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MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich bei leicht negativem Touch

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Börsen setzt sich am Mittwochnachmittag ein leicht negativer Grundton durch. Nach einer Achterbahnfahrt steht der DAX am Nachmittag 0,1 Prozent im Minus bei 9.689 Punkten. Vorübergehend war er schon bis auf 10.138 Punkte gestiegen. Der Euro-Stoxx-50 notiert bei 2.738 Punkten 0,9 Prozent im Plus, wobei die meisten Stoxx-Branchenindizes am Nachmittag ebenfalls im Plus liegen.

Auch bei den Einzelwerten ist das Bild stark uneinheitlich: Titeln mit deutlichen Kursabschlägen stehen auch deutliche Gewinner gegenüber. Und bei den Länderbörsen ragt London mit einem Plus des FTSE-100 von einem Prozent positiv heraus. Aber auch in Paris, Zürich und Helsinki können die Indizes kleinere Gewinne verteidigen.

Der Markt ist weiterhin hin- und hergerissen zwischen den Fiskalpaketen und den negativen Szenarien zum Coronavirus", sagt ein Marktteilnehmer. Einerseits stützt die Verabschiedung des rund 2 Billionen Dollar schweren Fiskalpakets in den USA die Stimmung. Der Gesetzentwurf bringt für viele Amerikaner direkte Finanzhilfen, eine drastische Ausweitung der Arbeitslosenversicherung sowie hunderte von Milliarden an Krediten für kleine und große Unternehmen. Zudem erhalten Anbieter im Gesundheitswesen zusätzliche Ressourcen, wenn sich das Virus weiter ausbreitet.

Andererseits brechen die Geschäftserwartungen in Deutschland ein: Der ifo-Geschäftsklima-Index ist im März auf 86,1 nach 96 eingebrochen. Er blieb damit unter der Schätzung von 87,4. In einer Vorablesung lag der Index bei 87,4 Punkten. Laut Marktteilnehmern waren die zuletzt befragten Unternehmenslenker sogar noch deutlich schlechter gestimmt. "Der Markt wird noch länger mit hohen Schwankungen und Kursausschlägen leben müssen", sagt ein Händler. Die Indizes für die so genannte Volatilität oder Schwankungsanfälligkeit liegen weiterhin auf extrem hohen Ständen.


Adidas und Puma profitieren von Nike-Zahlen

Adidas ziehen um 6,5 Prozent an und Puma um 8,7 Prozent. Nike hat am Vorabend Geschäftszahlen vorgelegt. "Die Absage sämtlicher Großveranstaltungen von EM bis Olympia belastet eigentlich, aber Nike konnte zeigen, dass der Online-Handel den Einbruch durch geschlossene Ladengeschäfte überkompensieren konnte", heißt es im Handel. Diese Entwicklung könnte sich auch bei Adidas zeigen, sei aber noch nicht sicher.

Eon gewinnen 6,8 Prozent. Händler verweisen auf die Ankündigung nachhaltig stabiler Dividenden. Die Geschäftszahlen liegen dagegen im Rahmen der Erwartungen.

Gewinner Nummer eins im DAX sind MTU, die sich um weitere 9,6 Prozent von den Crash-Verlusten erholen. In Europa steigen Aston Martin um 17 Prozent, Societe Generale um 8,9 Prozent, Dior um 8,8 Prozent und Remy Cointreau um 13,4 Prozent.

Unter den Automobilaktien gewinnen VW 0,5 Prozent. Der Konzern will rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland in Zwangsurlaub schicken. UBS empfiehlt die Aktie weiter zum Kauf, das Kursziel hat die Bank allerdings auf 140 von 220 Euro gesenkt.


Lufthansa unter Druck nach IATA und Citi - IAG und Easyjet fest

Lufthansa fallen am Nachmittag wieder um 5,4 Prozent zurück. Die Laune verdirbt hier die Citi mit einer Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von nur 50 Cent - nach zuvor noch 10 Euro. "Die Analysten unterstreichen aber, dass es aufgrund der aktuellen Volatilität und dem Risiko von Staatsbeteiligungen Schwierigkeiten bereite, aus dem Bewertungsmodell ein Kursziel abzuleiten", unterstreicht ein Händler.

