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MÄRKTE USA/An Wall Street dominiert die Vorsicht

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Anleger an der Wall Street blicken weiter besorgt Richtung China, nachdem die Unruhen in Hongkong abermals eskaliert sind. Händler sehen eine Situation in der chinesischen Sonderverwaltungszone, die außer Kontrolle geraten könnte. Die Polizei hat auf Demonstranten geschossen und mehrere getroffen. Im Handel fürchtet man, dass die Eskalation den Sicherheitsorganen vom chinesischen Kernland einen Vorwand zum Eingreifen liefern könnte.

Dies könnte auch einen Schatten auf die Handelsgespräche zwischen China und den USA werfen. Dies gilt umso mehr, da sich US-Präsident Donald Trump zuletzt wieder etwas zurückhaltender zum Stand der Gespräche geäußert hatte. Er machte klar, dass er derzeit einer Rücknahme der Zölle auf chinesische Importe nicht zustimme. Zudem deutete er an, dass die Gespräche schleppender als von ihm erhofft liefen. Die grundsätzlichen Handelsprobleme dürften wohl kaum in kurzer Zeit zu lösen sein, warnt Marktstratege Mike Bell von JP Morgan Asset Management. Der Dow-Jones-Index fällt um 0,3 Prozent auf 27.592 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite geben ebenfalls um je 0,3 Prozent ab.

Es ist heute sehr beunruhigend, die Gewalt ist jetzt in einer anderen Phase", sagt Fondsverwalter Weiqi Zhu von Gao Zheng Asset Management und fügt hinzu, dass die politische Unsicherheit die Investoren in Hongkong zurückgehalten habe. Marktstratege Hussein Sayed von FXTM ergänzt, die Gewalt "zwingt Anleger weltweit in die Defensive".


Dollar schwächelt

Der Dollar neigt derweil zur Schwäche, der ICE-Dollarindex gibt 0,2 Prozent ab. Der Yen als vermeintlicher Fluchthafen in unsicheren Zeiten profitiert von den Bildern der Gewalt in Hongkong, der Dollar sinkt auf 109,06 Yen nach Wechselkursen um 109,25 am Freitagabend. Auch der Euro legt zum Greenback zu. Das britische Pfund schießt indes deutlich nach oben. Grund sind Aussagen von Nigel Farage, dem Vorsitzenden der britischen Brexit-Partei. Er kündigte an, dass seine Partei in konservativ beherrschten Wahlkreisen bei den Neuwahlen im Dezember nicht antreten werde. Damit erhöhen sich laut Marktteilnehmern die Chancen auf einen Wahlsieg der Tories und auf eine Umsetzung des Brexit-Plans von Premierminister Boris Johnson.

Von der Dollarschwäche und den Sorgen um die Stabilität in Hongkong profitiert Gold, die Feinunze verteuert sich um 0,2 Prozent auf 1.462 Dollar.

Am Rentenmarkt tut sich indes nichts, denn dieser ist wegen des Veterans Days geschlossen. Derweil holen die Ölpreise einen Teil ihrer Tagesverluste auf, gestützt vom schwächelnden Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich noch um 0,4 Prozent auf 57,01 Dollar je Fass, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 0,2 Prozent auf 62,36 Dollar. Die Verluste begründen Händler mit Nachfragesorgen wegen der wieder etwas gesunkenen Hoffnung auf ein Ende des Handelsdisputs. Das im Iran entdeckte neue Ölfeld spielt angesichts der Iran-Sanktionen kaum eine Rolle am Ölmarkt.

Unter den Einzelaktien ziehen die Titel der Drogeriemarktkette Walgreens Boots Alliance um 5,7 Prozent an und führen damit das Tableau im Dow souverän an. Marktteilnehmer verweisen auf eine Bloomberg-Meldung mit Bezug auf informierte Kreise, wonach sich die Beteiligungsgesellschaft KKR formell an den Konzern gewandt habe, um Pläne für einen Abschied von der Börse zu prüfen. Laut Händlern könnte es der größte mit Fremdmitteln finanzierte "Buyout" aller Zeiten werden. Bereits in der Vorwoche hatten entsprechende unbestätigte Berichte bei verschiedenen Medien die Runde gemacht. Finale Entscheidungen sollen aber bislang keine getroffen worden sein.

Tupperware Brands kommen mit 3,1 Prozent unter die Räder. Der Hersteller von Kunststoffhaushaltsartikeln hat die Quartalsdividende ausfallen lassen. Die Gesellschaft will damit ihre finanzielle Flexibilität und in der Folge die Profitabilität verbessern. Für Nine Energy Service geht es um 9,4 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen seinen Quartalsbericht vorgelegt hat. Beim Ergebnis schnitt der Ölfelddienstleister besser ab, als Analysten erwartet hatten - umsatzseitig erneut schlechter.



INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 27.592,33 -0,32 -88,91
S&P-500 3.082,99 -0,33 -10,09
Nasdaq-Comp. 8.449,87 -0,30 -25,44
Nasdaq-100 8.229,02 -0,33 -26,87

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:13 Fr, 17:20 Uhr
EUR/USD 1,1040 +0,18% 1,1028 1,1019
EUR/JPY 120,40 +0,02% 120,18 120,23
EUR/CHF 1,0971 -0,19% 1,0985 1,0984
EUR/GBP 0,8589 -0,30% 0,8615 0,8618
USD/JPY 109,06 -0,15% 108,98 109,12
GBP/USD 1,2853 +0,48% 1,2800 1,2783
USD/CNH (Offshore) 7,0106 +0,28% 7,0092 6,9965
Bitcoin
BTC/USD 8.720,76 -3,91% 8.791,76 8.780,26

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD
WTI/Nymex 57,01 57,24 -0,4% -0,23
Brent/ICE 62,36 62,51 -0,2% -0,15

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD
Gold (Spot) 1.455,18 1.458,70 -0,2% -3,53
Silber (Spot) 16,82 16,79 +0,1% +0,02
Platin (Spot) 879,05 891,34 -1,4% -12,29
Kupfer-Future 2,66 2,68 -0,7% -0,02


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/raz/flf

END) Dow Jones Newswires

November 11, 2019 12:37 ET ( 17:37 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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