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MÄRKTE USA/Dow auf Rekordhoch - JP Morgan und Citigroup überzeugen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Mit einer uneinheitlichen Tendenz zeigen sich die Kurse an der Wall Street am Dienstagmittag (Ortszeit). Die deutlichen Gewinne der Aktie von JP Morgan nach besser als erwarteten Zahlen für das vierte Quartal schieben den Dow-Jones-Index auf ein neues Rekordhoch. Dagegen zeigen sich der S&P-500 und der Nasdaq-Composite mit leichten Abgaben. Händler verweisen zur Begründung auf schwache China-Daten, wo die Exporte im Jahr 2019 das langsamste Wachstum seit drei Jahren verzeichnet hatten. Dies verstärkt die Sorgen vor einem globalen Konjunkturabschwung, heißt es von einem Teilnehmer.

Der Dow-Jones-Index verbessert sich um 0,3 Prozent auf 29.006 Punkte. Für den S&P-500 und den Nasdaq-Composite geht es um jeweils 0,1 Prozent abwärts. Beide Indizes hatten am Vortag neue Rekordstände markiert.

Etwas Unterstützung erhält der Markt auch weiterhin von der am Mittwoch anstehenden Unterzeichnung des "Phase-1-Handelsabkommens" zwischen den USA und China. Die USA haben am Montag weiteres Entgegenkommen signalisiert, indem sie den Vorwurf der Währungsmanipulation gegen China fallen ließen.

Mit den Quartalszahlen dreier großer US-Banken markiert derweil die Bilanzsaison einen ersten Höhepunkt. Vor der Startglocke haben JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo über den Verlauf des vierten Geschäftsquartals berichtet. Die Ertragslage der Banken gilt als Gradmesser für den Zustand der US-Wirtschaft im allgemeinen.


JP Morgan und Citigroup überzeugen - Wells Fargo enttäuscht

JP Morgan hat das Schlussquartal 2019 mit einem Gewinnsprung abgeschlossen und damit die Erwartungen des Marktes übertroffen. Maßgeblichen Anteil daran hatte das Geschäft mit Konsumentenkrediten, das dank der guten Beschäftigungslage in den USA hervorragend lief. Die JPM-Aktie gewinnt 2,1 Prozent und ist damit stärkster Dow-Wert.

Auch die Zahlen der Citigroup haben positiv überrascht, was der Aktie zu einem Plus von 2,5 Prozent verhilft. Wells Fargo hingegen habe die Erwartungen knapp verfehlt, heißt es aus dem Handel. Die Aktie fällt um 3,8 Prozent.

Die ebenfalls vorbörslich veröffentlichten Daten zu den Verbraucherpreisen haben die Erwartungen leicht verfehlt. Die Preise stiegen im Dezember auf Monatssicht sowohl insgesamt als auch in der Kernrate etwas weniger stark als erwartet. Marktteilnehmer beurteilen die Daten indessen als positiv, denn sie sprächen für fortgesetzt niedrige Zinsen in den USA. Die Realeinkommen sanken im Dezember geringfügig.

Am Devisenmarkt wertet der Dollar auf. Der Euro fällt zurück auf gut 1,11 Dollar von 1,1145 Dollar im Tageshoch. Zur japanischen Währung steigt der Greenback auf 110,05 Yen.

Der Yuan profitiert nicht davon, dass die USA am Montag den Vorwurf der Währungsmanipulation gegen China fallen gelassen haben. Die Rally der vergangenen Tage kommt vielmehr ins Stocken. Beobachter verweisen darauf, dass neue Einzelheiten zum geplanten Phase-1-Abkommen durchgesickert seien. China könnte sich demnach fest verpflichten, mehr US-Produkte zu kaufen. Das wiederum brächte einen schrumpfenden chinesischen Handelsüberschuss und im Folgenden einen schwachen Yuan mit sich.


