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MÄRKTE USA/Corona-Sorgen schicken Wall Street auf Talfahrt

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Angst vor möglichen Folgen der Coronavirus-Epidemie hat auch zum Wochenausklang die Wall Street beherrscht. So steigt die Zahl der Infizierten in China weiter und auch in anderen Ländern nimmt deren Zahl zu. Dazu kommen die sich immer stärker abzeichnenden konjunkturellen Auswirkungen. Denn mehr und mehr Unternehmen verweisen in ihren Ausblicken auf mögliche Belastungen durch das Virus. Prominentestes Beispiel in dieser Woche war Apple.

Zudem zeigten am Freitag vorläufige Daten zur japanischen Industrie-Aktivität für Februar den stärksten Rückgang seit mehr als sieben Jahren. Die Pkw-Verkaufszahlen in China sind in den ersten beiden Februar-Wochen im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent eingebrochen. Und in den USA fiel der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor im Februar überraschend deutlich zurück und dazu unter die Expansionsschwelle. "Wir dürften das Schlimmste noch nicht gesehen haben", fürchtete Analystin Aila Mihr von Danske Bank Research.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,8 Prozent auf 28.992 Punkte. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite verloren 1,1 und 1,8 Prozent. Dabei wurden 923 (1.798) Kursgewinner und 2.026 (1.127) -verlierer gesehen. Unverändert gingen 71 (96) Titel aus dem Handel.

Die größten Verluste verzeichneten Technologiewerte mit einem Minus von durchschnittlich 2,3 Prozent. Die Branche gilt als besonders anfällig für die Folgen des Coronavirus, denn viele Hersteller betreiben Fertigungsstätten in China und anderen asiatischen Ländern oder beziehen Teile von dortigen Zulieferern. Gesucht waren hingegen Immobilienwerte, die von den sinkenden Anleihezinsen profitierten. Der Sektor stieg um 0,4 Prozent.

Neben dem Index für den Servicesektor veröffentlichte Markit auch den Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Dieser ging ebenfalls stärker zurück als erwartet, blieb aber oberhalb der Expansionsschwelle. Die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser schrumpfte im Januar hingegen nicht so stark wie befürchtet.


"Sichere Häfen" bleiben gesucht - Goldpreis steigt weiter

Vermeintlich sichere Häfen verzeichneten nach den schwachen US-Einkaufsmanagerindizes verstärkten Zulauf. Der Goldpreis - wegen des Coronavirus ohnehin schon auf Höhenflug - stieg weiter und markierte bei 1.649 Dollar erneut ein Siebenjahreshoch. "Die Unsicherheit nimmt mit den steigenden Infektionen außerhalb Chinas weiter zu", so Markt-Stratege Stephen Innes von AxiCorp. Der Preis für die Feinunze kletterte um 1,6 Prozent auf 1.646 Dollar.

Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel um 5,1 Basispunkte auf 1,47 Prozent und lag damit unter der wichtigen Marke von 1,50 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Papiere sank auf ein Allzeittief.

Die Ölpreise, die sich in den vergangenen Tagen dank chinesischer Maßnahmen zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft etwas erholt hatten, fielen kräftig zurück. Hier belastete die Furcht vor einer konjunkturellen Eintrübung durch das Virus, was in der Folge eine geringere Nachfrage nach sich ziehen dürfte. Außerdem erwägt die Opec laut einem Bericht des Wall Street Journal eine Förderkürzung aufgrund des Coronavirus ohne die Beteiligung von Nicht-Mitglied Russland. Darüber fänden aktuell Gespräche zwischen Saudi-Arabien, Kuwait sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten statt, die für rund die Hälfte der Förderung innerhalb des Kartells verantwortlich zeichneten. Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise übten Daten des Unternehmens Baker Hughes aus, wonach in den USA in der laufenden Woche wieder aus mehr Bohrlöchern Öl gefördert wurde als in der Woche davor. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,9 Prozent auf 53,38 Dollar, für Brent ging es um 1,4 Prozent auf 58,50 Dollar nach unten.