Belastender sei eher, dass der Verband IATA am Vortag vor Masseninsolvenzen gewarnt hatte und Staatshilfen fordert. "Die sind aber am wahrscheinlichsten in Großbritannien", so der Händler. Daher steigen Easyjet um 8,5 und IAG um 5,5 Prozent. Der Index der Reise- und Touristikwerte legt um 2,3 Prozent zu. Der Index der Öl- und Gasaktien steigt um 3 Prozent.

Dagegen verliert der Index der Chemiewerte 2,5 Prozent. BASF sinken um 5 Prozent auf 41,50 Euro, JP Morgan hat das Kursziel auf 39 von 55 Euro zurückgenommen. Bayer geben im Schlepptau 2,9 Prozent ab.

In der zweiten Reihe steigen Thyssenkrupp um 3,6 Prozent. Der Konzern will im Stahlgeschäft rund 3.000 Stellen abbauen. "Das zeigt, wie schwach das restliche Stahlgeschäft von Thyssenkrupp aufgestellt ist", sagt ein Händler: "Die Coronakrise gibt einen guten Vorwand, um die Restrukturierung schneller und druckvoller durchzuführen".

Jenoptik verlieren 4,3 Prozent. Das Unternehmen ließ wissen, dass die unveränderte Dividende von 0,35 Euro je Aktie "überprüft" werden soll. "Das macht das Einpreisen komplizierter als wenn sie sie einfach gestrichen hätten", sagt ein Händler.


Gewinnwarnung von Zooplus

Hamburger Hafen gewinnen 3,8 Prozent. "Mit den Jahreszahlen hat das aber wenig zu tun", sagt ein Händler. Denn die Aktie habe sich seit Ende Februar mehr als halbiert, weil sie als ein Hauptleidtragender der internationalen Rezession gesehen wurde. Die Prognose für einen "starken Ergebnisrückgang" 2020 überrasche daher nicht. "Klar positiv ist aber, dass sie die Dividende nicht komplett streichen, wie viele vermutet haben", so der Händler.

Für Verstimmung im Handel sorgt die Gewinnwarnung von Zooplus. Die Aktien brechen um 21,3 Prozent ein. Anleger in Zooplus seien hier sehr empfindlich, da die Expansion ständig auf die Profitabilität drücke. "Angesichts Corona ist doch klar, dass die Gewinne nicht explodieren, da muss man solche Aussagen nicht am Ende der Adhoc hinter verquaster Sprache verstecken", so ein Händler. Zooplus sieht den Gewinn unter dem des Vorjahres.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 2.738,25 0,85 23,14 -26,89
Stoxx-50 2.620,27 1,19 30,79 -23,00
DAX 9.688,70 -0,12 -11,87 -26,87
MDAX 20.466,16 1,41 284,18 -27,71
TecDAX 2.510,27 0,76 18,86 -16,74
SDAX 9.011,32 1,03 92,30 -27,98
FTSE 5.582,38 2,50 136,37 -27,80
CAC 4.335,39 2,18 92,69 -27,48

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,32 0,01 -0,56
US-Zehnjahresrendite 0,79 -0,06 -1,89

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:31 Uhr Di, 18:50 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0803 -0,08% 1,0822 1,0757 -3,7%
EUR/JPY 120,47 +0,18% 120,46 119,93 -1,2%
EUR/CHF 1,0590 -0,08% 1,0617 1,0581 -2,5%
EUR/GBP 0,9234 +0,67% 0,9140 0,9168 +9,1%
USD/JPY 111,49 +0,26% 111,30 111,48 +2,5%
GBP/USD 1,1697 -0,77% 1,1840 1,1730 -11,7%
USD/CNH (Offshore) 7,1366 +0,78% 7,0803 7,0890 +2,4%
Bitcoin
BTC/USD 6.649,76 -1,90% 6.642,26 6.652,51 -7,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 23,84 24,01 -0,7% -0,17 -60,3%
Brent/ICE 26,77 27,15 -1,4% -0,38 -58,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.617,61 1.632,25 -0,9% -14,65 +6,6%
Silber (Spot) 14,44 14,46 -0,1% -0,02 -19,1%
Platin (Spot) 734,65 721,10 +1,9% +13,55 -23,9%
Kupfer-Future 2,20 2,18 +0,9% +0,02 -21,4%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

March 25, 2020 11:14 ET ( 15:14 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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