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MÄRKTE USA/Anleger stoßen Aktien ab - Warnsignal am Anleihemarkt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Euphorie des Vortages nach der Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit löst sich am Mittwoch an der Wall Street in Luft auf. Mit den Indizes geht es kräftig abwärts. Kurz nach dem Handelsstart verliert der Dow-Jones-Index 1,5 Prozent 25.900 Punkte, der S&P-500 gibt 1,4 Prozent ab und der Nasdaq-Composite 1,6 Prozent. Am Dienstag liefen die Indizes steil nach oben, weil die USA die neuen Strafzölle auf chinesische Importe verschoben haben. Doch Anleger sehen sich nach wie vor von einem Wall politischer und wirtschaftlicher Probleme umzingelt.

In Asien ging es an den Börsen nur noch verhalten aufwärts, in Europa sind massive Verluste zu verkraften. Schwache chinesische Konjunkturdaten belegen, dass der Handelsstreit seine Spuren hinterlässt, und in Deutschland ist die Wirtschaft im zweiten Quartal geschrumpft. In den USA sei die Gefahr einer Rezession aber sehr gering, meint Vermögensverwalter Geoff Yu von UBS Wealth Management. Die Anleger könnten noch Hoffnung hegen, müssten sich aber auch auf Schlimmeres vorbereiten.



Flucht in Sicherheit


Zumindest ein Signal Richtung Rezession wurde bereits gefunkt: Die Zweijahresrendite lag vorübergehend über der der Zehnjährigen - erstmals seit 2007. Diese sogenannten "inverse" Zinsstruktur ist eine ungewöhnliche Konstellation und wird von manchen Markkteilnehmern als mögliches Anzeichen einer nahenden Rezession gesehen. Im übrigen sacken die Renditen quer durch die Laufzeiten ab. Die dreißigjährigen Papiere rentieren so tief wie nie zuvor. Die Rendite der zehnjährigen Papiere sackt um 9,7 Basispunkte ab auf 1,61 Prozent, die der zweijährigen fällt um 7,7 Basispunkte auf 1,59 Prozent. Treasurys mit einer Laufzeit von dreißig Jahren rentieren mit 2,05 Prozent und damit 11 Basispunkte tiefer als am Dienstag.

Auch sonst ist an den Märkten erneut Sicherheit Trumpf. Die Vortagesverluste der Fluchtwährung Yen werden bereits wieder aufgeholt. Aktuell steht der Dollar bei 106 Yen nach einem Hoch von knapp 107 am Dienstag. Dagegen gibt es im Euro-Dollar-Paar erneut nur wenig Bewegung, der Euro pendelt weiter um die Marke von 1,12.

Gold ist angesichts des Umfelds gefragt. Niedrige Zinsen und politische wie wirtschaftliche Unsicherheiten lassen das Edelmetall glänzen. Die Feinunze steigt um 0,8 Prozent auf 1.514 Dollar. Am Vortag war sie bis auf 1.535 Dollar gestiegen, bevor sie wegen der neuen Meldungen im Handelsstreit bis auf 1.480 Dollar abstürzte.

Dagegen leidet der Ölpreis unter den verschärften Konjunktursorgen. Eine lahmende Wirtschaft benötigt weniger von dem Schmierstoff. Die US-Sorte WTI fällt um 3,3 Prozent auf 55,20 Dollar je Barrel, die global gehandelte Sorte Brent verliert 3 Prozent auf 59,45 Dollar.

Am Aktienmarkt stehen Viacom und CBS im Blick. Die Medienkonzerne wollen fusionieren. Das neue Unternehmen wäre mit einem Umsatz von mehr als 28 Milliarden Dollar einer der größten Medienkonzerne weltweit, der Marken wie MTV, Comedy Central, Showtime und Paramount Pictures unter einem Dach vereint. CBS fallen um 2,9 Prozent, Viacom verlieren 3,2 Prozent.

Boeing leiden erneut unter den enttäuschenden Absatzzahlen vom Vortag. Das Unternehmen hat in den ersten sieben Monaten 2019 weniger Flugzeuge ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum und fällt damit weiter hinter Wettbewerber Airbus zurück. Es seien bis Ende Juli 258 Maschinen ausgeliefert worden, teilte Boeing mit. Im Vorjahr waren es noch 417 Flugzeuge gewesen. Die Aktie gibt 1,2 nach. Sie hat seit dem Hoch Anfang März bereits ein Viertel verloren.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.899,72 -1,45 -380,19 11,03
S&P-500 2.886,25 -1,37 -40,07 15,13
Nasdaq-Comp. 7.890,04 -1,58 -126,32 18,91
Nasdaq-100 7.612,79 -1,49 -115,36 20,27

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,59 -7,7 1,67 38,9
5 Jahre 1,51 -7,7 1,58 -41,7
7 Jahre 1,55 -8,6 1,63 -70,0
10 Jahre 1,61 -9,7 1,70 -83,9
30 Jahre 2,05 -11,2 2,16 -101,9

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 07:42 Uhr Di, 17:28 % YTD
EUR/USD 1,1176 +0,03% 1,1168 1,1190 -2,5%
EUR/JPY 118,43 -0,70% 118,93 119,12 -5,8%
EUR/CHF 1,0868 -0,39% 1,0904 1,0893 -3,5%
EUR/GBP 0,9266 +0,04% 0,9265 0,9276 +3,0%
USD/JPY 106,00 -0,69% 106,49 106,46 -3,3%
GBP/USD 1,2063 +0,01% 1,2056 1,2063 -5,5%
USD/CNY 7,0214 -0,31% 7,0201 7,0435 +2,1%
Bitcoin
BTC/USD 10.568,25 -2,61% 10.552,00 10.899,50 +184,1%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 55,20 57,10 -3,3% -1,90 +15,4%
Brent/ICE 59,45 61,30 -3,0% -1,85 +7,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.513,76 1.501,39 +0,8% +12,37 +18,0%
Silber (Spot) 17,21 16,98 +1,4% +0,23 +11,1%
Platin (Spot) 853,71 852,50 +0,1% +1,21 +7,2%
Kupfer-Future 2,59 2,63 -1,4% -0,04 -1,9%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/raz/cln

END) Dow Jones Newswires

August 14, 2019 09:44 ET ( 13:44 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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