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MÄRKTE USA/Börse erholt sich dank Übergangslösung im Huawei-Streit

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die US-Börsen haben sich am Dienstag von den Vortagesverlusten erholt. Dabei legten vor allem die Technologie-Werte zu, nachdem der Sektor vor dem Hintergrund der Entwicklungen um den chinesischen Telekom-Ausrüster Huawei am Vortag noch unter Druck gestanden hatte. Er gewann 1,2 Prozent. Zentrale Themen waren erneut der Handelsstreit und seine möglichen Folgen.

Begünstigt wurde die Erholung der Technologie-Werte vor allem durch Aussagen des US-Handelsministeriums. In einer Verordnung, deren Bekanntgabe für Mittwoch geplant ist, wird das Ministerium nach eigenen Angaben eine auf 90 Tage befristete Lizenz für US-Exporte an Huawei und mehrere mit dem Konzern verbandelte Unternehmen zulassen.

Zuvor hatte bereits der Gründer und CEO von Huawei, Ren Zhengfei, erklärt, sein Unternehmen sei auf das Schlimmste vorbereitet und habe Chips in genügender Zahl eingelagert. Die Exportbeschränkungen der USA würden die Entwicklung der 5G-Technologie nicht behindern, und die 5G-Technologie von Huawei werde innerhalb weniger Jahre jedem anderen Unternehmen überlegen sein.

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 0,8 Prozent auf 25.877 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,8 Prozent nach oben und der Nasdaq-Composite gewann 1,1 Prozent. Dabei standen den 2.323 Kursgewinnern nur 632 -verlierer gegenüber. Unverändert gingen 79 Titel aus dem Handel.

Die Agenda der US-Konjunkturdaten war übersichtlich. Veröffentlicht wurden nur die Verkäufe bestehender Häuser für April. Diese verfehlten zwar die Konsensschätzung von Ökonomen leicht, die Analysten von BMO sprachen jedoch von insgesamt soliden Zahlen, die von einer Stabilisierung oder gar Erholung des Sektors zeugten. Nach US-Handelsschluss sollten die wöchentlichen Öllagerdaten des privaten American Petroleum Institute (API) folgen.



Apple leicht erholt - Tesla bleibt unter Druck


Bei den Einzelwerten ging es für die Apple-Aktie um 1,9 Prozent nach oben, die damit gut die Hälfte der Vortagesverluste wieder aufholte. Die Gefahr, dass China Vergeltungsmaßnahmen ergreifen und Apple sanktionieren könnte, blieb jedoch bei den Investoren präsent.

Die Tesla-Aktie setzte ihre Abwärtstendenz der vergangenen Tage fort, wenn auch deutlich langsamer. Sie verlor weitere 0,2 Prozent auf 204,97 Dollar. Es belasteten abermals Berichte, denen zufolge Tesla-Chef Elon Musk gewarnt hat, dass die Barmittel nur noch für zehn Monate ausreichen. Demzufolge müsse bis dahin ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden. In den Chor der skeptischen Analystenstimmen reihte sich nun Morgan Stanley ein. Die Analysten sehen die Tesla-Aktie im ungünstigsten Fall (Bear Case) bei 10 Dollar; bislang waren es 97 Dollar. Im günstigsten Fall könnte die Aktie aber auf 391 Dollar steigen, so die Analysten. Ihre Einstufung Equal-Weight bekräftigten sie.

Die US-Heimwerkerkette Home Depot hat im ersten Quartal trotz des schlechten Wetters Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Konzern übertraf beim Ergebnis die Erwartungen der Analysten und bestätigte den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019/20. Dagegen habe das flächenbereinigte Umsatzwachstum leicht enttäuscht, hieß es. Die Papiere schafften dennoch den Dreh ins Plus und schlossen 0,3 Prozent höher.

Der Pharmakonzern Merck & Co erwirbt für zunächst 1,05 Milliarden Dollar in bar Peloton Therapeutics. Je nach den Erfolgen bei der Marktzulassung von Medikamentenkandidaten und ihren späteren Umsätzen sollen nochmals bis zu 1,15 Milliarden Dollar an die Peloton-Aktionäre fließen. Die Merck-Aktie stieg um 0,8 Prozent.

Für die Aktien der beiden Einzelhändler JC Penney und Kohl's ging es um 7,4 bzw. 12,4 Prozent abwärts. Die Unternehmen haben mit ihren Quartalszahlen bei Umsatz und Gewinn die Markterwartungen verfehlt. Vor allem die Ergebnisse von Kohl's seien eine negative Überraschung, merkten Händler an.



