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MÄRKTE EUROPA/Um die Nulllinie - Mega-Events im Blick

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Manuel Priego Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)Europas Börsen drehen am Donnerstagnachmittag leicht ins Minus. Die Schaukelbörse rund um die Nulllinie dürfte nach Ansicht aus dem Handel bis auf weiteres anhalten. Mit dem G7-Treffen, dem Treffen zwischen US-Präsident und Kim Jong-un, der geldpolitischen Entscheidung der EZB und der US-Notenbank und dem großen Verfall stünden in den kommenden Tagen gleich mehrere hochkarätige Ereignisse auf der Agenda. Im Vorfeld dürften sich die Anleger davor hüten, den Markt entscheidend in die eine oder andere Richtung zu schieben. Der DAX verliert 0,1 Prozent auf 12.820 Punkte, der Euro-Stoxx-50 notiert praktisch unverändert bei 3.462.

Für etwas Beruhigung auf politischer Seite sorgt das neue Kabinett in Spanien. Ministerpräsident Pedro Sanchez setzt mit der Benennung von Pro-Europäern ein Signal an den Zusammenhalt der Eurozone. Vor allem die Berufung des ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments Josep Borrell zum Außenminister und der ehemaligen Generaldirektorin für den EU-Haushalt, Nadia Calvino, zur Finanzministerin unterstreichen das. In Madrid geht es für den Ibex um 0,3 Prozent nach oben.

In Mailand geben die Kurse indes um 0,2 Prozent nach. In Italien sind zwar Europaskeptiker zugange, jedoch ist zumindest die Handlungsfähigkeit des Landes wieder hergestellt. Nach dem Senat hat auch das Abgeordnetenhaus der Koalition aus populistischer 5-Sterne-Bewegung und rechtsextremer Lega das Vertrauen ausgesprochen. Am italienischen Anleihemarkt bleiben die Renditen auf erhöhtem Niveau: die 10-jährige liegt bei 2,94 Prozent und damit nur unweit unter der 3-Prozent-Marke.



Euro und Bankenaktien gesucht


Der Euro legt weiter zu auf 1,1820 Dollar. Ihn stützt mehr als die Beruhigung auf der politischen Seite die Aussicht auf ein Ende der Anleihekäufe durch die EZB. "Nächste Woche muss der EZB-Rat beurteilen, ob die bisherigen Fortschritte ausreichen, um ein allmähliches Auslaufen unserer Nettokäufe zu rechtfertigen", sagte EZB-Chefökonom Peter Praet am Dienstagabend.

Nach den Andeutungen von Praet gehe mittlerweile wohl fast jeder Marktteilnehmer davon aus, dass die EZB nächste Woche das "Tapering" (den Ausstieg aus ihrem Wertpapierkaufprogramm) ankündigen werde, sagt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Für den Euro sei dies eine deutlich positive Erkenntnis, weshalb er die Reste der Italien-Schwäche habe abschütteln können.

Das davon ausgehende Signal steigender Zinsen wird an der Börse positiv für Bankenaktien gesehen. Entsprechend legt der Stoxx-Bankenindex um 0,3 Prozent zu. Im DAX steigen Commerzbank um 0,9 Prozent und Deutsche Bank um 0,8 Prozent. In Spanien legen Caixabank gleich 3,8 Prozent zu. In Italien wird der Sektor allerdings weiter eher gemieden - Unicredit verlieren 2,1 Prozent.

Etwas irritiert zeigen sich Marktteilnehmer über die Auftragseingänge der deutschen Industrie. Der Start ins zweite Quartal ist weitaus schlechter als erwartet ausgefallen. "Gerade nach den erholten VDMA-Aufträgen der Maschinenbauer gestern hatte man damit nicht gerechnet", sagt ein Händler. Im April fielen die Orders gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent, erwartet war hingegen ein Anstieg.



OHL nach Platzierung unter Druck


Für die Aktien des spanischen Baukonzerns OHL (Obrascon Huarte Lain) geht es um 9,2 Prozent nach unten. Auf dem Kurs lastet die Platzierung des Mehrheitsaktionärs Grupo Villar Mir, der ein Paket von 12 Prozent mit einem Abschlag von etwa 10 Prozent auf den Preis vom Mittwoch verkauft hat.

Die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite ist insgesamt dünn. Mit einem Kurssprung von 9 Prozent bringen sich Steinhoff in Erinnerung. Die wichtigsten Kreditgeber des in Schwierigkeiten steckenden Möbelkonzerns unterstützen die laufende Restrukturierung, wie Steinhoff mitteilte. Damit gewinne das Unternehmen ausreichend Zeit, um die Restrukturierung weiter voranzutreiben. Die Aktie war zuletzt auf ein Rekordtief gefallen.

Adidas verlieren 2,7 Prozent. Ein Händler verweist auf eine Fußball-Studie der Universität Hohenheim. Dort heiße es, dass das kostspielige Sponsoring an Wirkung verloren habe. In der Zwischenzeit würden Marken wie Coca-Cola oder Adidas nur noch von 40 Prozent der Befragten als Sponsor wahrgenommen, vor vier Jahren seien es bei Adidas noch über 60 Prozent gewesen.

Druck gibt es auf die Aktien des französischen Spiritousen-Herstellers Remy Cointreau. Sie geben um 5,3 Prozent nach. Trotz eines Umsatzanstiegs ist der Nettogewinn gesunken. Angesichts deutlicher Bewertungsaufschläge gegenüber dem Sektor komme das sehr negativ an, heißt es im Handel.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.462,75 0,06 1,93 -1,18
Stoxx-50 3.064,16 -0,17 -5,15 -3,58
DAX 12.830,46 0,00 0,39 -0,67
MDAX 26.762,17 -0,17 -45,61 2,14
TecDAX 2.836,04 -0,21 -6,09 12,14
SDAX 12.602,30 0,03 3,98 6,02
FTSE 7.731,90 0,25 19,53 0,24
CAC 5.456,07 -0,03 -1,49 2,70

Bund-Future 159,77 -0,18 0,34

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:50 Mi, 17:15 % YTD
EUR/USD 1,1813 +0,31% 1,1808 1,1774 -1,7%
EUR/JPY 129,97 +0,18% 129,93 129,58 -3,9%
EUR/CHF 1,1592 -0,18% 1,1622 1,1601 -1,0%
EUR/GBP 0,8826 +0,54% 0,8784 1,1405 -0,7%
USD/JPY 110,03 -0,12% 110,04 110,06 -2,3%
GBP/USD 1,3384 -0,23% 1,3444 1,3429 -1,0%
Bitcoin
BTC/USD 7.700,40 +0,5% 7.711,80 7.635,55 -43,6%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 Jahre -0,64 -0,63 -0,03
Deutschland 10 Jahre 0,49 0,46 0,06
USA 2 Jahre 2,52 2,52 0,63
USA 10 Jahre 2,97 2,97 0,56
Japan 2 Jahre -0,13 -0,14 0,00
Japan 10 Jahre 0,05 0,05 0,00


ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 65,39 64,73 +1,0% 0,66 +9,4%
Brent/ICE 76,42 75,36 +1,4% 1,06 +17,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.296,33 1.296,44 -0,0% -0,11 -0,5%
Silber (Spot) 16,81 16,66 +0,9% +0,15 -0,8%
Platin (Spot) 902,75 906,00 -0,4% -3,25 -2,9%
Kupfer-Future 3,31 3,26 +1,4% +0,05 -0,6%


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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June 07, 2018 09:55 ET ( 13:55 GMT)

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