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MÄRKTE USA/Einzelhandelswerte nach Amazon-Kauf unter Druck

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Schwache Einzelhandelswerte haben zum Wochenausklang an der Wall Street im Fokus gestanden. Die Übernahme von Whole Foods durch Amazon sorgte für kräftige Abgaben bei den Sektorwerten und drückte auch den Gesamtmarkt zwischenzeitlich stärker ins Minus. Allerdings konnten die Indizes ihre Verluste im Verlauf wieder aufholen, lediglich der technologielastige Nasdaq-Composite verzeichnete ein leichtes Minus. Der Dow-Jones-Index schloss gar auf einem neuen Allzeithoch. Zudem wirkte die US-Notenbanksitzung vom Mittwoch noch nach. Dazu kamen schwächer als erwartete Daten vom Immobilienmarkt und zur Verbraucherstimmung.

Die Musik spielte aber bei den Einzelhändlern. Amazon will die US-Biosupermarktkette Whole Foods für 13,7 Milliarden Dollar übernehmen. Dies würde die Lage für die etablierten Einzelhändler weiter verschärfen, denn hier herrscht ohnehin ein massiver Preiskampf, so ein Beobachter. Entsprechend fiel die Reaktion der Aktien aus dem Sektor aus. Wal-Mart verloren 4,7 Prozent, Kroger fielen um 9,2 Prozent, Sprouts Farmers Markets gaben um 6,3 Prozent nach und Target schlossen mit einem Minus von 5,1 Prozent.

Amazon bietet 42 Dollar, das ist ein Aufschlag von 27 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Für den Internet-Konzern wäre es die größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens. Die Aktie von Whole Foods schoss um 29,1 Prozent auf 42,68 Dollar nach oben und Amazon gewannen 2,4 Prozent.

Der Dow-Jones-Index erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 21.384 Punkte. Der S&P-500 lag wenig verändert bei 2.433 Punkten. Dagegen ging es für den Nasdaq-Composite um 0,2 Prozent auf 6.152 Punkte nach unten. Der Umsatz sprang, bedingt durch den Verfall, auf 2,26 Milliarden (Donnerstag: 829 Millionen) Aktien. Dabei kamen auf die 1.699 (1.142) Kursgewinner 1.253 (1.838) -verlierer, während 145 (120) Titel unverändert schlossen.

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Sitzung der US-Notenbank wirkt noch nach

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Weiterhin für Gesprächsstoff sorgte die Sitzung der US-Notenbank. Diese hatte an ihrem Zinspfad festgehalten, trotz zuletzt eher schwacher US-Konjunkturdaten. Der Präsident der Federal Reserve Bank Minneapolis, Neel Kashkari, sieht die jüngste Abschwächung bei den Inflationsdaten nicht Einmaleffekten geschuldet. Er stellt sich damit gegen die Aussage von US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen, die dieses Argument bei ihre Pressekonferenz im Anschluss an die Zinserhöhung gebraucht hatte. Kashkari hatte am Mittwoch und auch bereits bei der Sitzung am 15. März gegen eine Zinserhöhung gestimmt.

Wir sollten sehr vorsichtig beim Erhöhen der Zinsen vorgehen", merkte Robert Kaplan, Präsident der Federal Reserve Bank of Dallas an. "Ich möchte hier Fortschritte sehen", ergänzte er mit Verweis auf die Inflation. Erst dann werde er weitere Zinserhöhungen unterstützen. Auf die Frage, ob er für eine "Pause" im aktuellen Zinserhöhungszyklus plädieren würde, sagte Kaplan: "Ich würde es nicht eine 'Pause' nennen, ich würde aber auf jeden Fall sagen, dass ich zunächst Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung unserer Zielmarke von 2 Prozent sehen möchte". Er fühle sich "sehr wohl" mit dem aktuellen Zinsniveau.

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Euro klettert wieder an die Marke von 1,12 Dollar

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Am Devisenmarkt holte der Euro einen Teil der Vortagesverluste wieder auf und sprang über die Marke von 1,12 Dollar. Im späten US-Handel stand er bei 1,1201 Dollar, nach einem Tagestief bei 1,1138 Dollar. Nach der "übertriebenen Reaktion" auf die US-Zinsentscheidung habe sich die Lage für den Dollar wieder normalisiert, sagte Devisen-Analyst Ipek Ozkardeskaya von LGC.com.

