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MÄRKTE EUROPA/Verluste eingegrenzt - Normale Konsolidierung

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Die europäischen Börsen grenzen die Verluste aus dem frühen Handel am Dienstagnachmittag schon wieder ein. Der DAX fällt noch um 0,5 Prozent auf 13.714 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,2 Prozent ab. "Das ist ein normaler Konsolidierungstag nach den jüngsten Rekorden", sagt ein Marktteilnehmer zum DAX. "Zwei Schritte vor, einer zurück, daran wird sich angesichts des Umfelds auch in den kommenden Tagen nichts ändern", so ein anderer Marktteilnehmer. "Grund ist das Gezerre wegen der Auswirkungen des Coronavirus einerseits und der guten Liquiditätssituation andererseits", sagt er.

Am Dienstag hat eine Umsatzwarnung von Apple die Konsolidierungs erzwungen. Apple ist das erste der globalen US-Unternehmen, das unter explizitem Verweis auf das Coronavirus seine Prognose eingedampft hat und keine konkrete Neue nennt. Auch Unternehmen anderer Branchen haben gewarnt, dass eine Eskalation beim Coronavirus ihre Performance gefährden könnte, so die Großbank HSBC. Die HSBC-Bank hat ihren Nettogewinn halbiert und stellt das Aktienrückkaufprogramm ein wegen der Kosten für die laufende Restrukturierung. Der Kurs fällt um 6 Prozent.


Anleger suchen sichere Häfen - Gold auf Rekordstand

Sehr stark zeigt sich weiterhin der Goldpreis. Am Dienstag kostet die Feinunze mit zeitweise 1.477 Euro so viel wie nie zuvor. Aber auch in Dollar hat sie in den vergangenen Jahren nur am 8. Januar diesen Jahres mehr gekostet.

Gesucht sind auch andere so genannte sichere Häfen. So steigt der Index der europäischen Versorgeraktien um 0,7 Prozent. RWE ziehen um 1,4 Prozent an und markieren den höchsten Stand seit sieben Jahren. Auch Telekomaktien, die Papiere der Pharmahersteller und die Titel der Nahrungsmittel- und Getränke-Industrie können sich der Schwäche entziehen und notieren tendenziell fester.


Fusionsspekulationen in der Bankenbranche - Techs und Auto-Aktien unter Druck

Auch im Bankensektor gibt es mit wiederauflebenden Fusionsspekulation Gewinner. Intesa Sanpaolo will 4,86 Milliarden Euro in Aktien für UBI Banca bieten und 17 neue Intesa-Aktien für je 10 UBI-Anteile. UBI-Aktien haussieren um 24 Prozent, Intesa steigen um 2,5 Prozent. Fast alle Bankenwerte Italiens zeigen sich im Plus.

Unter Verkaufsdruck stehen dagegen Chip-Werte - einerseits wegen der Apple-Warnung, andererseits wegen neuer Abschottungstendenzen der Trump-Administration. Diese will die Chip-Zulieferung nach China und damit den freien Markt für Chips beschränken. Dialog Semiconductor fallen um 4,3 Prozent, STMicro um 1,4 Prozent und Infineon um 1,1 Prozent.

Der TecDAX gibt 0,7 Prozent ab. Allerdings gewinnen Compugroup 1,8 Prozent auf 66,10 Euro, nachdem Warburg die Aktie mit Kursziel von 75 Euro zum Kauf empfohlen hat.

Der europäische Stoxx-Technologie-Index verliert 0,7 Prozent. Noch stärker abwärts geht es mit den Rohstoffwerten und den Automobilaktien. Hier stehen Renault mit einem Minus von 4,4 Prozent nach schwachem Absatz in Frankreich besonders unter Druck. Europas Automarkt brach im Januar um 7,4 Prozent ein, der französische Markt sogar um 13,4 Prozent.


Thyssen nach Kone-Rückzug abwärts

Thyssenkrupp fallen um 4,6 Prozent. Am Vortag hatte die finnische Kone ihren Rückzug aus dem Bietergefecht um die Aufzugsparte mitgeteilt. Die verbleibenden Bieter sind Finanzinvestoren, "die wissen, wie dringend Thyssenkrupp das Geld braucht", so ein Händler. Das Unternehmen dürfte daher deutlich weniger als erhofft erlösen. Kone büßen 1,7 Prozent ein.

Leicht ins Plus gedreht sind Deutsche Börse. Die Geschäftszahlen zum vierten Quartal vom Vorabend hätten ein etwas langsameres Wachstum gezeigt, heißt es. Dieses lag jedoch wie Gewinn und Umsatz im von Analysten erwarteten Rahmen. Die hauseigenen Prognosen der Börse wurden erfüllt. Auch die Aktien der anderen Börsenbetreiber wie der Euronext oder der LSE legen etwas zu.


Patrizia nach Zahlen fest - LPKF mit schwachem Index-Debüt

Als "sehr ordentlich" werden die Geschäftszahlen von Patrizia im Handel bezeichnet, der Kurs steigt um 6,5 Prozent. Auch der Ausblick auf 2020 klingt zuversichtlich. So will das Immobilienunternehmen operativ 2020 ein Ergebnis von 120 bis 140 Millionen Euro erzielen. Im Vorjahr wurden 134,5 Millionen Euro erreicht, was ebenfalls schon über dem oberen Rand der hauseigenen Prognose lag. Die Aktien des SDAX-Neulings LPKF leiden dagegen unter Gewinnmitnahmen, sie fallen um 6,4 Prozent. Sie haben am Morgen die Aktien von TLG Immobilien im SDAX ersetzt.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.844,42 -0,23 -8,85 2,65
Stoxx-50 3.517,06 -0,10 -3,64 3,35
DAX 13.714,04 -0,51 -69,85 3,51
MDAX 29.149,35 -0,57 -166,99 2,95
TecDAX 3.243,19 -0,56 -18,29 7,57
SDAX 12.965,51 -0,77 -101,20 3,63
FTSE 7.388,85 -0,60 -44,40 -1,45
CAC 6.075,79 -0,17 -10,15 1,63

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,40 0,00 -0,64
US-Zehnjahresrendite 1,56 -0,02 -1,12

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:18 Mo, 17.30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0808 -0,27% 1,0835 1,0836 -3,6%
EUR/JPY 118,78 -0,23% 118,91 119,10 -2,6%
EUR/CHF 1,0623 -0,05% 1,0621 1,0633 -2,2%
EUR/GBP 0,8297 -0,44% 0,8340 0,8327 -2,0%
USD/JPY 109,92 +0,05% 109,75 109,92 +1,1%
GBP/USD 1,3027 +0,17% 1,2994 1,3013 -1,7%
USD/CNH (Offshore) 7,0034 +0,26% 7,0064 6,9828 +0,5%
Bitcoin
BTC/USD 9.710,76 +0,83% 9.782,26 9.663,51 +34,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 51,41 52,33 -1,2% -0,64 -15,4%
Brent/ICE 56,86 57,67 -1,4% -0,81 -13,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.589,76 1.580,96 +0,6% +8,80 +4,8%
Silber (Spot) 17,94 17,79 +0,8% +0,15 +0,5%
Platin (Spot) 978,15 971,00 +0,7% +7,15 +1,4%
Kupfer-Future 2,61 2,60 +0,5% +0,01 -6,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

END) Dow Jones Newswires

February 18, 2020 10:03 ET ( 15:03 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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