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MÄRKTE USA/Eskalierter Handelsstreit kostet Dow fast 800 Punkte

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die US-Aktienmärkte haben am Montag den schwächsten Tag des Jahres erlebt, und das, obwohl sich die Indizes in der letzten Handelsstunde noch deutlich von den Tgestiefs lösen konnten. Für Dow-Jones-Index & Co gab es kein Entrinnen vor dem immer stärker tobenden US-chinesischen Handelsstreit. Zusätzliche Nahrung erhielt er davon, dass US-Präsident Trump China nun Währungsmanipulation vorwirft, sprich die Schwächung der eigenen Währung.

Nachdem US-Aktien schon zum Ausklang der vergangenen Woche unter der Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Importe durch den US-Präsidenten gelitten hatten, nahm die Talfahrt noch an Fahrt auf. Der Dow-Jones-Index sackte um 2,9 Prozent oder 767 Punkte ab auf 25.717. Im Tagestief betrug das Minus bereits fast 1.000 Punkte. Der S&P-500-Index büßte 3,0 Prozent ein, die technologielastigeren Nasdaq-Indizes gaben sogar um gut 3,5 Prozent nach. Dow und S&P-500 fielen damit auf Zweimonatstiefs zurück.

Lediglich 313 (Freitag: 1.178) Kursgewinnern standen an der Nyse 2.705 (1.788) -verlierer gegenüber, unverändert schlossen 37 (73) Titel.

Als einen Grund für die heftigen Verluste führten Marktteilnehmer an, dass die Bewertungen am Aktienmarkt zuletzt auf der Idealvorstellung basiert hätten, dass die US-Zinsen weiter sinken und im Handelsstreit ein Kompromiss gefunden wird. Für beides habe es aber heftige Dämpfer gegeben und einen Kompromiss im Handelsstreit werde es möglicherweise gar nicht geben, hieß es.

Neue, gemischt ausgefallene US-Einkaufsmanagerindizes gingen unter. Unter den Anlegern ist gleichwohl die Furcht groß, dass der Handelskonflikt zu einer Rezession führen könnte. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex für den chinesischen Dienstleistungssektor sank im Juli auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten und in der Eurozone sank der entsprechende Index ebenfalls.

In Asien war der starke Rückgang der Aktienkurse begleitet worden von einer weiteren Abwertung des Yuan zum Dollar - bereits den dritten Tag in Folge. Das ist Präsident Trump ein Dorn im Auge, denn er sieht darin einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Die chinesische Zentralbank hielt dem entgegen, die Schwäche sei die Folge der protektionistischen US-Handelspolitik und betonte, gegen einen handelsgewichteten Währungskorb sei der Yuan stabil. Trump hatte zuletzt immer unverhohlener die US-Notenbank aufgefordert, ihrerseits die Zinsen deutlich zu senken.



Zehnjahresrendite auf Dreijahrestief - Gold auf Sechsjahreshoch


Die Furcht vor einer schwachen Konjunktur lastete neben Aktien auch schwer auf den Ölpreisen. Brentöl gab um 3,3 Prozent nach auf zuletzt 59,82 Dollar, die international weniger stark gehandelte US-Sorte WTI verlor nur etwa halb so stark.

Das Gold profitierte von der Flucht der Anleger in vermeintliche Sicherheit, daneben aber auch vom schwächeren Dollar. Die Feinunze verteuerte sich um 21 Dollar auf 1.461. Mit annähernd 1.470 Dollar erreichte der Goldpreis im Tageshoch den höchsten Stand seit sechs Jahren.

Weiter starken Zulauf verzeichnete der Anleihemarkt, der als der sichere Hafen schlechthin gilt. Außerdem wirkten dort die wiederholten Forderungen Trumps an die US-Notenbank, die Zinsen zu senken. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sank massiv um 12 Basispunkte auf 1,73 Prozent und das niedrigste Niveau seit Oktober 2016. "Ich denke, die Fed dürfte schon darauf reagieren, sollten die Märkte so schwach bleiben", sagte Anlageexperte Craig Birk von Personal Capital.

Der Dollar kostete erstmals seit der relativen Freigabe des Yuan-Wechselkurses 2008 mehr als 7 Yuan, eine Marke, die von vielen Marktteilnehmern als eine Art rote Linie betrachtet wird. Zuletzt lag der Kurs bei 7,0508, verglichen mit 6,8844 Ende Juli. Gegen andere Währungen gab der Dollar jedoch nach, belastet vom Handelsstreit aber auch den gesunkenen US-Zinsen. Traditionelle Fluchtwährungen wie Yen und Schweizer Franken waren dagegen gesucht. Zeitweise wurden für einen Dollar nur 105,77 Yen gezahlt. Das war der tiefste Stand seit sieben Monaten. Der Dollarindex, der den Wert des Dollar gegenüber einem Währungskorb angibt, verlor 0,5 Prozent.



