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MÄRKTE USA/Entspannungssignale im Handelsstreit treiben Wall Street an

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Hoffnung, dass sich der Handelsstreit zwischen den USA und China entspannen könnte, sorgt an der Wall Street am Donnerstag für kräftig steigende Kurse. So wurden weitere Gespräche von Peking in Aussicht gestellt. Doch warnte Gao Feng, Sprecher des Handelsministeriums gleichzeitig, dass China auch umfangreiche Gegenmaßnahmen gegen die höheren US-Zölle ergreifen könnte. Offenbar ist eine unmittelbare chinesische Reaktion allerdings derzeit nicht geplant. Dies sorgt für Erleichterung bei den Investoren.

Die überwiegend positiven Töne aus China stützen die Stimmung und sorgen für verstärkte Aktienkäufe", so Marktanalyst David Madden von CMC Markets. "Die Beziehungen zwischen den USA und China unterliegen zwar starken Schwankungen, doch derzeit herrscht die Meinung vor, dass sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln", ergänzt der Teilnehmer.

Derweil steigt der Druck auf US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit auch an der Heimatfront. Mehrere hundert Unternehmen und Wirtschaftsverbände in den USA haben die Zollpolitik der Regierung scharf kritisiert und ein Ende des Handelsstreits mit China gefordert.

Der Dow-Jones-Index gewinnt am Mittag (Ortszeit) 1,3 Prozent auf 26.377 Punkte. Der S&P-500 steigt um 1,3 Prozent und für den Nasdaq-Composite geht es um 1,5 Prozent nach oben.

Die US-Konjunkturdaten des Tages spielen dagegen kaum eine Rolle, zumal sie die Erwartungen weitgehend erfüllten. Das US-Wirtschaftswachstum ist im zweiten Quartal 2019 schwächer ausgefallen als bisher angenommen, dies war aber erwartet worden. Zudem erholten sich die US-Unternehmensgewinne stark. Die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat leicht, aber im vorausgesagten Rahmen zugelegt.



Risikoneigung steigt, bleibt aber niedrig


Die leicht erhöhte Risikoneigung am Aktienmarkt macht sich bei Renten bemerkbar, denn dort sinken die Notierungen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 3,8 Basispunkte auf 1,52 Prozent und liegt damit wieder gleichauf mit der Rendite zweijähriger Papiere. Damit ist die Zinsstrukturkurve nicht mehr invers, was konjunkturelle Alarmsignale aussendet.

Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro mit einer tendenziell leicht nachgebenden Tendenz. Am Nachmittag sprang die Gemeinschaftswährung dann kurzzeitig nach oben. Die Europäische Zentralbank sollte nicht unbegrenzt Mittel einsetzen, um Wachstum zu erzeugen, hatte die künftige EZB-Präsidentin Christine Lagarde gesagt. EZB-Ratsmitglied Klaas Knot sah laut Händlern indes keine Notwendigkeit, den Ankauf von Staatsanleihen wieder aufzunehmen. Allerdings kam der Euro recht schnell wieder zurück, denn Lagarde sagte auch, dass die EZB noch Lockerungsspielräume besitze. Aktuell liegt die Gemeinschaftswährung bei 1,1055 Dollar, nach einem Tageshoch bei 1,1093 Dolar.

Der Goldpreis gibt, nach anfänglichen Gewinnen, nun bereits den zweiten Handelstag in Folge nach. "Die Anzeichen, dass die im Hintergrund fortgeführt Handelsgespräche werden, sorgt für eine geringere Nachfrage für den sicheren Hafen Gold", so die Analysten von Zaner Metals. Die Feinunze fällt um 0,2 Prozent auf 1.536 Dollar.

