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MÄRKTE EUROPA/Ungünstige Nachrichtenlage lastet schwer auf DAX & Co

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Steffen Gosenheimer

FRANKFURT (Dow Jones)Deutliche Kursverluste prägen am Mittwochmittag das Bild an den Börsen in Europa. Belastet wird die Stimmung von einer ganzen Reihe schlechter Nachrichten, sowohl konjunktureller wie politischer Art. Das sorgt für Risikoscheu unter den Anlegern, was sich auch am kräftig anziehenden Yen zeigt. Er gilt traditionell als eine Art sicherer Hafen in Krisenzeiten. Auch der Goldpreis steigt, ebenso die Kurse deutscher Anleihen.

Der DAX verliert dagegen 1,5 Prozent auf 12.976 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,2 Prozent auf 3.543 abwärts. Der Euro fällt zurück auf 1,1722 Dollar, verglichen mit 1,1780 am späten Dienstag.

Negative Nachrichten kommen unter anderem von Konjunkturseite. Die Eurozonen- Einkaufsmanagerindizes haben die Erwartungen verfehlt, was neben der Italien-Thematik den Euro schwächeln lässt.

Für Zurückhaltung sorgt daneben wie schon am Vorabend in den USA, dass US-Präsident Donald Trump mit den Fortschritten bei den Handelsgesprächen mit China offenbar nicht zufrieden ist. Außerdem hat er nach den zuletzt schärferen Tönen eine Verschiebung oder gar eine Absage seines Gipfeltreffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ins Gespräch gebracht.



Warten auf weißen oder schwarzen Rauch aus Italien


Zudem schwelt als Belastungsfaktor die Regierungsbildung in Italien weiter. Die Unsicherheit über die weitere politische Entwicklung drückt den Index in Mailand um 1,9 Prozent, gleichzeitig fallen am Anleihemarkt die Kurse, die Renditen ziehen also wieder an. Die italienische Zehnjahresrendite beträgt wieder 2,44 Prozent, verglichen mit knapp 2,33 Prozent. Die deutsche Zehnjahresrendite fällt dagegen von 0,56 auf 0,51 Prozent. Deutsche Anleihen gelten als praktisch nicht ausfallgefährdet und ziehen deshalb in der aktuellen Gemengelage verstärkt Käufe an.

Die Märkte warten weiter darauf, ob Staatspräsident Sergio Mattarella dem gemeinsam von Lega Nord und 5-Sterne-Bewegung vorgeschlagenen Giuseppe Conte als Kandidat für den Posten des Regierungschefs zustimmen wird. Mattarella zweifelt angeblich daran, ob sich der Politik-Neuling gegen die Chefs der beiden künftigen Koalitionspartner behaupten könne, berichteten italienische Medien am Dienstag. Demnach fordert der Präsident von den Parteien auch Garantien, dass die neue Regierung Italiens europäische Verpflichtungen und internationale Bündnisse respektiert.

Die Regierungsvorhaben der beiden system- und EU-kritischen Parteien könnten zu massiven Konflikten mit Brüssel führen. Die Lega und die Fünf Sterne wollen die Sparpolitik im hoch verschuldeten Italien beenden. Sie planen Steuersenkungen und massive zusätzliche Sozialausgaben.



Rohstoffaktien klare Tagesverlierer


Am Aktienmarkt stehen besonders Papiere aus dem Rohstoffsektor unter Abgabedruck. Hier gibt es Gegenwind von zwei Seiten. In der Stahlbranche sieht es nicht nach einer Verlängerung der Ausnahmeregelung für Stahlimporte aus Europa aus. Nachdem US-Präsident Donald Trump jüngst Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe einführen wollte, könnte es nun auch in Richtung Quoten gehen. Angeblich will Trump die Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU um rund 10 Prozent verringern.

Daneben sorgen Presseberichte über Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Senkung des Kohlepreises für Verkäufe von Bergbauaktien. Der Stoxx-Subindex der Rohstoffaktien, zu denen auch die Stahlwerte gezählt werden, verliert 2,2 Prozent. Noch stärker gibt nur der Subindex Öl und Gas nach und zwar um 2,5 Prozent.