Schwarze Wolke über dem Technologiesektor


Am Aktienmarkt verlor der S&P-500-Technologieindex 4,5, der Halbleiterindex 4,2 Prozent. Beide rangierten damit am Ende. Technologieaktien gelten unter anderem deswegen als besonders gefährdet im Handelsstreit, weil China den Export Seltener Erden beschränken könnte, die für die Produktion in der Branche benötigt werden. Wedbush-Analyst Daniel Ives sprach von einem Wachstums- und Kostenrisiko und der Gefahr einer Unterbrechung der Lieferkette, mithin einer "schwarzen Wolke" über der Branche. Schwächster Dow-Wert waren Apple, die um über 5 Prozent nachgaben. Das Unternehmen produziert zum einen stark in China, verkauft dort aber auch viel.

Johnson & Johnson (J&J) hielten sich mit minus 0,7 Prozent besser als der Markt, nachdem der Konsumgüterkonzern einen Prozess gewonnen hatte, bei dem es um vermeintlich verseuchten Babypuder ging.

1,6 Prozent fester zeigen sich die auch in den USA notierten Aktien von Linde, nachdem das Unternehmen mit Vorlage der Quartalszahlen den Ausblick angehoben hatte.



Aktienmarkt reagiert auf Amokläufe


Uneinheitlich entwickelten sich die Kurse der Waffenhersteller American Outdoor Brands und Sturm Ruger in Reaktion auf die beiden Amokläufe am Wochenende in den USA mit Dutzenden Todesopfern. Nachdem die Kurse zunächst deutlich gestiegen waren, lagen American Outdoor Brands (ehemals Smith & Wesson) zuletzt noch 2,2 Prozent im Plus, wohingegen Sturm Ruger 1,5 Prozent im Minus schlossen.

Mit Kursverlusten von 4,6 bis fast 6 Prozent zeigten sich die Aktien der Videospielhersteller Electronic Arts, Take-Two Interactive und Acitivision Blizzard. US-Präsident Trump hatte die "Glorifizierung der Gewalt" in Videospielen kritisiert und auch andere US-Politiker warnten, dass Videospiele einen Beitrag zu derlei Massenschießereien wie jene vom Wochenende leisteten. Laut Dan Patrick, Gouverneur von Texas, war in dem Pamphlet des Amokschützen von El Paso auch ein Verweis auf das Spiel "Call of Duty" von Activision Blizzard zu finden.

Nachdem das Management von Cars.com im Zuge einer Überprüfung der Unternehmensstrategie keine akzeptablen Angebote erhalten hatte, ging es mit dem Kurs der Aktie rapide bergab um rund 35 Prozent ein.

Tyson Foods legten um 5,1 Prozent zu. Der Fleischproduzent übertraf mit seinem Drittquartalsergebnis die Erwartung und profitierte dabei nach eigener Aussage noch nicht davon, dass die Schweinepest in Afrika und China auf der Angebotsseite für eine starke Verknappung gesorgt hat. Tyson rechnet damit, dass sich die Folgen angesichts des Ausmaßes der Verknappung über Jahre hinziehen dürften.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.717,74 -2,90 -767,27 10,25
S&P-500 2.844,74 -2,98 -87,31 13,48
Nasdaq-Comp. 7.726,04 -3,47 -278,03 16,44
Nasdaq-100 7.415,69 -3,60 -277,11 17,15

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,59 -12,1 1,71 38,7
5 Jahre 1,54 -12,1 1,66 -38,8
7 Jahre 1,62 -11,5 1,74 -62,4
10 Jahre 1,73 -11,7 1,85 -71,6
30 Jahre 2,27 -10,8 2,38 -79,3

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 08:11 Uhr Fr, 17.12 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1201 +0,84% 1,1127 1,1104 -2,3%
EUR/JPY 118,86 +0,39% 117,84 118,40 -5,5%
EUR/CHF 1,0906 -0,10% 1,0890 1,0917 -3,1%
EUR/GBP 0,9224 +0,91% 0,9183 0,9154 +2,5%
USD/JPY 106,12 -0,44% 105,90 106,64 -3,2%
GBP/USD 1,2144 -0,06% 1,2118 1,2130 -4,9%
Bitcoin
BTC/USD 11.761,00 +7,35% 11.565,50 10.563,00 +216,2%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 54,91 55,66 -1,3% -0,75 +14,8%
Brent/ICE 59,84 61,89 -3,3% -2,05 +8,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.462,35 1.440,76 +1,5% +21,59 +14,0%
Silber (Spot) 16,40 16,20 +1,2% +0,19 +5,8%
Platin (Spot) 855,50 846,56 +1,1% +8,94 +7,4%
Kupfer-Future 2,55 2,57 -0,7% -0,02 -3,5%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos

END) Dow Jones Newswires

August 05, 2019 16:13 ET ( 20:13 GMT)

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