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MÄRKTE USA/Fragile Gegenbewegung - Ölpreise stürzen ab

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)Mehr als eine Stabilisierung war es am Ende kaum: Nach den Kursverlusten im bisherigen Wochenverlauf ist es am Donnerstag an der Wall Street nur zu einer sehr zaghaften Gegenbewegung gekommen. Neue Impulse gab es auch nicht, so dass das Dauerbelastungsthema Handelsstreit weiter das Geschehen dominierte. Zumal China den Ton verschärfte und von einem von den USA vorsätzlich ausgelösten Handelskonflikt spricht, der "reiner Wirtschaftsterrorismus" sei.

Für Verunsicherung sorgten zudem die im Handelsverlauf regelrecht abstürzenden Ölpreise. Vordergründig machten Marktteilnehmer dafür die neuesten Lagervorratsdaten verantwortlich.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 Prozent höher mit 25.170 Punkten. Der S&P-500 legte ähnlich zu, die Nasdaq-Indizes einen Tick mehr. Den 1.548 (Mittwoch: 1.007) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.415 (1.972) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 85 (68) Titel.

Von Konjunkturseite kamen kaum Impulse. Das US-BIP stieg in der Zweitlesung im ersten Quartal mit 3,1 Prozent auf Jahresbasis zwar marginal stärker als erwartet. Größer war die Abweichung aber beim mitgelieferten Preisindex der persönlichen Konsumausgaben. Die Preise stiegen weniger stark als prognostiziert. Das spielte Spekulationen in die Karten, dass der nächste Zinsschritt in den USA nach unten gehen könnte.

Am Anleihemarkt zogen die Kurse zunächst zaghaft, dann kräftig an, die Renditen fielen entsprechend - und das, nachdem die Rentenrally die Anleihezinsen zuletzt bereits auf das niedrigste Niveau seit September 2017 gedrückt hatte. Die Folge ist eine sogenannte inverse Zinsstrukturkurve mit niedrigeren Zinsen am langen als am kurzen Ende. Dies wiederum gilt als Rezessionssignal.

Die Zehnjahresrendite sank um 4 Basispunkte auf 2,22 Prozent. Anleihen gelten für viele Anleger als eine Art sicherer Hafen und profitierten zuletzt von Konjunktursorgen und dem eskalierenden Handelsstreit.

Der Dollar verteidigte trotz der für ihn eigentlich ungünstigen Zinssignale seine jüngsten Gewinne. Der Euro kostete zuletzt 1,1134 Dollar. Auch die US-Devise profitiert derzeit stark von ihrem Ruf als sicherer Hafen.



Scharfer Einbruch der Ölpreise


Am Ölmarkt rutschten die Preise stark ab, nachdem die offiziellen US-Vorratsdaten für die vergangene Woche mit 0,2 Millionen Barrel einen geringeren Rückgang zeigten als mit 1 Million erwartet. Zugleich wurde von einer rekordhohen Ölförderung berichtet. Die Daten des privaten American Petroleum Institute (API) hatten am späten Vorabend einen Lagerabbau um über 5 Millionen Barrel gezeigt und möglicherweise entsprechende Spekulationen auch für die offiziellen Daten ausgelöst.

Der Markt macht sich sehr große Sorgen um die Nachfrage", sagte Öl-Analystin Amrita Sen von Energy Aspects: "Wenn man nach vorne schaut auf das Treffen der Opec und ihrer Verbündeten im nächsten Monat, dann dürfte man es dort alles andere als eilig haben mit einer Senkung der Förderquoten angesichts des jüngsten Verfalls der Ölpreise".

US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich zuletzt um 3,9 Prozent auf 56,54 Dollar. So billig war es zuletzt im Februar. Die Sorte Brent büßte 4,0 Prozent ein auf 66,64 Dollar.

Ganz anders sah es beim Gold aus. Der Preis für die Feinunze stieg um 9 Dollar auf 1.289. Fawad Razaqzada, Analyst bei Forex.com, schrieb das einer leichten Abschwächung des Dollar im Tagesverlauf zu, daneben habe das Gold als sicherer Hafen Zulauf erfahren angesichts der abbröckelnden Kursgewinne am Aktienmarkt. An anderer Stelle hieß es, der Milliardär und Gründer des Investmentunternehmens Electrum Group, Thomas Kaplan, habe in einem Interview Goldpreise von 3.000 bis 5.000 Dollar und höher in Aussicht gestellt, je nachdem wie sich das makroökonomische Umfeld entwickle.



