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MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - DAX weiter gedeckelt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Trotz starker US-Konjunkturdaten sind DAX und Euro-Stoxx-50 am Donnerstag weiter auf der Stelle getreten. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem geringen Plus von 0,1 Prozent auf 3.774 Punkten gut behauptet, der DAX bröckelte geringfügig um 3 auf 13.429 Punkte ab. Dabei haben neue US-Konjunkturindikatoren überzeugt: Sehr stark fiel der wichtige Konjunkturindex der US-Notenbankfiliale in Philadelphia aus, und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung lagen zuletzt nur noch knapp über der Marke von 200.000.

Marktteilnehmer erklärten die vergleichsweise schwachen europäischen Märkte mit so genannten Spread-Positionen. Anleger setzten auf steigende Kurse am US-Markt und hätten sich mit terminmarktorientierten Positionen auf fallende Kurse in Europa abgesichert. Derzeit gebe es keinen Grund, diese Positionen aufzulösen. Sollte der DAX allerdings neue Rekordstände über 13.600 markieren oder der Euro-Stoxx-50 deutlich über 3.830 steigen, dürfte sich das Bild ändern, die beiden Indizes könnten dann mit hoher Dynamik vom Auflösen der Spreads profitieren. Zunächst werde es aber wohl bei der uneinheitlichen Tendenz bleiben.


Auto- und Reiseaktien schwach

Daneben drückten schwache Auto-Aktien auf die Indizes. Der Index der Auto-Aktien fiel um 0,9 Prozent. Händler verwiesen auf Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Der hat laut mehreren Berichten den europäischen Ländern mit 25 Prozent Strafzoll auf Auto-Importe gedroht, falls sie nicht auf seinen Kurs in der Iran-Atompolitik einschwenken. Die Auto-Aktien müssten daher künftig mit dem Risiko leben, für jeden politischen Wunsch Trumps in Geiselhaft genommen zu werden.

Gegen die Auto-Aktien wird auch der DAX kein Allzeithoch machen", sagte ein Händler. VW, Renault und BMW gaben alle mehr als 1 Prozent ab, Daimler 0,8 Prozent. "Die Trump-Drohungen wiegen schwerer als die guten Acea-Zahlen", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die Neuzulassungen. Sie waren im Dezember in der EU deutlich stärker angesprungen als erwartet.

Ähnlich schwach im Markt lagen die Titel aus der Reise- und Freizeit-Branche. Übergeordnet war die Situation aber uneinheitlich: Rohstoff-, Öl- und Versorger-Titel legten deutlich zu. Bei den Länderbörsen schlossen Mailand, Madrid und die skandinavischen Börsen deutlich im Plus. Am deutschen Markt legten der MDAX leicht und der TecDAX deutlich zu. Der TecDAX hat sogar neue Dekaden-Hochs erzielt.


RWE mit Entschädigungsfantasie gesucht

Auf der Gewinnerseite im DAX stiegen Wirecard um 6,1 Prozent. Händler sprachen von terminorientierten Käufen solcher Marktteilnehmer, die bisher auf fallende Kurse gesetzt hätten und nun den steigenden Kursen hinterherliefen.

RWE gewannen 2,1 Prozent. Bund und Länder wollen den Braunkohle-Kraftwerksbetreibern für die Stilllegungen Milliarden-Entschädigungen bereitstellen. Das kündigte Bundesfinanzminister Olaf Scholz an. RWE solle 2,6 Milliarden Euro erhalten, hieß es aus Regierungskreisen. Der Lausitzer Leag seien 1,75 Milliarden Euro versprochen worden. Weiterhin soll es Anpassungszahlungen von 4,8 Milliarden Euro geben. Zusätzlich zu den bereits vereinbarten Strukturhilfen für die Braunkohle-Länder belaufen sich die gesamten Zahlungen für den Kohleausstieg bis 2038 damit nach jetzigem Stand auf nahezu 50 Milliarden Euro.

MTU setzten ihren Rekordkurs mit einem Plus von 1,4 Prozent fort. Beiersdorf wiederum gaben um 0,9 Prozent nach. Die Klebstoffsparte Tesa hat im vergangenen Jahr sogar die erst Ende Oktober gesenkte Prognose verfehlt. Für die angepeilte Gewinnmarge sieht sich Beiersdorf aber auf Kurs.