Der Goldpreis zeigte sich volatil und bewegte sich zwischen leichten Gewinnen und moderaten Abgaben. In den vergangenen Tagen hatten vor allem die falkenhaften Aussagen der Fed das Edelmetall belastet. Der Preis für die Feinunze lag zum US-Settlement bei 1.256 Dollar, ein Plus von 0,2 Prozent. Auf Wochensicht steht allerdings ein Minus von gut 1 Prozent zu Buche.

Die US-Anleihen zeigten sich stabilisiert nach den jüngsten Abgaben. Zwischenzeitliche Gewinne konnten allerdings nicht behauptet werden. Die Rendite der zehnjährigen Treasurys lag unverändert bei 2,16 Prozent.

Bei den Ölpreisen kam es nach den jüngsten starken Abgaben zum Wochenausklang zu einer leichten Erholung. Auch eine erneute Zunahme bei den aktiven Öl-Förderstellen in den USA belastete die Preise nicht. Es war bereits der 22. Anstieg in Folge. Die Sorgen bezüglich des weiter bestehenden Überangebots lasteten jedoch weiterhin auf dem Sentiment, sagte ein Beobachter. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI kletterte zum US-Settlement um 0,6 Prozent auf 44,74 Dollar. Für Brent ging es um 1,0 Prozent auf 47,37 Dollar nach oben. An den vergangenen beiden Handelstagen hatten die Kontrakte jeweils rund 5 Prozent eingebüßt.

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Google-Mutter Alphabet mit drohender Strafzahlung unter Druck

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Die Aktien der Google-Mutter Alphabet gaben um 0,2 Prozent nach. Brüssel werfe dem US-Internetkonzern vor, seine Marktdominanz in der Internet-Suche nach Shopping-Vergleichsportalen zu missbrauchen, um seine eigenen Angebote zu begünstigen, sagten informierte Personen. Die erwartete Strafe dürfte sogar noch höher ausfallen, als die bisherige Rekordgeldbuße der EU. Vor acht Jahren hatte die Behörde Intel mit einer Strafe von 1,06 Milliarden US-Dollar belegt.

Für den Aktienkurs von Booz Allen Hamilton ging es um 18,9 Prozent abwärts. Gegen die Beratungsgesellschaft, die fast ausschließlich von Regierungsaufträgen lebt, ermittelt das US-Justizministerium wegen des Verdachts nicht korrekter Abrechnungen. Steel Dynamics fallen um 1,3 Prozent, nachdem der Stahlkonzern am Vorabend einen enttäuschenden Ausblick auf das zweite Geschäftsquartal gegeben hat.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 21.384,28 0,11 24,38 8,21
S&P-500 2.433,15 0,03 0,69 8,68
Nasdaq-Comp. 6.151,76 -0,22 -13,74 14,28
Nasdaq-100 5.681,48 -0,34 -19,41 16,82

US-Anleihen
Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD
2 Jahre 1,32 -3,6 1,35 11,3
5 Jahre 1,74 -2,0 1,76 -18,3
7 Jahre 1,97 -1,3 1,99 -27,4
10 Jahre 2,16 -0,7 2,16 -28,7
30 Jahre 2,78 -1,2 2,79 -29,0

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.20 Uhr Do, 17.36 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1201 +0,44% 1,1152 1,1151 +6,5%
EUR/JPY 124,13 +0,14% 123,95 123,49 +1,0%
EUR/CHF 1,0899 +0,26% 1,0871 1,0870 +1,8%
EUR/GBP 0,8761 +0,34% 0,8731 1,1440 +2,8%
USD/JPY 110,84 -0,30% 111,17 110,73 -5,2%
GBP/USD 1,2784 +0,09% 1,2772 1,2759 +3,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 44,68 44,46 +0,5% 0,22 -21,3%
Brent/ICE 47,35 46,92 +0,9% 0,43 -19,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.254,25 1.254,00 +0,0% +0,25 +8,9%
Silber (Spot) 16,69 16,75 -0,3% -0,06 +4,8%
Platin (Spot) 928,10 923,00 +0,6% +5,10 +2,7%
Kupfer-Future 2,57 2,57 +0,1% +0,00 +2,0%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros

END) Dow Jones Newswires

June 16, 2017 16:24 ET (20:24 GMT)

Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.
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