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MÄRKTE EUROPA/Zinssorgen belasten - Fed-Chef Powell enttäuscht

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Mit deutlichem Minus sind Europas Börsen am Freitag in den Handel gestartet. Sämtliche Branchen im marktbreiten Stoxx-600-Index notieren im Minus. Grund ist die ungebremste Belastung durch steigende Zinsen. Die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Präsident Jerome Powell am Vorabend konnte die Anleihemärkte nicht beruhigen. Im Gegenteil: Die Rendite der 10-jährigen US-Treasurys schoss nach oben und lag am Morgen bei 1,58 Prozent und damit nur knapp unter dem Jahreshoch. Der DAX verliert 1,1 Prozent auf 13.914 Punkte, der Euro-Stoxx-50-Index 1,2 Prozent auf 3.661 Zähler.

Während Powell nichts zu spezifischen Renditeniveaus sagen wollte, nannte er den Renditeanstieg der letzten Woche "bemerkenswert". Das Anspringen der Inflation sieht er bisher auch nur als einmaligen Effekt an. Das reicht aus Sicht der Börsen nicht aus: "Der Markt hatte eine deutlichere Ansage erwartet, als die Fed zu geben bereit war", sagte Jim Vogel, Zinsstratege von FHN Financial.


Zinsanstieg weiter ungebremst

"Die steigenden Zinsen bleiben das große Schreckgespenst an den Börsen", heißt es von QC Partners. Nach der EZB habe jetzt auch die Fed deutlich gemacht, dass sie den Zinsanstieg nicht unmittelbar stoppen wolle. Die große Frage sei jetzt, wo die Schmerzgrenze der Notenbanken liege. QC Partners hält es für gut möglich, dass einige austesten wollten, wann die Notenbanken tatsächlich eingriffen.

Während es in Asien mit den Kursen nach unten ging, hielt sich China nach Bekanntgabe des neuen Fünfjahresplans recht gut. Das Land strebt ein Wachstum von mindestens 6 Prozent an. Zwar gab es Analysten, die Wachstumsziele von 8 Prozent erwarteten, allerdings gab es auch Ökonomen, die glaubten, dass die Führung in Peking komplett auf ein numerisches Wachstumsziel verzichten würde.


US-Arbeitsmarkt im Fokus

Am Nachmittag stehen dann mit den US-Arbeitsmarktdaten für Februar die wichtigsten Konjunkturdaten der Woche an. Das Beige Book der Fed hatte bereits gezeigt, dass Arbeitskraft in einigen Sektoren knapp wird. Ein zu hohes Plus beim Stellenaufbau könnte daher die Angst vor Inflation durch Lohndruck ankurbeln und die Renditen steigern. Erwartet werden 210.000 neue Stellen und ein Anstieg der Stundenlöhne um 0,20 Prozent zum Vormonat.

Reisewerte stellen am Morgen die Hauptverlierer, besonders die Fluglinien. Air France und Lufthansa fallen je 3,2 Prozent, IAG 2,7 Prozent und Easyjet 2,2 Prozent. "Nach der Erholungsrally in Richtung Wiedereröffnung bei den Reisewerten rücken jetzt wieder Risiken in den Fokus", sagt ein Händler. Dazu zählten auch solche entfernten Risikoposten wie ein denkbarer Vulkanausbruch in Island. Dies hatte Europas Airlines 2010 nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull schon einmal auf den Boden gezwungen.

Der Sektor der Öl- und Gasaktien ist mit 0,4 Prozent Minus noch die stärkste Branche in Europa dank der Beschlüsse der Opec+. Die Gruppe einigte sich darauf, die Produktion im kommenden Monat weitgehend konstant zu halten.

Auch die am Vortag abverkauften Hersteller von Windkraftanlagen können sich trotz guter Nordex-Zahlen nicht erholen. Vestas geben weitere 2,1 Prozent nach. Nordex fallen nur 0,8 Prozent, der Umsatz belief sich 2020 auf 4,6 Milliarden Euro, was über der Jefferies-Schätzung von 4,4 Milliarden Euro liegt. Auch der Gewinn war höher.

Positiv hervor ragen Demire mit 5,3 Prozent Plus nach vorläufigen Zahlen und Dividendenforderungen . Der Gewinn fiel höher aus, Großaktionäre forden dessen vollständige Ausschüttung.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 3.673,78 -0,84 -31,07 3,41
Stoxx-50 3.160,92 -0,66 -20,96 1,69
DAX 13.940,89 -0,82 -115,45 1,62
MDAX 31.011,76 -0,95 -297,45 0,70
TecDAX 3.250,28 -0,62 -20,30 1,17
SDAX 14.807,06 -1,26 -189,28 0,29
FTSE 6.597,92 -0,80 -52,96 2,95
CAC 5.779,52 -0,88 -51,13 4,11

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,30 0,01 -0,54
US-Zehnjahresrendite 1,55 -0,01 -1,13

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:15 Uhr Do, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1921 -0,46% 1,1957 1,2044 -2,4%
EUR/JPY 129,30 -0,01% 129,44 129,56 +2,5%
EUR/CHF 1,1098 -0,24% 1,1114 1,1140 +2,7%
EUR/GBP 0,8613 -0,05% 0,8613 0,8612 -3,6%
USD/JPY 108,47 +0,45% 108,27 107,57 +5,0%
GBP/USD 1,3843 -0,40% 1,3885 1,3985 +1,3%
USD/CNH (Offshore) 6,4874 -0,05% 6,4830 6,4759 -0,2%
Bitcoin
BTC/USD 46.738,25 -3,12% 47.402,25 49.902,00 +60,9%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 64,74 63,83 +1,4% 0,91 +33,0%
Brent/ICE 67,77 66,74 +1,5% 1,03 +31,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.692,33 1.698,40 -0,4% -6,08 -10,8%
Silber (Spot) 25,23 25,43 -0,8% -0,20 -4,4%
Platin (Spot) 1.121,55 1.129,00 -0,7% -7,45 +4,8%
Kupfer-Future 4,03 3,99 +1,0% +0,04 +14,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/raz

END) Dow Jones Newswires

March 05, 2021 03:52 ET ( 08:52 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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EUR +0,09
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EUR ±0,00
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EUR -0,55
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EUR +0,20
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