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MÄRKTE USA/Aktientalfahrt vor Wochenende hält an

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Talfahrt an der Wall Street setzt sich zum Wochenausklang nahezu ungebremst fort. Die Sorgen über die anhaltende Ausbreitung des Coronavirus gehen immer stärker in Rezessionsängste über - befeuert durch eine steigende Anzahl warnender Unternehmen. Zudem verkünden immer mehr US-Bundesstaaten Notfallmaßnahmen gegen die Seuche. Gerade vor dem Wochenende bauen Anleger Risikopositionen ab und verkaufen daher Aktien. Selbst ein überraschend positiver US-Arbeitsmarktbericht liefert keine Unterstützungen für die Börsen - ein eher seltenes Phänomen.

Der US-Arbeitsmarktbericht fiel ordentlich aus, aber er kann die Verwerfungen am Aktienmarkt nicht zügeln. Investoren sind nicht einmal im Entferntesten an risikoreicheren Anlagen interessiert", urteilt Chefmarktanalyst Naeem Aslam von AvaTrade. Im Februar wurden deutlich mehr Stellen geschaffen als Analysten für möglich gehalten hatten. Zudem wurde der Januarwert leicht nach oben revidiert. Auf größeres Interesse würden erst Daten stoßen, die die Auswirkungen des Virus widerspiegelten, heißt es.

Der Dow-Jones-Index verliert gegen Mittag US-Ostküstenzeit 2,5 Prozent auf 25.463 Punkte. Für den S&P-500 geht es um 3 Prozent nach unten, der Nasdaq-Composite fällt um 3,1 Prozent. Im Gegenzug bleiben sichere Häfen wie Yen, Gold und vor allem Rentenpapiere gesucht. Aktuell bricht die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 18,1 Basispunkte auf 0,73 Prozent ein. Im Verlauf rentierten die US-Benchmark-Anleihen auch schon mit weniger als 0,70 Prozent und bewegen sich damit weiter auf Allzeittief. Händler sprechen von Panikkäufen angesichts der Rezessionsängste und der Erwartung weiterer Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank Mitte März.


Ölpreise im freien Fall

Auch am Ölmarkt dominieren die Rezessions- und Nachfragesorgen. Der Preisverfall beschleunigt sich massiv. Europäisches Referenzöl der Sorte Brent rutscht auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Neben den Nachfragesorgen belastet auch die Angebotsseite. Denn das Erdölkartell Opec hat sich nicht mit Russland auf eine geplante signifikante Fördersenkung einigen können. Die Gespräche der Gruppe Opec+ wurden am Freitag ergebnislos abgebrochen. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 7,5 Prozent auf 42,47 Dollar, Brent um 7,3 Prozent auf 46,32 Dollar.

Am Devisenmarkt verliert der ICE-Dollarindex 0,9 Prozent - auf Wochensicht steht ein Abschlag von 2,4 Prozent zubuche. Die Schwäche der US-Währung begründen Händler mit der festen Erwartung weiterer US-Zinssenkungen. Auch die wegbrechenden US-Marktzinsen drücken den Greenback vor dem Hintergrund des sich ausbreitenden Coronavirus. Der Euro klettert erstmals seit Sommer vergangenen Jahres wieder über die Marke von 1,13 Dollar. Hier sehen Händler aber auch das Auflösen von Euro-Carry-Trades im Zuge des Abbaus von Risikopositionen als Grund für den festen Euro.

Der "sichere Hafen" Gold legt zwischenzeitlich weiter zu, kommt aber von den Tagehochs zurück. Das Edelmetall ist aber weiterhin - abgesehen vom Jahreshoch vor einer Woche - so teuer wie zuletzt vor sieben Jahren. Die Feinunze verliert 0,3 Prozent auf 1.668 Dollar.


Banken- und Ölwerte brechen ein

Mit den abstürzenden Marktzinsen zählen Bankenwerte wie schon am Vortag zu den schwächsten - der Branchenindex büßt weitere 5,1 Prozent ein. Im Dow bilden JP Morgan mit minus 6 Prozent das Schlusslicht. Mit dem Ölpreisverfall verlieren Energietitel 5,3 Prozent im Schnitt - Exxon Mobil sinken um 4,8 Prozent.

Auch bei den Unternehmen werden die Auswirkungen der Coronavirusepidemie immer deutlicher sichtbar. So hat Starbucks ihre Umsatzprognose für China, den zweitgrößten Markt, um mindestens 400 Millionen US-Dollar für das laufende Quartal gesenkt. Der Konzern will zudem von der geplanten Eröffnung neuer Läden in dem Land absehen. Die Aktie verliert 1,9 Prozent.

Selbst die Aktien des Halbleiterherstellers AMD geben 1,8 Prozent ab. Der Konzern hatte vor dem Hintergrund der grassierenden Ängste vor negativen Folgen der Coronavirusepidemie seinen Ausblick für das erste Quartal bestätigt und mitgeteilt, mit moderaten Auswirkungen auf das Geschäft zu rechnen.

Für H&R Block geht es um 5,9 Prozent nach unten. Das Steuerberatungsunternehmen setzte im dritten Quartal des Geschäftsjahrs zwar mehr um, weitete aber zugleich den Verlust aus.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.462,84 -2,52 -658,44 -10,78
S&P-500 2.934,06 -2,97 -89,88 -9,18
Nasdaq-Comp. 8.471,42 -3,06 -267,17 -5,59
Nasdaq-100 8.405,42 -3,07 -266,24 -3,75

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,46 -14,0 0,60 -74,5
5 Jahre 0,55 -12,5 0,68 -137,3
7 Jahre 0,68 -14,1 0,82 -157,1
10 Jahre 0,73 -18,1 0,91 -171,2
30 Jahre 1,30 -24,7 1,54 -177,1

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:15 Uhr Do, 17:14 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1314 +0,75% 1,1227 1,1186 +0,9%
EUR/JPY 119,17 -0,07% 118,96 119,32 -2,3%
EUR/CHF 1,0597 -0,21% 1,0607 1,0629 -2,4%
EUR/GBP 0,8701 +0,38% 0,8661 0,8652 +2,8%
USD/JPY 105,32 -0,81% 105,95 106,68 -3,2%
GBP/USD 1,3002 +0,39% 1,2963 1,2927 -1,9%
USD/CNH (Offshore) 6,9351 -0,06% 6,9458 6,9401 -0,5%
Bitcoin
BTC/USD 9.089,09 +0,20% 9.111,52 9.105,01 +26,1%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 42,05 45,90 -8,4% -3,85 -30,4%
Brent/ICE 45,84 49,99 -8,3% -4,15 -29,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.668,07 1.672,35 -0,3% -4,28 +9,9%
Silber (Spot) 17,19 17,45 -1,5% -0,26 -3,7%
Platin (Spot) 899,15 867,55 +3,6% +31,60 -6,8%
Kupfer-Future 2,55 2,58 -1,2% -0,03 -9,2%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/ros

END) Dow Jones Newswires

March 06, 2020 12:33 ET ( 17:33 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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