Hier trüben Berichte die Stimmung, dass die Opec über eine Produktionsausweitung nachdenken soll angesichts der stark gestiegenen Preise und von potenziellen Angebotsausfällen in Venezuela und Iran. Die Ölpreise geben gleichwohl eher moderat nach und halten sich knapp unter den jüngst erreichten Mehrjahreshochs. Einziger Sektor im Plus ist der als defensiv und wenig zyklisch geltenden Nahrungsmittelaktien.



Marks & Spencer und CTS Eventim gesucht


Bei den Einzelwerten geht es in London für Marks & Spencer um 3,1 Prozent nach oben. Marktstratege David Madden von CMC Markets verweist auf den oberhalb der Markterwartung ausgefallenen Gewinn - auch wenn dieser um 5,4 Prozent auf 580,9 Millionen Pfund gesunken ist.

Standard Chartered ziehen um 1,6 Prozent an nach einem Artikel der Financial Times, wonach die britische Bank Barclays eine mögliche Fusion prüfen soll. Der Druck des aktivistischen Investors Edward Bramson habe dazu geführt, solche Optionen zu prüfen, heißt es. Für Barclays geht es um 1,6 Prozent nach unten.

Im MDAX steigen CTS Eventim nach der Vorlage guter Geschäftszahlen um 3,8 Prozent. Im TecDAX drückt bei Isra Vision ein Aktienplit im Verhältnis 1:5 den Kurs um knapp 79 Prozent. Bereinigt legt er damit sogar leicht zu, denn statt einer werden die Isra-Vision-Aktionäre dafür zukünftig fünf Aktien in ihren Depots wiederfinden.

Neue Geschäftszahlen von Vapiano stützen den Kurs nicht. Er gibt mit dem Gesamtmarkt um 1,5 Prozent nach.

Ein Übernahmegebot treibt in der dritten Reihe den Kurs von Westag & Getalit um rund 40 Prozent nach oben in die Nähe des Gebotspreises. Das niederländische Unternehmen Broadview hat einen Kaufvertrag mit der Liechtensteiner Stiftung Gethalia über 75,50 Prozent der Stammaktien von Westag & Getalit zum Preis von 30,26 Euro je Anteilsschein geschlossen. Westag ist ein Produzent von Holzwerkstoff- und Kunststofferzeugnissen.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.541,03 -1,29 -46,22 1,06
Stoxx-50 3.139,95 -1,00 -31,87 -1,19
DAX 12.966,35 -1,55 -203,57 0,38
MDAX 26.722,98 -0,99 -266,00 1,99
TecDAX 2.786,54 -1,12 -31,69 10,18
SDAX 12.550,04 -0,93 -117,95 5,58
FTSE 7.818,80 -0,74 -58,65 -0,29
CAC 5.575,97 -1,14 -64,13 4,96

Bund-Future 159,69 0,63 0,29


DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:41 Di, 18:08 % YTD
EUR/USD 1,1727 -0,44% 1,1754 1,1785 -2,4%
EUR/JPY 128,60 -1,56% 129,72 130,75 -4,9%
EUR/CHF 1,1616 -0,66% 1,1662 1,1699 -0,8%
EUR/GBP 0,8782 +0,16% 0,8778 1,1406 -1,2%
USD/JPY 109,70 -1,09% 110,36 110,97 -2,6%
GBP/USD 1,3355 -0,59% 1,3391 1,3442 -1,2%
Bitcoin
BTC/USD 7.912,91 -2,7% 7.974,42 8.249,94 -42,1%

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut
Deutschland 2 Jahre -0,64 -0,61 -0,02
Deutschland 10 Jahre 0,50 0,56 0,07
USA 2 Jahre 2,54 2,57 0,65
USA 10 Jahre 3,01 3,06 0,60
Japan 2 Jahre -0,15 -0,15 -0,01
Japan 10 Jahre 0,04 0,04 -0,01


ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 71,71 72,20 -0,7% -0,49 +20,0%
Brent/ICE 78,88 79,57 -0,9% -0,69 +20,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.296,79 1.291,19 +0,4% +5,60 -0,5%
Silber (Spot) 16,54 16,53 +0,1% +0,01 -2,3%
Platin (Spot) 908,95 905,50 +0,4% +3,45 -2,2%
Kupfer-Future 3,06 3,12 -2,1% -0,07 -8,0%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/gos/kla

END) Dow Jones Newswires

May 23, 2018 06:40 ET ( 10:40 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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