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MÄRKTE EUROPA/Vor EZB abwartend - Unternehmen mit Zahlenflut

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Nach dem Abverkauf des Vortages zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstagmittag hoch volatil - und letztlich mit Abgaben. Die angekündigten Lockdowns in Deutschland und Frankreich sowie die damit verbundenen Risiken für die Wirtschaft werden zumindest kurzfristig überlagert von der geldpolitischen Entscheidung der EZB am frühen Nachmittag. Die meisten Beobachter gehen zwar nicht davon aus, dass die EZB die Geldpolitik bereits am Donnerstag lockern wird. Allerdings könnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Lockerung bereits ankündigen. Der DAX büßt 0,2 Prozent auf 11.535 Punkte ein. Der Euro-Stoxx-50 notiert dagegen 0,8 Prozent im Minus bei 2.939 Zählern.

Für Aberdeen Investments ist es aus Marktsicht relevant, wie besorgt sich die EZB hinsichtlich der zweiten Welle des Coronavirus in Europa und der dadurch verursachten erneuten Abschwächung der Wirtschaft zeige. Eine zunehmende Zahl von Analysten befürchtet, dass die Wirtschaft im vierten Quartal wieder in eine Rezession abrutschen könnte. Die Deutsche Bank geht von einem Minus von mindestens 0,5 Prozent für die deutsche Wirtschaft aus. Mit Blick auf die EZB wird fest davon ausgegangen, dass sie noch vor der Jahreswende das Volumen des PEPP-Anleihekaufprogramms erhöhen werde - vermutlich um 500 Milliarden Euro.


Nokia brechen ein

Daneben nimmt die Berichtssaison weiter an Fahrt auf. Leicht unter den Erwartungen liegen die Geschäftszahlen der Credit Suisse (minus 5,2 Prozent). Die Bank hat für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 546 Millionen Franken ausgewiesen, das sind 38 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Analysten hatten laut einem von der Bank zusammengestellten Konsens mit 562 Millionen Franken gerechnet. Für Standard Chartered geht es an der Londoner Börse um 5 Prozent nach unten. Der operative Gewinn ist wegen hoher Rückstellungen im dritten Quartal eingebrochen.

Deutsche Börse verlieren 0,8 Prozent. Die Drittquartalszahlen bewegen sich zwar im Rahmen der Erwartungen. Allerdings hat der Börsenbetreiber das Erreichen des Gewinnziels für das laufende Jahr von einer höheren Handelsaktivität im vierten Quartal abhängig gemacht.

Nokia brechen um 15 Prozent ein. Das Unternehmen hat die erst Ende Juli angehobene Prognose wieder gesenkt. Der finnische Mobilfunknetzausrüster rechnet für 2020 nun mit einem Mittelwert von 23 Cent Gewinn je Aktie und 9,0 Prozent bereinigter operativer Marge. Das sind beim Gewinn 2 Cent und bei der Marge 0,5 Prozentpunkt weniger als zuletzt.


Royal Dutch Shell überzeugt - OMV mau

Sehr gut kommen Geschäftszahlen und vor allem Aussagen zur Dividendenpolitik bei Royal Dutch Shell an. "Das sieht alles besser als bei BP aus", sagt ein Händler. Vor allem die adjustierten Kennziffern auf CCS-Basis hätten die Erwartungen deutlich übertroffen, der Verlust des Fördergeschäfts konnte ausgeglichen werden. Die Dividende soll um 4 Prozent erhöht werden. Die Aktie legt 2,4 Prozent zu.

Sehr mau" seien die Geschäftszahlen des österreichischen Energiekonzerns OMV ausgefallen, heißt es im Handel. Dabei habe weniger die Coronakrise Schuld daran, sondern der lange Verfall der Ölpreise, von dem OMV abhängiger sei als BP und Shell. OMV verlieren 1,6 Prozent. Laut NordLB überzeugt Volkswagen nach dem katastrophalen zweiten Quartal mit einem guten dritten Vierteljahr. Die Markterwartungen seien klar übertroffen worden. VW gewinnen 2 Prozent.

Als "schlecht wie befürchtet" sehen Händlerkommentare die Geschäftszahlen von Airbus. Im Flugzeugbereich sei im dritten Quartal das adjustierte EBIT mit 641 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Airbus geben 1,6 Prozent nach.


Aixtron enttäuscht

Positiv überrascht zeigt man sich im Handel bei den Geschäftszahlen von Wacker Chemie (plus 4 Prozent). Einen Umsatz- und Gewinnanstieg gegenüber dem Vorquartal habe man nicht unbedingt auf dem Radar gehabt, auch wenn das Niveau natürlich wegen Corona deutlich niedriger als im Vorjahr sei, sagt ein Händler.

Aixtron brechen um 14 Prozent ein. Der Umsatz im dritten Quartal liegt mit 64,1 Millionen Euro etwa 10 Prozent unter den Erwartungen. Der Auftragsbestand ist allerdings kräftig gewachsen. Nemetschek gewinnen dagegen 10 Prozent. "Die Zahlen sind gut, und den Ausblick hat das Unternehmen angehoben", sagt ein Börsianer. Nemetschek rechnet nun mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich statt mindestens auf Vorjahreshöhe und mit einer EBITDA-Marge von 28 bis 29 statt über 26 Prozent.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 2.938,83 -0,83 -24,71 -21,53
Stoxx-50 2.694,18 -0,40 -10,87 -20,83
DAX 11.534,96 -0,22 -25,55 -12,94
MDAX 25.881,00 -0,01 -3,13 -8,59
TecDAX 2.839,23 0,35 9,92 -5,83
SDAX 11.530,32 0,64 73,80 -7,85
FTSE 5.583,96 0,02 1,16 -25,98
CAC 4.541,04 -0,66 -30,08 -24,04

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,64 -0,01 -0,88
US-Zehnjahresrendite 0,78 0,01 -1,90

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 08:49 Uhr Mi, 17:37 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1711 -0,33% 1,1749 1,1754 +4,4%
EUR/JPY 121,94 -0,48% 122,52 122,64 +0,0%
EUR/CHF 1,0683 -0,11% 1,0690 1,0694 -1,6%
EUR/GBP 0,9032 -0,15% 0,9035 0,9053 +6,7%
USD/JPY 104,14 -0,15% 104,28 104,32 -4,3%
GBP/USD 1,2963 -0,20% 1,3003 1,2982 -2,2%
USD/CNH (Offshore) 6,7157 -0,19% 6,7030 6,7313 -3,6%
Bitcoin
BTC/USD 13.152,72 -0,84% 13.158,00 13.098,75 +82,4%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 35,91 39,57 -4,0% -1,48 -36,4%
Brent/ICE 37,67 39,12 -3,7% -1,45 -38,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.876,17 1.878,39 -0,1% -2,22 +23,7%
Silber (Spot) 23,20 23,43 -1,0% -0,23 +30,0%
Platin (Spot) 864,00 872,40 -1,0% -8,40 -10,5%
Kupfer-Future 3,05 3,09 -0,2% -0,01 +8,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

END) Dow Jones Newswires

October 29, 2020 07:35 ET ( 11:35 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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Euronext 100 Index® 1.103,94 +0,27%
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