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MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - US-Diskussion bremst Zinsfantasie

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Aktienmärkten hat sich am Dienstag keine einheitliche Tendenz durchgesetzt. Bei uneinheitlichen Einzeltiteln lagen die Indizes über weite Strecken eng an den Schlussständen des Vortages. Der DAX gab um 0,1 Prozent nach auf 13.925 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,2 Prozent auf 3.612 Punkte. Zum zentralen Thema wurde der Anstieg der Renditen bei US-Anleihen, der nun auch die Renditen in Europa etwas nach oben trieb. "Die Inflationsdiskussion in den USA vertreibt die Fantasie, dass die Zinsen in der Eurozone noch einmal herunterkommen könnten", sagte ein Händler.

In Deutschland stieg die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen um 2 Basispunkte auf minus 0,47 Prozent. In den USA lag sie bereits bei plus 1,17 Prozent, vor einem Monat waren es noch 0,90 Prozent gewesen. Damit bieten Anleihen zumindest in den USA wieder eine Alternative zu Aktien. Für Aktien ist das laut einigen Marktteilnehmern ein Problem: Die sehr hohen Bewertungen wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis lassen sich laut ihnen nur rechtfertigen durch Zinsen bei nahezu null.

Aber es gab auch andere Stimmen: Die anhaltende politische Unterstützung und vergleichsweise hohe Aktienrisikoprämien sprächen trotz des Renditeanstiegs für Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten, hieß es beim Vermögensverwalter Columbia Threadneedle.

Geradezu angefeuert wurde der Zinsanstieg von Aussagen aus der US-Notenbank. So sagte Fed-Atlanta-Chef Raphael Bostic, die Fed könnte ihre Anleihekäufe schon dieses Jahr zurückfahren ("tapering"), falls sich die US-Wirtschaft schnell erhole. Derzeit kauft die Fed pro Monat für rund 120 Milliarden Dollar Anleihen.


Auto- und Bankenwerte fest - Versorger- und Konsumtitel schwach

Gewinner der Entwicklung stellen die Banken, die direkt von einer Versteilerung der Zinskurve profitieren. Denn am kurzen Ende bleibt das Geld ja unverändert billig. Der Banken-Index im europäischen Stoxx-Universum stieg um 1,4 Prozent, übertroffen nur vom Stoxx-Auto-Index, der um 1,6 Prozent anzog. Knapp dahinter folgte der Index der Reise-Aktien mit 1,3 Prozent Plus sowie der Index der Ölwerte, der um 0,8 Prozent stieg. Dagegen standen die zinsreagiblen Versorgerwerte unter Druck, ihr Stoxx-Branchenindex fiel um 1,4 Prozent. Auch der ebenfalls zinsabhängige Index der Hersteller von Konsumgütern des täglichen Bedarfs gab deutlich um 1 Prozent nach.


Deutsche Post fest - erste Zahlen stützen

Im DAX stiegen Continental und Infineon um jeweils 3,2 Prozent, Covestro gewannen 2,5 Prozent und Deutsche Bank 1,5 Prozent. Auf der anderen Seite verloren RWE 2,9 Prozent, nachdem positive Aussagen von JP Morgan die Aktie zunächst noch gestützt hatte. Eon gaben 2,3 Prozent ab.

Stark wiederum auch die Aktien der Deutschen Post mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 41,83 Euro: "Die Zahlen sind gut, und den Ausblick hat das Unternehmen angehoben", so ein Händler dazu, dass das Unternehmen erste Geschäftszahlen veröffentlicht hatte. "Der Online-Boom hilft, und die Internationalisierung verstärkt den Wachstumstrend", sagte er.


Immobilien-Aktien gedrückt - Bauwerte gesucht

Unter den steigenden Renditen litten Immobilienwerte, so Vonovia mit einem Minus von 2,3 Prozent und Deutsche Wohnen, die 2,4 Prozent verloren. Dagegen waren Bauwerte gesucht: Hier stiegen Heidelbergcement um 1,9 Prozent, Hochtief um 4,2 Prozent und Bilfinger um 2,7 Prozent. "Der Markt setzt weiter auf große US-Infrastrukturprogramme, und die Aussicht auf mehr Inflation treibt ebenfalls die Kurse an", so ein Händler.

Mit den immer stärkeren Hinweisen auf eine Verlängerung des Lockdown legten auch die so genannten Stay-at-Home-Aktien wieder zu: Hier gewannen Delivery Hero 1,2 Prozent, Zalando sowie Hellofresh je 1,5 Prozent und Teamviewer 1,7 Prozent.

Shop Apotheke sprangen um 8,7 Prozent nach oben. Hier trieben Kurszielerhöhungen und positive Analystenkommentare nach den guten Wachstumszahlen des Vortages. Elringklinger gewannen weitere 7,2 Prozent auf 15,58 Euro, nachdem Hauck & Aufhäuser das Kursziel auf 30 Euro erhöht hatte von bisher 21 Euro.