Modeeinzelhandel läuft nicht


Am Aktienmarkt gehörten Energie- und Bankaktien zu den größten Verlierern, gemessen an ihren Branchen-Indizes. Während Energietitel den Ölpreisen nach unten folgten, litten Bankaktien unter dem weiter gesunkenen Renditeniveau, das das traditionelle Bankgeschäft weniger rentabel macht.

Bei Aktien aus dem Modeeinzelhandel setzten sich die derben Kursverluste vom Vortag fort. Express gaben um 0,9 Prozent nach. Der Mode-Einzelhändler berichtete von einem Verlust, der aber geringer als befürchtet ausfiel. Tilly's brachen dagegen um fast 18 Prozent ein. Der Modehändler traf zwar mit dem Quartalsgewinn die Schätzungen des Marktes, verschreckte aber mit einer verhaltenen Umsatzprognose für das laufende Quartal.

PVH, die Aktie der Muttergesellschaft von Marken wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein, büßte fast 15 Prozent ein. Die aktuellen Gewinn- und Umsatzkennziffern fielen zwar wie erwartet aus, allerdings senkte das Unternehmen den Ausblick für 2019 und sprach von einem unverändert schwierigen Umfeld - auch wegen des Handelsstreits.

Am Vortag hatte es bereits Abercrombie & Fitch, Capri Holding und weitere Modeeinzelhandel-Aktien kursmäßig hart getroffen nach deren Zahlenvorlagen. Abercrombie sackten um weitere 4,8 Prozent ab, der Kurs von Capri Holding, der Muttergesellschaft von Michael Kors und Versace, büßte weitere 3,6 Prozent ein.

Dollar General legten dagegen um 7,2 Prozent zu. Der Schnäppchenmarktbetreiber hatte die Erlöse im ersten Quartal deutlicher als erwartet gesteigert. Der Wettbewerber Dollar Tree schnitt ebenfalls besser ab als gedacht. Sein Aktienkurs kletterte um 3,1 Prozent.

Palo Alto Networks verloren 5,1 Prozent. Das auf Cybersicherheit spezialisierte Unternehmen will zukaufen und kündigte daher Gewinnbelastungen im zweiten Quartal an.

Keysight Technologies schnellten um gut 11 Prozent nach oben, nachdem der Elektronikhersteller mit Gewinn und Umsatz im abgelaufenen Quartal die Markterwartungen übertroffen hatte. Zudem kündigte er ein Aktienrückkaufprogramm an.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 25.169,88 0,17 43,47 7,90
S&P-500 2.788,86 0,21 5,84 11,25
Nasdaq-Comp. 7.567,72 0,27 20,41 14,05
Nasdaq-100 7.245,40 0,40 28,54 14,46


US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,08 -3,6 2,11 87,5
5 Jahre 2,02 -4,8 2,07 10,1
7 Jahre 2,13 -3,4 2,16 -12,1
10 Jahre 2,22 -4,1 2,26 -22,3
30 Jahre 2,65 -4,5 2,69 -42,0


DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:35 Uhr Mi, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1132 -0,03% 1,1135 1,1129 -2,9%
EUR/JPY 121,98 -0,01% 122,11 121,73 -3,0%
EUR/CHF 1,1217 -0,03% 1,1219 1,1217 -0,4%
EUR/GBP 0,8827 +0,13% 0,8814 0,8818 -1,9%
USD/JPY 109,58 +0,03% 109,69 109,38 -0,1%
GBP/USD 1,2612 -0,17% 1,2632 1,2621 -1,2%
Bitcoin
BTC/USD 8.528,50 -1,50% 8.727,75 8.725,50 +129,3%


ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 56,54 58,81 -3,9% -2,27 +19,5%
Brent/ICE 66,67 69,45 -4,0% -2,78 +21,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.288,62 1.279,60 +0,7% +9,02 +0,5%
Silber (Spot) 14,53 14,43 +0,7% +0,10 -6,2%
Platin (Spot) 796,00 795,00 +0,1% +1,00 -0,1%
Kupfer-Future 2,65 2,67 -0,5% -0,01 +0,5%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos

END) Dow Jones Newswires

May 30, 2019 16:13 ET ( 20:13 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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