Die schwachen US-Einkaufsmanagerindizes setzten den Dollar unter Druck. Der Euro stieg auf rund 1,0850 Dollar, zusätzliche Unterstützung kam von einem über den Prognosen ausgefallenen Einkaufsmanagerindex aus Deutschland. Zur japanischen Währung fiel der Greenback auf rund 111,60 Yen, am Donnerstag kostete er noch gut 112 Yen.

Das britische Pfund sprang nach einem besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindex über die Marke von 1,2900 Dollar. Im späten US-Handel notierte es bei etwa 1,2960 Dollar.


T-Mobile und Sprint im Fokus

Bei den Einzelwerten an der Börse standen T-Mobile US und Sprint im Blick. Die Deutsche Telekom hat für ihre US-Mobilfunktochter bessere Bedingungen für den geplanten Zusammenschluss durchgesetzt, vor allem was das Umtauschverhältnis angeht. Sprint gehört mehrheitlich dem japanischen Konzern Softbank. Die Aktie von T-Mobile US zeigt sich 0,9 Prozent niedriger, Sprint legten dagegen um 6 Prozent zu.

Unerwartet starke Zahlen verhelfen der Dropbox-Aktie zu einem Plus von 20 Prozent. Der Verlust fiel geringer aus als erwartet, den Umsatz steigerte das Unternehmen um 19 Prozent. Die Zahl der zahlenden Nutzer schnellte nach oben wie auch der durchschnittliche Umsatz je Nutzer.

Für die Aktien des Landmaschinenherstellers Deere ging es um 7 Prozent nach oben. Die Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal übertrafen die Erwartungen. Der Ausblick für 2020 wurde bestätigt.

Auch Coca-Cola hatte den Ausblick für das laufende Jahr trotz der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie bestätigt. Allerdings rechnet der Getränke-Konzern im ersten Quartal mit einem leichten Absatz-Rückgang. China ist der nach Absatz drittgrößte Markt der Welt für Coca-Cola. Die Aktie stieg um 0,7 Prozent.

Die Papiere von First Solar brachen um 14,7 Prozent ein. Das Solar-Unternehmen ist im vierten Quartal überraschend in die Verlustzone gerutscht.

Gegen die negative Tendenz stiegen Ebay um 1,4 Prozent. Der Betreiber des gleichnamigen Internetauktionshauses stellt nach Aussage informierter Personen sein Geschäft mit Kleinanzeigen zum Verkauf. Die Sparte könnte 10 Milliarden Dollar wert sein.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 28.992,41 -0,78 -227,57 1,59
S&P-500 3.337,75 -1,05 -35,48 3,31
Nasdaq-Comp. 9.576,59 -1,79 -174,38 6,73
Nasdaq-100 9.446,69 -1,88 -181,14 8,17

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,35 -3,7 1,39 14,8
5 Jahre 1,32 -4,6 1,36 -60,7
7 Jahre 1,40 -4,5 1,44 -84,9
10 Jahre 1,47 -5,1 1,52 -97,8
30 Jahre 1,92 -4,6 1,96 -115,2

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:15 Do, 17.02 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0849 +0,57% 1,0792 1,0805 -3,3%
EUR/JPY 121,06 +0,15% 120,82 121,07 -0,7%
EUR/CHF 1,0614 -0,00% 1,0611 1,0615 -2,2%
EUR/GBP 0,8371 -0,06% 0,8374 0,8386 -1,1%
USD/JPY 111,58 -0,42% 111,92 112,09 +2,6%
GBP/USD 1,2961 +0,62% 1,2889 1,2879 -2,2%
USD/CNH (Offshore) 7,0360 -0,14% 7,0469 7,0422 +1,0%
Bitcoin
BTC/USD 9.701,51 +0,83% 9.693,51 9.588,51 +34,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,34 53,88 -1,0% -0,54 -11,7%
Brent/ICE 58,39 59,31 -1,6% -0,92 -10,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.643,32 1.619,90 +1,4% +23,42 +8,3%
Silber (Spot) 18,50 18,40 +0,5% +0,10 +3,6%
Platin (Spot) 977,20 980,95 -0,4% -3,75 +1,3%
Kupfer-Future 2,60 2,59 +0,5% +0,01 -7,0%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

END) Dow Jones Newswires

February 21, 2020 16:10 ET ( 21:10 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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