Playtech kamen in London um 4,3 Prozent voran - nach überzeugenden Ertragszahlen. Für die Jefferies-Analysten liegt das erwartete EBITDA mit mindestens 300 Millionen Euro rund 5 Prozent oberhalb des Konsens.



Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 3.612,13 -8,49 -0,2% +1,7%
Stoxx-50 3.176,48 -6,26 -0,2% +2,2%
Stoxx-600 408,61 +0,20 +0,0% +2,4%
Frankfurt XETRA-DAX 13.925,06 -11,60 -0,1% +1,5%
London FTSE-100 London 6.755,46 -43,02 -0,6% +5,2%
Paris CAC-40 Paris 5.650,97 -11,46 -0,2% +1,8%
Amsterdam AEX Amsterdam 643,58 +1,17 +0,2% +3,0%
Athen ATHEX-20 Athen 1.899,82 -7,76 -0,4% -1,8%
Brüssel BEL-20 Brüssel 3.729,83 +19,55 +0,5% +3,0%
Budapest BUX Budapest 44.246,56 -469,23 -1,0% +5,1%
Helsinki OMXH-25 Helsinki 4.748,33 +59,10 +1,3% +3,5%
Istanbul ISE NAT. 30 Istanbul 1.686,84 +7,84 +0,5% +3,1%
Kopenhagen OMXC-20 Kopenhagen 1.453,28 -23,34 -1,6% -0,8%
Lissabon PSI 20 Lissabon 5.137,93 -10,98 -0,2% +4,7%
Madrid IBEX-35 Madrid 8.345,90 -11,60 -0,1% +3,4%
Mailand FTSE-MIB Mailand 22.646,07 -75,94 -0,3% +2,2%
Moskau RTS Moskau 1.484,96 +18,40 +1,3% +7,0%
Oslo OBX Oslo 889,20 +8,69 +1,0% +3,5%
Prag PX Prag 1.076,29 +4,58 +0,4% +4,8%
Stockholm OMXS-30 Stockholm 1.958,62 +17,13 +0,9% +4,5%
Warschau WIG-20 Warschau 2.043,73 -23,24 -1,1% n.def.
Wien ATX Wien 2.964,18 +21,74 +0,7% +5,7%
Zürich SMI Zürich 10.875,25 +4,83 +0,0% +1,6%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,14 -0,4 0,14 -106,1
5 Jahre 0,52 1,8 0,51 -140,1
7 Jahre 0,87 2,4 0,84 -137,9
10 Jahre 1,18 3,4 1,14 -126,7
30 Jahre 1,91 2,2 1,88 -116,2

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:18 Uhr Do, 17:27 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2167 +0,12% 1,2162 1,2271 -0,4%
EUR/JPY 126,69 +0,03% 126,69 127,38 +0,5%
EUR/CHF 1,0823 +0,00% 1,0828 1,0852 +0,1%
EUR/GBP 0,8929 -0,74% 0,8973 0,9053 -0,0%
USD/JPY 104,12 -0,08% 104,17 103,82 +0,8%
GBP/USD 1,3628 +0,87% 1,3556 1,3555 -0,3%
USD/CNH (Offshore) 6,4607 -0,25% 6,4578 6,4686 -0,7%
Bitcoin
BTC/USD 35.037,94 +1,73% 35.821,25 39.369,25 +20,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,92 52,25 +1,3% 0,67 +9,1%
Brent/ICE 56,53 55,66 +1,6% 0,87 +9,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.840,45 1.842,50 -0,1% -2,06 -3,0%
Silber (Spot) 25,24 24,93 +1,3% +0,32 -4,4%
Platin (Spot) 1.059,00 1.037,75 +2,0% +21,25 -1,1%
Kupfer-Future 3,61 3,56 +1,4% +0,05 +2,9%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

January 12, 2021 12:20 ET ( 17:20 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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Continental 116,70 +2,14%
EUR +2,45
Deutsche Bank 8,82 +2,50%
EUR +0,21
RWE St. 36,80 +0,03%
EUR +0,01
Deutsche Post 43,08 +2,04%
EUR +0,86
E.ON SE O.N. ADR 9,05 +4,02%
EUR +0,35
Bilfinger 27,64 +2,75%
EUR +0,74
Infineon Technologies 33,82 -0,21%
EUR -0,07
INFINEON TECHNOLOGIES ADR 33,80 -0,59%
EUR -0,20
HeidelbergCement 62,98 +2,41%
EUR +1,48
Hochtief 79,55 -0,25%
EUR -0,20
ElringKlinger AG 15,78 +2,73%
EUR +0,42
AEX Indikation (BNP) 661,49 -0,11%
PKT -0,74
Euronext 100 Index® 1.121,03 +0,98%
PKT +10,90
PSI 20® 4.930,82 -0,64%
PKT -31,62
FRA40 5.548,68 +0,75%
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SMI-Indikation 11.005,00 +0,73%
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