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MÄRKTE EUROPA/Weiter aufwärts - Zykliker gesucht

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)Weiter nach oben geht es am Dienstagmittag mit den Kursen an den europäischen Aktienmärkten. Der Euro-Stoxx-50 steigt um 1,1 Prozent auf 3.531 Punkte. Mit dem DAX geht es um 1 Prozent rauf auf 13.431 Punkte. Damit steht er nur noch knapp unter dem September-Hoch von 13.470 Punkten, laut Marktanalysten der letzten charttechnischen Hürde vor dem Allzeit-Hoch bei knapp 13.800 Punkten. Gefragt sind Aktien aus den Branchen der Banken, der Rohstoff-Unternehmen, der Autohersteller und der Reisekonzerne. Dagegen bleiben die vergleichsweise konjunkturunabhängigen Aktien aus den Bereichen Pharma, Versorger und Immobilien hinter dem Gesamtmarkt zurück. "Die Anleger setzen schon auf den nächsten Konjunkturaufschwung", so ein Marktteilnehmer.

Auslöser für den Kursanstieg sind erneut gute Konjunkturdaten aus China. Dort kletterte der Caixin-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im November auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Zuvor hatte schon der staatliche Einkaufsmanagerindex im November zugelegt. Er liegt ebenfalls klar im expansiven Bereich. Damit bleibt China weiter der globale Wachstumsmotor. Aber auch der deutsche Arbeitsmarkt hat im November besser abgeschnitten als erwartet, die Arbeitslosenzahl ging überraschend zurück.

In Europa setzen die Märkte auch auf weitere Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche. Sie könnte die Anleihekäufe ausweiten und die Banken mit billiger längerfristig ausgerichteter Liquidität versorgen.


Powell dürfte auf Notwendigkeit für Konjunktur-Paket verweisen

Am Nachmittag dürften die Anleger vor allem auf Aussagen von Fed-Präsident Jerome Powell zur Corona-Krise vor dem Senatsausschuss für Bank- und Wohnungswesen achten. "Der Fed-Chef wird sicher einmal mehr besonders auf die aktuellen Risiken für die US-Wirtschaft hinwiesen. Gleichzeitig wird er auf die Notwendigkeit weiterer staatlicher Konjunkturpakete eingehen. So kann Powell maximal Druck auf Republikaner und Demokraten aufbauen, endlich zu einer Einigung zu kommen", heißt es in einer Einschätzung von QC Partners.

Im DAX haben die Aktien von Fresenius mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 38,72 Euro die Nase vorn. Conti steigen um 2,9 Prozent. Gewinner Nummer 3 sind Munich Re mit einem Anstieg um 2,6 Prozent auf 239,70 Euro. Der Rückversicherer strebt für 2020 einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro an - dem steht allerdings eine Schätzung von LBBW und Jefferies von 1,5 Milliarden Euro entgegen. 2021 will Munich Re einen Gewinn von 2,8 Milliarden Euro erzielen.

Bayer steigen um 1,5 Prozent. Der Konzern trennt sich erneut von der Tiermedizin, er hat für umgerechnet 1,65 Milliarden Euro 54,5 Millionen Aktien von Elanco verkauft. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern aus Leverkusen hatte seine Sparte Animal Health Anfang August an Elanco veräußert und dafür im Gegenzug 5,17 Milliarden Dollar und 72,9 Millionen Elanco-Aktien bekommen. Zudem hat Bernstein das Kursziel auf 74 Euro erhöht und seine Einstufung der Bayer-Aktie als Outperformer bekräftigt.

Die Verliererseite wird von den Immobilien-Aktien Deutsche Wohnen und Vonovia angeführt. Sie leiden unter den Umschichtungen in zyklischere Aktien.


Zerwürfnis über Unternehmensstrategie bei Unicredit

Nach dem überraschenden Rücktritt von Jean Pierre Mustier als CEO von Unicredit geht es für die Aktie um 6,4 Prozent nach unten. Hintergrund scheint ein Zerwürfnis zwischen Mustier und dem Aufsichtsrat hinsichtlich der Unternehmensstrategie gewesen zu sein. Streitpunkt sollen unter anderem der von Mustier favorisierte Verkauf von italienischen Geschäftsteilen gewesen sein. Mustier wird im April ausscheiden, einen Nachfolger gibt es noch nicht. Das Machtvakuum an der Spitze der Bank könnte bei Anlegern für Zurückhaltung sorgen. Wie ein Händler anmerkt, dürfte damit eine mögliche Fusion zwischen Unicredit und einer französischen Bank vom Tisch sein.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.529,93 1,07 37,39 -5,75
Stoxx-50 3.082,70 0,93 28,51 -9,41
DAX 13.420,11 0,97 128,95 1,29
MDAX 29.451,26 0,51 149,80 4,02
TecDAX 3.143,16 -0,11 -3,43 4,25
SDAX 13.915,58 0,97 133,39 11,22
FTSE 6.390,91 1,99 124,72 -16,92
CAC 5.579,37 1,10 60,82 -6,67

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,57 0,01 -0,81
US-Zehnjahresrendite 0,86 0,01 -1,82

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 08:37 Uhr Mo, 17:30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1967 +0,29% 1,1972 1,1946 +6,7%
EUR/JPY 124,91 +0,33% 124,89 124,65 +2,5%
EUR/CHF 1,0840 +0,04% 1,0851 1,0827 -0,1%
EUR/GBP 0,8966 +0,15% 0,8945 0,8956 +5,9%
USD/JPY 104,39 +0,04% 104,38 104,35 -4,0%
GBP/USD 1,3345 +0,11% 1,3382 1,3340 +0,7%
USD/CNH (Offshore) 6,5623 -0,27% 6,5528 6,5826 -5,8%
Bitcoin
BTC/USD 19.469,25 -0,20% 19.464,50 19.506,56 +170,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 45,33 45,34 -0,0% -0,01 -19,1%
Brent/ICE 48,02 47,88 +0,3% 0,14 -20,7%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.806,32 1.777,07 +1,6% +29,25 +19,0%
Silber (Spot) 23,37 22,75 +2,7% +0,62 +30,9%
Platin (Spot) 985,80 967,43 +1,9% +18,38 +2,2%
Kupfer-Future 3,47 3,42 +1,3% +0,05 +22,7%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/err

END) Dow Jones Newswires

December 01, 2020 07:07 ET ( 12:07 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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