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MÄRKTE USA/Daten und Geopolitik drücken Wall Street

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)In Asien hat der neuerdings von US-Präsident Donald Trump angeschlagene versöhnliche Ton im Handelsstreit mit China noch für Aufschläge gereicht, doch in Europa bewegen sich die Indizes schon wieder klar im Minus. Wenn die Zeit reif sei, werde es ein Abkommen mit China geben, versuchte Trump erneut Optimismus zu verbreiten. Er betonte seinen Respekt und seine Freundschaft zu Chinas Machthaber Xi Jinping. Allerdings habe er diesem immer wieder erklärt, es müsse einen großartigen Deal für die Vereinigten Staaten geben, sonst habe die Sache keinen Sinn. Anleger bleiben skeptisch, die Wall Street eröffnet mit Abgaben - auch weil geopolitische Spannungen zunehmen und Daten enttäuschen.

Der Dow-Jones-Index sinkt im frühen Geschäft um 0,6 Prozent auf 25.390 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite geben um 0,4 bzw. 0,2 Prozent ab. "Da Donald Trump die Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China als 'kleines Gezänk' herunterspielt, besteht vorsichtiger Optimismus, dass beide Seiten schließlich ein Handelsabkommen abschließen werden, wobei Investoren möglicherweise das G20-Treffen im nächsten Monat in Japan als mögliches Ziel für einen Durchbruch in den Handelsbeziehungen betrachten werden", mutmaßt Marktanalyst Han Tan von FXTM.



Geopolitik und Daten drücken


Gedrückt wird die Stimmung am Aktienmarkt von den wachsenden geopolitischen Spannungen. Die USA ziehen große Teile ihres diplomatischen Personals aus dem Irak ab. Die USA hatten dem Iran vorgeworfen, "unmittelbar" bevorstehende Angriffe in der Region zu planen, und hatten Kriegsschiffe und Langstreckenbomber in die Golfregion verlegt. Auch schwache Daten aus China animieren nicht zu Käufen. Aber auch Daten aus den USA belasten die Börse: Die Umsätze der US-Einzelhändler sind im April überraschend gesunken. Volkswirte hatten mit einem Anstieg gerechnet. Dazu gesellt sich ein überraschend ins Stocken geratener US-Produktionssektor. Dieser Umstand gilt als ein weiterer Hinweis dafür, dass eine sich verlangsamende Weltwirtschaft und Handelskonflikte einen Teil der US-Wirtschaft belasten.

Ein deutlich über den Erwartungen ausgefallener Empire State Index spielt hingegen eine untergeordnete Rolle. Angesichts der Wichtigkeit des privaten Konsums für die US-Wirtschaft gelten die Einzelhandelsumsätze mit als die wichtigste Datenreihe überhaupt. Im frühen Handel folgen dann noch die weniger wichtigen Lagerbestände - zumal aus dem März.

Verstärkte Zinssenkungsfantasien, geopolitische Spannungen und vor allem die schwachen Daten aus China und den USA steigern die Attraktivität des vermeintlich sicheren US-Rentenmarktes. Dort fällt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 4,3 Basispunkte auf 2,37 Prozent. Im Handel verweist man zudem auf die italienische Fiskalpolitik, die Anlass zur Sorge liefere.

Diese Sorgen und die Spannungen am Persischen Golf stützen auch den Goldpreis, die Feinunze des Edelmetalls verteuert sich um 0,2 Prozent auf 1.300 Dollar. Am Devisenmarkt bewegt sich der ICE-Dollarindex kaum. Der Euro zeigt sich zum Greenback aber leicht schwächer. Hier verweist man auf Italien, wo der stellvertretende Ministerpräsident, Matteo Salvini, in den EU-Wahlkampfmodus geschaltet und einen möglichen Bruch der EU-Fiskalregeln in Aussicht gestellt hat.



Öl von US-Vorräten belastet


Am Ölmarkt überwiegen die Wachstumssorgen, die geopolitischen Spannungen am ölreichen Persischen Golf werden eher ausgeblendet. Gedrückt werden die Preise von deutlich gestiegenen US-Rohöllagerbeständen in der zurückliegenden Woche, wie aus Daten des privaten American Petroleum Institute (API) hervorgeht. Steigende Vorräte und die Sorge um eine nachlassenden Nachfrage seien keine gute Kombination für Erdöl, heißt es. Im Sitzungsverlauf werden die Lagerdaten der US-Regierung veröffentlicht. Händler sprechen von einer bärischen Vorlage durch die API-Daten. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich je Fass um 0,7 Prozent auf 61,36 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent um 0,3 Prozent auf 71,02 Dollar.

Unter den Einzelaktien brechen Agilent Technologies um 8,5 Prozent ein. Schwache Quartalszahlen und ein enttäuschender Ausblick setzen dem Kurs zu. Für die Aktie von Walt Disney geht es um 0,5 Prozent nach unten. Der Medienkonzern übernimmt die operative Kontrolle über den US-Streamingdienst Hulu und beendet damit jahrelange komplizierte Eigentumsverhältnisse bei dem Videoportal. Walt Disney bekommt die Option, dem verbliebenen Partner NBCUniversal, eine Tochter von Comcast, dessen Anteil von rund einem Drittel frühestens 2024 abzukaufen.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.389,97 -0,56 -142,08 8,84
S&P-500 2.824,07 -0,36 -10,34 12,65
Nasdaq-Comp. 7.718,90 -0,20 -15,59 16,33
Nasdaq-100 7.391,95 -0,13 -9,94 16,78

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,16 -4,1 2,20 95,3
5 Jahre 2,14 -5,2 2,19 21,7
7 Jahre 2,25 -4,3 2,29 0,1
10 Jahre 2,37 -3,8 2,41 -7,2
30 Jahre 2,82 -3,1 2,85 -24,8

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 9:30 Uhr Di, 18:11 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1188 -0,16% 1,1207 1,1207 -2,4%
EUR/JPY 122,36 -0,43% 122,78 122,92 -2,7%
EUR/CHF 1,1277 -0,22% 1,1286 1,1308 +0,2%
EUR/GBP 0,8713 +0,36% 0,8683 0,8674 -3,2%
USD/JPY 109,35 -0,27% 109,57 109,68 -0,3%
GBP/USD 1,2843 -0,51% 1,2906 1,2920 +0,6%
Bitcoin
BTC/USD 7.952,01 +2,18% 8.012,51 7.844,51 +113,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 61,35 61,78 -0,7% -0,43 +30,7%
Brent/ICE 71,01 71,24 -0,3% -0,23 +29,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.299,80 1.296,98 +0,2% +2,82 +1,3%
Silber (Spot) 14,82 14,80 +0,2% +0,02 -4,4%
Platin (Spot) 845,50 857,00 -1,3% -11,50 +6,2%
Kupfer-Future 2,73 2,73 -0,1% -0,00 +3,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/raz

END) Dow Jones Newswires

May 15, 2019 10:00 ET ( 14:00 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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