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MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - US-Diskussion vertreibt Zinsfantasie

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Aktienmärkten setzt sich am Dienstagnachmittag keine einheitliche Tendenz mehr durch. Bei uneinheitlicher Tendenz der Einzeltitel liegen die Indizes weiter eng an den Schlussständen vom Montag: Der DAX gibt um 0,1 Prozent nach auf 13.919 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,3 Prozent auf 3.611 Punkte. Zum zentralen Thema wird immer mehr der Anstieg der Renditen bei den US-Anleihen, der nun auch die Renditen in Europa etwas nach oben treibt. "Die Inflationsdiskussion in den USA vertreibt die Fantasie, dass die Zinsen in der Eurozone noch einmal herunterkommen könnten", sagt ein Händler.

In Deutschland steigt die Rendite der 10-jährigen Staatstitel um 2 Basispunkte auf minus 0,47 Prozent. In den USA liegt sie bereits bei plus 1,17 Prozent, vor einem Monat waren es noch 0,90 Prozent gewesen. Damit bieten Anleihen zumindest in den USA wieder eine Alternative zu Aktien. Für Aktien ist das laut einigen Marktteilnehmern ein Problem: Die sehr hohen Bewertungen wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis lassen sich laut ihnen nur rechtfertigen durch Zinsen bei nahezu null.

Aber es gibt auch andere Stimmen: Vor allem die anhaltende politische Unterstützung, weiterhin niedrige Zinsen und vergleichsweise hohe Aktienrisikoprämien sprächen trotz des Renditeanstiegs für Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten, heißt es beim Vermögensverwalter Columbia Threadneedle.

Geradezu angefeuert wird der Zinsanstieg von Aussagen aus der US-Notenbank. So sagte Fed-Atlanta-Chef Raphael Bostic, die Fed könnte ihre Anleihekäufe schon dieses Jahr zurückfahren ("tapering"), falls sich die US-Wirtschaft schnell erhole. Derzeit kauft die Fed pro Monat für rund 120 Milliarden Dollar Anleihen. Im besonderen Fokus ab Dienstagnachmittag stehen daher weitere Reden von Fed-Mitgliedern. Hier reden Fed-Gouverneurin Lael Brainard und Cleveland-Fed-Präsidentin Loretta Mester.


Banken und Ölwerte fest - Versorger und Güter des täglichen Bedarfs schwach

Gewinner der Entwicklung sind die Banken, die direkt von einer Versteilerung der Zinskurve profitieren. Denn am kurzen Ende bleibt das Geld ja unverändert billig. Der Banken-Index im europäischen Stoxx-Universum steigt um 1,3 Prozent, knapp dahinter folgt der Index der Reise-Aktien mit 1,2 Prozent Plus sowie der Index der Ölwerte, der um 0,5 Prozent steigt. Dagegen stehen die zinsreagiblen Versorgerwerte unter Druck, ihr Stoxx-Branchenindex fällt um 1,4 Prozent. Auch der ebenfalls zinsabhängige Index der Hersteller von Konsumgütern des täglichen Bedarfs gibt deutlich nach.

Im DAX steigen Deutsche Bank um 2,1 Prozent, im MDAX legen Commerzbank um 1,9 Prozent zu. Daneben ziehen im DAX Infineon um 2,4 Prozent an, Covestro um 2,2 Prozent und Heidelbergcement um 1,4 Prozent. Auf der anderen Seite verlieren Beiersdorf 1,5 Prozent und VW 1,3 Prozent. RWE fallen um 2,6 Prozent, nachdem positive Aussagen von JP Morgan die Aktie zunächst noch gestützt hatte. Eon geben 1,9 Prozent ab.

Shop Apotheke springen um 7,5 Prozent nach oben. Hier treiben Kurszielerhöhungen und positive Analystenkommentare nach den guten Wachstumszahlen vom Vortag.

Porsche geben trotz ordentlicher Absatzzahlen um 0,4 Prozent nach. Zahlen zum vierten Quartal hat Sika aus der Schweiz vorgelegt, die im erwarteten Rahmen liegen. Die Aktien verlieren 0,9 Prozent.

Playtech kommen in London um 4,4 Prozent voran - nach überzeugenden Ertragszahlen. Für die Jefferies-Analysten liegt das erwartete EBITDA mit mindestens 300 Millionen Euro rund 5 Prozent oberhalb des Konsens.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.611,22 -0,26 -9,40 1,65
Stoxx-50 3.177,27 -0,17 -5,47 2,22
DAX 13.919,09 -0,13 -17,57 1,46
MDAX 31.217,41 0,37 115,21 1,37
TecDAX 3.278,60 0,14 4,44 2,05
SDAX 15.186,37 0,63 94,97 2,85
FTSE 6.754,52 -0,65 -43,96 5,23
CAC 5.652,31 -0,18 -10,12 1,82

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,48 0,02 -0,72
US-Zehnjahresrendite 1,17 0,02 -1,51

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:18 Uhr Do, 17:27 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2151 -0,01% 1,2162 1,2271 -0,5%
EUR/JPY 126,70 +0,04% 126,69 127,38 +0,5%
EUR/CHF 1,0812 -0,10% 1,0828 1,0852 +0,0%
EUR/GBP 0,8934 -0,68% 0,8973 0,9053 +0,0%
USD/JPY 104,27 +0,05% 104,17 103,82 +0,9%
GBP/USD 1,3601 +0,68% 1,3556 1,3555 -0,5%
USD/CNH (Offshore) 6,4638 -0,20% 6,4578 6,4686 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 33.798,00 -1,87% 35.821,25 39.369,25 +16,3%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 52,67 52,25 +0,8% 0,42 +8,6%
Brent/ICE 56,11 55,66 +0,8% 0,45 +8,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.838,97 1.842,50 -0,2% -3,53 -3,1%
Silber (Spot) 25,20 24,93 +1,1% +0,27 -4,5%
Platin (Spot) 1.064,30 1.037,75 +2,6% +26,55 -0,6%
Kupfer-Future 3,61 3,56 +1,3% +0,05 +2,8%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

January 12, 2021 10:06 ET ( 15:06 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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EUR +0,11
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EUR +0,05
Infineon Technologies 35,00 +1,91%
EUR +0,65
INFINEON TECHNOLOGIES ADR 36,20 +3,43%
EUR +1,20
Beiersdorf 91,78 -0,17%
EUR -0,16
Volkswagen St. 172,80 +4,28%
EUR +7,10
Volkswagen Vz. 157,76 +3,03%
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