Varta auf Erholungskurs - Kapazitäten werden ausgeweitet

Bei der zuletzt schwer gebeutelten Varta-Aktie trieb eine neuerliche Ausweitung von Produktionskapazitäten den Kurs an. "Das hält die Wachstumsstory intakt, gerade nachdem sie ein Drittel an Wert verloren haben", sagte ein Händler. Die Aktie stieg um 6,4 Prozent.

Gestützt wurde der TecDAX mit seinem Plus von 0,8 Prozent auch von Evotec. Diese legten um 5,5 Prozent zu. Evotec arbeitet künftig mit der US-Gesellschaft Oncoresponse zusammen. Hier soll im Bereich Immunonkologie an dem Wirkstoff OR2805 gearbeitet werden.


Storebrand mit EQT-Einstieg fest - Pearson schwach - Kering auf Rekordkurs

In Skandinavien gewannen Storebrand 4,5 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft EQT hat 2,5 Prozent erworben. In London gaben Pearson nach schwachen Zahlen 8,9 Prozent ab. Bei UBS hieß es, der Ausblick liege deutlich unter den Erwartungen. In Paris stiegen Kering nach weiteren Kurszielerhöhungen um 1,8 Prozent und markierten ein neues Rekordhoch.


.
. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.774,14 +5,18 +0,1% +0,8%
. Stoxx-50 3.439,63 +4,69 +0,1% +1,1%
. Stoxx-600 420,54 +0,91 +0,2% +1,1%
Frankfurt XETRA-DAX 13.429,43 -2,87 -0,0% +1,4%
London FTSE-100 London 7.609,81 -32,99 -0,4% +1,3%
Paris CAC-40 Paris 6.039,03 +6,42 +0,1% +1,0%
Amsterdam AEX Amsterdam 612,06 +0,50 +0,1% +1,2%
Athen ATHEX-20 Athen 2.327,74 +3,44 +0,1% +1,3%
Brüssel BEL-20 Bruessel 3.987,78 +17,07 +0,4% +0,8%
Budapest BUX Budapest 44.350,39 -214,64 -0,5% -3,8%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 4.338,08 +42,22 +1,0% +2,8%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 146.641,08 +46,48 +0,0% +5,6%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 1.167,69 -6,57 -0,6% +2,8%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.303,13 +3,67 +0,1% +1,8%
Madrid IBEX-35 Madrid 9.572,50 +60,80 +0,6% +0,2%
Mailand FTSE-MIB Mailand 23.940,41 +176,55 +0,7% +1,1%
Moskau RTS Moskau 1.612,72 +10,43 +0,7% +4,1%
Oslo OBX Oslo 846,60 -0,17 -0,0% +0,4%
Prag PX Prag 1.133,26 +0,17 +0,0% +1,6%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.812,30 +25,01 +1,4% +2,3%
Warschau WIG-20 Warschau 2.173,74 +8,66 +0,4% +1,1%
Wien ATX Wien 3.174,86 +3,04 +0,1% -0,3%
Zürich SMI Zuerich 10.693,52 +22,78 +0,2% +0,7%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,22 -0,02 -0,46
US-Zehnjahresrendite 1,81 0,03 -0,87

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:18 Mi, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1129 -0,19% 1,1145 1,1159 -0,8%
EUR/JPY 122,61 +0,06% 122,57 122,70 +0,6%
EUR/CHF 1,0741 -0,07% 1,0756 1,0755 -1,1%
EUR/GBP 0,8512 -0,42% 0,8550 0,8567 +0,6%
USD/JPY 110,17 +0,25% 109,93 109,97 +1,3%
GBP/USD 1,3075 +0,22% 1,3036 1,3023 -1,3%
USD/CNH (Offshore) 6,8756 -0,23% 6,8933 6,8907 -1,3%
Bitcoin
BTC/USD 8.642,76 -2,31% 8.683,50 8.779,66 +19,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 58,78 57,81 +1,7% 0,97 -3,7%
Brent/ICE 64,88 64,00 +1,4% 0,88 -1,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.551,07 1.556,20 -0,3% -5,13 +2,2%
Silber (Spot) 17,97 18,05 -0,5% -0,08 +0,7%
Platin (Spot) 1.005,55 1.022,50 -1,7% -16,95 +4,2%
Kupfer-Future 2,85 2,87 -0,5% -0,01 +2,0%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/cln

END) Dow Jones Newswires

January 16, 2020 12:01 ET ( 17:01 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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