleger auf eben diesen und kauften Aktien. Am Nachmittag meldeten mit den Börsen in Frankfurt, London und Zürich die drei größten Handelsplätze Europas neue Jahreshöchstkurse. Der DAX stieg um 0,5 Prozent auf 11.646 Punkte. Das ist der höchste Schlusskurs seit Juli 2015.

Der Londoner Leitindex FTSE-100, von Brokern liebevoll "Footsie" genannt, stieg sogar auf ein neues Rekordhoch von 7.329 Punkten. Nicht zuletzt das zum US-Dollar erneut schwache Pfund gab den britischen Aktien Rückenwind. Der Euro-Stoxx-50 schloss dagegen lediglich 0,1 Prozent höher bei 3.308.

Die Rede Trumps begann kurz vor der Schlussglocke an den Europas Börsen, und sie bewegte hier und da noch die Kurse. So rutschte der europäische Pharmasektor in den letzten Handelsminuten noch ab und schloss 0,4 Prozent leichter. Zuvor lag er leicht im Plus. Trump griff zu Beginn seiner Ausführungen die US-Pharmaindustrie scharf an. Das belastete auch die Kurse großer europäischer Hersteller wie Sanofi, Roche, Novartis, Astrazeneca und Glaxosmithkline. Für diese sind die USA ein wichtiger Absatzmarkt.

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Dollar gibt Gewinne im Verlauf der Trump-Rede wieder ab

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Am Devisenmarkt gab der zuvor auf breiter Front gestiegene US-Dollar mit der Rede Donald Trumps seine Kursgewinne großteils wieder ab. Der Euro, der am Nachmittag bis auf 1,0453 Dollar abgerutscht war, erholte sich am Abend wieder bis auf 1,0520 Dollar. Der Yen holte die Verluste zum Dollar sogar komplett wieder auf, und auch das britische Pfund und der Schweizer Franken grenzten ihre Verluste zur US-Währung im Laufe der Rede Trumps stark ein.

Dass Investoren von den Aussagen des künftigen US-Präsidenten möglicherweise nicht gerade begeistert sind, darauf deutete auch die Reaktion an den Bondmärkten hin. Bundesanleihen bauten die Kursgewinne am Abend noch aus. Auch an der Wall Street wurden im Verlauf der Rede US-Treasurys gekauft. Vermisst wurden vor allem Aussagen zur künftigen Steuer- und Wirtschaftspolitik. Auch der Goldpreis erholte sich während der Rede von vorausgegangenen Verlusten.

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VW steigen - Einigung im Abgasskandal rückt immer näher

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VW stiegen um 3,4 Prozent und zählten neben den Versorgern zu den größten Kursgewinnern im DAX. Die Wolfsburger stehen nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung mit den US-Behörden. Der Vergleich sehe Buß- und Strafzahlungen von 4,3 Milliarden Dollar vor sowie Maßnahmen zur Stärkung der internen Kontrollsysteme. Damit würden sich die Strafzahlungen auf über 20 Milliarden Dollar summieren.

RWE verteuerten sich um 3,5 Prozent, gestützt von einer Hochstufung durch die Barclays Bank. Eon rückten sogar um 4,9 Prozent vor. Nach der Financial Times berichten nun auch Handelsblatt und Börsenzeitung, dass der aktivistische Investor Knight Vinke Eon dazu dränge, das Stromnetz abzuspalten.

Mehrere Kurstreiber sahen Händler in Europas Telekomsektor am Werk. BT Group profitierten mit einem Plus von 2,4 Prozent von einer Hochstufung auf "Overweight" durch Morgan Stanley und Telecom Italia mit einem Plus von 2,2 Prozent von einem höheren Kursziel von Kepler Cheuvreux.

Deutsche Telekom legten um 0,7 Prozent zu. Der Liberty-Media-Chairman John Malone hatte am Vorabend einer neuen Konsolidierung in den USA nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten das Wort geredet, mit T-Mobile als Übernahmekandidaten. "Das ist zwar nicht neu, scheint T-Mobile aber gestützt zu haben", sagte ein Händler. T-Mobile stiegen am Vortag um 3,6 Prozent.

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Stahlwerte werden gekauft und Konsumwerte gemieden

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Nach wie vor sorgen Kommentare von Analysten im neuen Jahr für teils starke Kursbewegungen. Ein "Buy" der Deutschen Bank für Thyssenkrupp und Salzgitter ließ die Kurse der Stahlhersteller jeweils um 3,3 Prozent zulegen. Zudem setzen Anleger darauf, dass die Unternehmen kräftig steigende Eisenerzpreise an die Abnehmer weiterreichen können.

Eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank trieb Prosiebensat.1 um 2,2 Prozent nach oben. Siemens gaben um 0,4 Prozent nach. Händlern zufolge hat Goldman Sachs die Aktie gleich um zwei Stufen von "Kaufen" auf "Verkaufen" gesenkt. Eine Verkaufsempfehlung der UBS für Henkel ließ den Kurs um 0,3 Prozent leicht nachgeben. Beiersdorf wurde von UBS ebenfalls auf "Verkaufen" gesenkt, der Kurs gab mit 0,9 Prozent etwas stärker nach.

Die Credit Suisse hat die Papiere der Reisekonzerne Thomas Cook und TUI gesenkt. In London fielen Thomas Cook um 2,9 Prozent und TUI um 4,5 Prozent.

Engie fielen um 3 Prozent, nachdem der französische Staat 100 Millionen Engie-Aktien für 1,14 Milliarden Euro platziert hatte. Zunächst wollte der Staat nur 90 Millionen Aktien des ehemals unter dem Namen GDF Suez bekannten Versorgers am Markt unterbringen. Damit sinkt die Beteiligung des französischen Staats auf 28,7 Prozent von zuvor 32,6 Prozent.

In London stiegen Aktien des Einzelhändlers J. Sainsbury um 1 Prozent. Das Unternehmen hat ein überraschend starkes Weihnachtsgeschäft gemeldet. Schon am Dienstag hatten überraschend starke Verkaufszahlen von William Morrison die Kurse der Einzelhändler nach oben gedrückt.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.307,94 +1,73 +0,1% +0,5%
Stoxx-50 3.043,80 +4,92 +0,2% +1,1%
Stoxx-600 364,90 +0,83 +0,2% +1,0%
XETRA-DAX 11.646,17 +62,87 +0,5% +1,4%
FTSE-100 London 7.290,49 +15,02 +0,2% +2,1%
CAC-40 Paris 4.888,71 +0,48 +0,0% +0,5%
AEX Amsterdam 486,58 +1,84 +0,4% +0,7%
ATHEX-20 Athen 1.780,84 +8,51 +0,5% +2,3%
BEL-20 Bruessel 3.619,49 -12,53 -0,3% +0,4%
BUX Budapest 32.972,20 -59,33 -0,2% +3,0%
OMXH-25 Helsinki 3.679,22 -2,50 -0,1% -0,0%
ISE NAT. 30 Istanbul 94.457,32 +323,34 +0,3% -1,1%
OMXC-20 Kopenhagen 897,45 +6,62 +0,7% +1,5%
PSI 20 Lissabon 4.618,21 -28,29 -0,6% -1,9%
IBEX-35 Madrid 9.408,60 -43,40 -0,5% +0,6%
FTSE-MIB Mailand 19.486,88 +62,69 +0,3% +1,3%
RTS Moskau 1.155,50 -19,51 -1,7% +0,3%
OBX Oslo 627,70 +4,27 +0,7% +1,6%
PX-GLOB Prag 1.209,29 +2,90 +0,2% +0,9%
OMXS-30 Stockholm 1.511,88 +1,78 +0,1% -0,4%
WIG-20 Warschau 2.030,64 +7,00 +0,3% +4,3%
ATX Wien 2.669,54 +9,84 +0,4% +2,0%
SMI Zuerich 8.427,15 -22,04 -0,3% +2,5%

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 10.13 Uhr Mo, 17.15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0533 -0,14% 1,0547 1,0564 +0,2%
EUR/JPY 121,9657 -0,33% 122,3742 123,05 -2,5%
EUR/CHF 1,0719 -0,15% 1,0736 1,0734 +0,1%
EUR/GBP 0,8669 +0,00% 0,8687 1,1518 +1,7%
USD/JPY 115,78 -0,20% 116,00 116,48 -1,0%
GBP/USD 1,2157 +0,07% 1,2148 1,2170 -1,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,29 50,82 +2,9% 1,47 -2,7%
Brent/ICE 55,23 53,64 +3,0% 1,59 -2,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.185,72 1.189,20 -0,3% -3,48 +3,0%
Silber (Spot) 16,67 16,98 -1,8% -0,31 +4,7%
Platin (Spot) 970,50 978,50 -0,8% -8,00 +7,4%
Kupfer-Future 2,61 2,61 -0,3% -0,01 +4,0%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/bek/cln

END) Dow Jones Newswires

January 11, 2017 12:23 ET (17:23 GMT)

Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.
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