Pfund profitiert von Spekulation auf zweites Brexit-Referendum


Das britische Pfund machte am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit einen deutlichen Satz nach oben auf ein Tageshoch bei 1,2815 Dollar. Auslöser des Kursanstiegs waren zunächst unbestätigte Berichte, dass Premierministerin May mit Mitgliedern ihrer Regierung erörtert habe, das Parlament frei über die Veranstaltung eines zweiten Brexit-Referendums abstimmen zu lassen. Der Anstieg des Pfund ereignete sich unmittelbar vor einer Rede Mays, bei der sie weitere Details eines neuen Brexit-Deals bekanntgab und - wie zuvor kolportiert - tatsächlich ein zweites Referendum in Aussicht stellte. Die Entscheidung darüber solle allerdings erst fallen, nachdem das Unterhaus dem Brexit-Abkommen zugestimmt habe. Diese Einschränkung ließ das Pfund die zwischenzeitlichen Gewinne wieder abgeben. Es notierte im späten US-Handel bei etwa 1,27 Dollar.

Die Ölpreise zeigten sich wenig verändert. Die konjunkturellen Sorgen und damit die Möglichkeit einer Verknappung der Nachfrage stünden einer möglichen Ausweitung der Opec-Förderbeschränkung und Auswirkungen der schärferen Iran-Sanktionen gegenüber, die positiv auf die Preise wirken dürften, hieß es. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 0,2 Prozent auf 62,99 Dollar, für Brent ging es um 0,3 Prozent auf 72,18 Dollar aufwärts.

Mit der wieder gestiegenen Risikofreude der Investoren und den entschärften Huawei-Aussagen ging das Interesse an dem "sicheren Hafen" Gold zurück. Der Preis für die Feinunze fiel um 0,2 Prozent auf 1.275 Dollar.

Auch für die US-Anleihen ging es leicht nach unten. Die Rendite zehnjähriger Papiere erhöhte sich um 1,3 Basispunkte auf 2,43 Prozent. Neben der Erholung an den Aktienmärkten nannten Beobachter auch den Wirtschaftsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als Grund für den Rückzug aus Treasurys. Die OECD hatte zwar ihre Prognose für das diesjährige Weltwirtschaftswachstum wegen des Handelsstreits gesenkt, die Prognose für das Wachstum der US-Wirtschaft und des Euroraums jedoch leicht angehoben. Damit seien Anleihen zur Absicherung gegen wirtschaftlich unruhige Zeiten weniger begehrt gewesen.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.877,33 0,77 197,43 10,93
S&P-500 2.864,36 0,85 24,13 14,26
Nasdaq-Comp. 7.785,72 1,08 83,35 17,34
Nasdaq-100 7.451,02 1,01 74,32 17,71

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,25 2,5 2,22 104,7
5 Jahre 2,23 2,0 2,21 30,4
7 Jahre 2,32 1,1 2,31 7,1
10 Jahre 2,43 0,9 2,42 -1,9
30 Jahre 2,85 0,9 2,84 -22,2

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:25 Mo, 17:05 % YTD
EUR/USD 1,1161 -0,06% 1,1148 1,1167 -2,6%
EUR/JPY 123,40 +0,37% 122,78 122,77 -1,9%
EUR/CHF 1,1288 +0,22% 1,1274 1,1263 +0,3%
EUR/GBP 0,8787 +0,14% 0,8770 0,8768 -2,4%
USD/JPY 110,56 +0,43% 110,14 109,94 +0,8%
GBP/USD 1,2701 -0,21% 1,2710 1,2735 -0,5%
Bitcoin
BTC/USD 8.047,00 -0,10% 7.909,75 7.792,75 +116,4%



ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 63,02 63,10 -0,1% -0,08 +34,3%
Brent/ICE 72,19 71,97 +0,3% 0,22 +31,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.274,67 1.277,75 -0,2% -3,08 -0,6%
Silber (Spot) 14,45 14,48 -0,2% -0,03 -6,8%
Platin (Spot) 816,00 814,00 +0,2% +2,00 +2,5%
Kupfer-Future 2,72 2,73 -0,4% -0,01 +2,9%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln

END) Dow Jones Newswires

May 21, 2019 16:12 ET ( 20:12 GMT)

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