Ölpreise erholen sich dank Handelsoptimismus

Die Ölpreise erholen sich etwas von den Vortagesabgaben. Händler erklären dies mit dem Optimismus bezüglich des US-chinesischen Handelsabkommens. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI steigt um 0,5 Prozent auf 58,35 Dollar. Brent verteuert sich um 0,8 Prozent auf 64,72 Dollar. Nachdem sich der Konflikt zwischen den USA und Iran zuletzt entspannt hat, nehmen die Akteure die Versorgungslage in den USA in den Blick. Am späten Dienstag wird zunächst der US-Branchenverband wöchentliche Daten zu den Ölvorräten veröffentlichen, am Mittwoch folgen die offiziellen Daten des US-Energieministeriums.

Gold ist erneut nicht gefragt, was wohl am festeren Dollar liegt, der das Edelmetall für Käufer aus anderen Währungsräumen verteuert. Die Erwartung andauernd niedriger Zinsen stütze hingegen etwas. Die Feinunze reduziert sich um 0,3 Prozent auf 1.544 Dollar.

Am Anleihemarkt legen die Notierungen geringfügig zu; auch hier wird die Aussicht auf längere Zeit niedrige Zinsen positiv aufgenommen. Das drückt die Zehnjahresrendite um 2,3 Basispunkte auf 1,83 Prozent.

Geschäftszahlen kamen außer aus der Banken- auch aus der Luftfahrtbranche. Die Fluggesellschaft Delta Air Lines hat im normalerweise saisonbedingt schwachen vierten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich stärker gesteigert als erwartet. Das verhilft der Aktie zu einem Plus von 4,0 Prozent.

Für die Boeing-Aktie geht es um 1,2 Prozent nach oben, obwohl der US-Flugzeughersteller 2019 so wenige Neuaufträge erhalten hat wie seit 16 Jahren nicht mehr. Im Dezember übergab der Konzern 35 neue Flugzeuge an seine Kunden, das ist immerhin der höchste Wert seit März. Darunter befanden sich jedoch keine 737 MAX. Für diese besteht nach zwei Abstürzen ein Flugverbot, weshalb auch keine Maschinen ausgeliefert werden.

Mit einer Übernahme wartet derweil die Kreditkartengesellschaft Visa auf. Sie kauft das Fintech-Startup Plaid für 5,3 Milliarden Dollar. Die Visa-Aktie verbessert sich leicht um 0,1 Prozent.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 29.005,53 0,34 98,48 1,64
S&P-500 3.285,96 -0,07 -2,17 1,71
Nasdaq-Comp. 9.262,43 -0,12 -11,51 3,23
Nasdaq-100 9.049,22 -0,24 -21,43 3,62

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,58 -1,2 1,59 37,4
5 Jahre 1,63 -1,8 1,65 -29,3
7 Jahre 1,74 -2,2 1,77 -50,4
10 Jahre 1,83 -2,3 1,85 -61,9
30 Jahre 2,29 -1,6 2,30 -78,1

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:21 Mo, 17:25 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1129 -0,06% 1,1142 1,1137 -0,8%
EUR/JPY 122,46 +0,04% 122,59 122,40 +0,5%
EUR/CHF 1,0772 -0,35% 1,0814 1,0802 -0,8%
EUR/GBP 0,8552 -0,24% 0,8588 0,8580 +1,1%
USD/JPY 110,05 +0,11% 110,12 109,89 +1,2%
GBP/USD 1,3012 +0,15% 1,2973 1,2982 -1,8%
USD/CNH (Offshore) 6,8817 -0,00% 6,8880 6,8862 -1,2%
Bitcoin
BTC/USD 8.619,18 +6,24% 8.493,50 8.083,26 +19,5%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 58,35 58,08 +0,5% 0,27 -4,4%
Brent/ICE 64,72 64,20 +0,8% 0,52 -2,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.543,52 1.548,10 -0,3% -4,58 +1,7%
Silber (Spot) 17,79 18,00 -1,2% -0,21 -0,3%
Platin (Spot) 982,15 975,65 +0,7% +6,50 +1,8%
Kupfer-Future 2,87 2,86 +0,2% +0,01 +2,5%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/kla

END) Dow Jones Newswires

January 14, 2020 12:00 ET ( 17:00 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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