Die Ölpreise zeigen sich mit Aufschlägen, wobei es für WTI stärker nach oben geht als für Brent. Die US-Ölsorte stützen erneut die massiv gesunkenen wöchentlichen US-Vorräte. WTI legt um weitere 1,9 Prozent auf 56,84 Dollar je Fass zu, Nordseeöl der Sorte Brent steigt um 0,8 Prozent auf 60,96 Dollar. Das global gehandelte Brent ist weniger von den US-Lagerbeständen abhängig. Analysten erklären die leeren US-Lager unter anderem mit einer hohen Förderdisziplin des Erdölkartells Opec. Auch die konzilianteren Töne im Handelsstreit stützten die Nachfragehoffnungen, heißt es.



Best Buy verfehlen mit Zahlen die Erwartungen


Unter den Einzelaktien fallen Best Buy um 9,0 Prozent. Der Einzelhändler für Unterhaltungselektronik verfehlte mit seinen Quartalszahlen die Marktprognose, schnitt beim Gewinnausblick aber besser als gedacht ab. Dollar General ziehen dagegen um 9,4 Prozent an, der Schnäppchenmarktbetreiber überzeugte mit seinen Quartalszahlen und hob die Prognose an. Auch die Geschäftszahlen von Tech Data kommen gut an, die Titel des Technologiegroßhändlers legen um 17,8 Prozent zu.

Das Modeunternehmen Guess übertraf dank einer guten Nachfrage aus Europa die Umsatz- und Gewinnerwartungen, der Kurs springt um 27,3 Prozent in die Höhe. Nutanix machen einen Satz um knapp 30 Prozent nach oben. Das Unternehmen, das sich gerade in einem Transformationsprozess von einem Hardware- zu einem Softwareanbieter befindet, berichtet zwar über weiter sinkende Umsätze und steigende Verluste, schnitt aber mit den konkreten Zahlen dennoch besser als erwartet ab.

Der Cloud- und Identitätsexperte Okta konnte den Umsatz um 49 Prozent und damit stärker steigern als prognostiziert. Der Nettoverlust weitete sich aber aus. Die Aktie verliert 4,7 Prozent. Ein Kursdesaster erleben Ollie's Bargain Outlet. Der Einzelhändler hat nicht nur die Prognosen verfehlt, sondern auch den Ausblick gesenkt. Die Aktie bricht um 24 Prozent ein.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.376,94 1,31 340,84 13,07
S&P-500 2.925,39 1,30 37,45 16,70
Nasdaq-Comp. 7.976,80 1,53 119,92 20,22
Nasdaq-100 7.709,59 1,60 121,69 21,80

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,52 2,4 1,50 32,2
5 Jahre 1,40 2,0 1,38 -52,3
7 Jahre 1,46 2,9 1,43 -78,4
10 Jahre 1,52 3,8 1,48 -92,7
30 Jahre 2,00 6,1 1,93 -107,1

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7:50 Uhr Mi, 17:59 h % YTD
EUR/USD 1,1055 -0,23% 1,1085 1,1084 -3,6%
EUR/JPY 117,75 +0,23% 117,35 117,35 -6,4%
EUR/CHF 1,0894 +0,16% 1,0868 1,0871 -3,2%
EUR/GBP 0,9063 -0,10% 0,9077 0,9050 +0,7%
USD/JPY 106,49 +0,47% 105,86 105,87 -2,9%
GBP/USD 1,2199 -0,13% 1,2211 1,2251 -4,4%
USD/CNY 7,1445 -0,29% 7,168 7,1653 +3,9%
Bitcoin
BTC/USD 9.488,25 -2,28% 9.591,50 10.233,33 +155,1%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 56,84 55,78 +1,9% 1,06 +18,3%
Brent/ICE 60,96 60,49 +0,8% 0,47 +10,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.535,78 1.539,20 -0,2% -3,42 +19,7%
Silber (Spot) 18,45 18,36 +0,5% +0,09 +19,1%
Platin (Spot) 933,46 904,35 +3,2% +29,11 +17,2%
Kupfer-Future 2,56 2,55 +0,3% +0,01 -3,2%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/flf

END) Dow Jones Newswires

August 29, 2019 12:27 ET ( 16:27 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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