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MÄRKTE USA/Handelsstreit und schwacher Einzelhandel belasten Börse

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Enttäuschende Daten aus dem US-Einzelhandel und neue Zweifel an einer Beilegung des US-chinesischen Handelsstreits dämpfen am Mittwoch die Kauflust der Anleger an der Wall Street. Es verstärkt sich die Sorge, dass die Unterstützung eines Gesetzes zum Schutz von Demokratie und Menschenrechten in Hongkong durch das US-Repräsentantenhaus eine Einigung im Handelsstreit erschweren könnte. Die Reaktion aus Peking kam prompt - die Regierung äußerte sich "empört", sprach von einer Einmischung in innere Angelegenheiten und drohte "starke" Gegenmaßnahmen an.

Zwar stehe die US-Berichtssaison derzeit im Fokus, doch der Handelsstreit und die abermalige Senkung der Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft durch den IWF am Vortag zeigten, dass die Situation angespannt bleibe, so ein Teilnehmer. Die Brexit-Verhandlungen scheinen sich dagegen auf der Zielgeraden zu befinden, wenngleich die Lage eher undurchsichtig ist. Laut EU-Ratspräsident Donald Tusk wurden die Grundzüge, jedoch noch kein vollständiges Brexit-Abkommen ausgehandelt. Tusk stellte allerdings eine Lösung in den nächsten Stunden in Aussicht. Die Zeit, um einen ungeregelten Austritt aus der EU noch zu vermeiden, wird zunehmend knapp.

Der Dow-Jones-Index gewinnt gegen Mittag (Ortszeit New York) 0,1 Prozent auf 27.040 Punkte. Der S&P-500 fällt um 0,1 Prozent und der Nasdaq-Composite büßt 0,2 Prozent ein.

Der US-Einzelhandelsumsatz für September enttäuschte. Er ging um 0,3 Prozent zurück, während Analysten mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet hatten. Dieser erste Rückgang seit Februar weckt Befürchtungen, dass der für die US-Wirtschaft so wichtige private Konsum nun ebenfalls schwächeln könnte, nachdem die Unternehmen ihre Investitionen schon zurückgefahren haben und sich die Lage im Außenhandel eingetrübt hat.

Im Verlauf folgt noch das Beige Book, der Konjunkturbericht der US-Notenbank. Nachbörslich stehen zudem die US-Erdöllagerbestände des privaten American Petroleum Institute (API) für August an.


Bank of America mit Sonderbelastung

Mit der Bank of America legte vorbörslich ein weiteres US-Institut Geschäftszahlen vor. Die Bank hat im dritten Quartal wegen eines Sondereffekts in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. Die Bank erzielte 5,8 Milliarden Dollar nach 7,2 Milliarden im Vorjahr. Bereinigt um den Sondereffekt belief sich der Gewinn auf 7,5 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag bei 56 Cent bzw. 75 Cent bereinigt. Analysten hatten laut Factset-Konsens einen Gewinn je Aktie von 54 Cent prognostiziert. Die Aktie legt um 2,2 Prozent zu.

Die US-Finanzholding U.S. Bancorp hat ihren Gewinn im dritten Quartal stärker gesteigert als erwartet. Der Gewinn legte auf 1,91 Milliarden Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie zu nach 1,82 Milliarden oder 1,06 Dollar je Anteil im Vorjahresquartal, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten laut Factset nur mit einem Ergebnis von 1,11 Dollar je Aktie gerechnet. Die Aktie gewinnt 1,6 Prozent.

Der US-Pharmakonzern Abbott Laboratories hat im dritten Quartal mit der Umsatzentwicklung enttäuscht. Bereinigt um Einmaleffekte verbesserte sich das Ergebnis je Aktie von 75 Cent auf 84 Cent und traf damit die Analystenschätzung auf den Punkt. Die Aktie macht anfängliche Verluste wett und steigt um 1,5 Prozent. Hierzu dürften Aussagen während der Telefonkonferenz des Unternehmens beigetragen haben. So sagte CEO Miles White, dass Abbott keine großen Übernahmen plane, sondern höchstens durch kleinere Zukäufe bestehende Geschäftsfelder ausbauen werde. Abbott kündigte überdies nach dem Abbau von Schulden den Rückkauf von Aktien für 3 Milliarden Dollar an.

Die Aktien von United Airlines Holdings steigen um 2,6 Prozent. Die Fluggesellschaft übertraf nicht nur mit dem bereinigten Gewinn die Analystenprognosen, sondern hob auch den Ausblick an.

Der Kurs von General Motors (GM) zieht an und liegt 2,4 Prozent vorn, nachdem die Gewerkschaft UAW eine vorläufige Einigung mit dem Unternehmen gemeldet hat. Diese müsse von den Mitgliedern allerdings noch ratifiziert werden. Bis dies geschehen sei, werde der Streik bei dem Automobilkonzern fortgesetzt.

Adobe fallen um 3,9 Prozent. Die Citigroup hat die Aktie auf "Neutral" von "Buy" abgestuft.


Ölpreise im Plus - Pfund im "Brexit-Bann"

Die Spannungen zwischen USA und Iran ziehen die Ölpreise nach oben und verdrängen zunächst die Sorgen um eine globale Konjunktur-Abschwächung und eine sinkende Nachfrage. Zudem stützen Aussagen von Opec-Generalsekretär Mohammad Barkindo, wonach das Erdölkartell alles in seiner Macht Stehende tun wird, um die Stabilität des Ölmarktes über 2020 hinaus zu gewährleisten. Doch der IWF hatte seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft am Vortag erneut gesenkt und das vor allem mit zunehmenden Handelsbarrieren und einer steigenden Unsicherheit in Bezug auf Außenhandel und Geopolitik begründet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 1,4 Prozent auf 53,53 Dollar, Brent gewinnt 1,3 Prozent auf 55,50 Dollar.

Das Pfund bleibt mit den Brexit-Entwicklungen im Fokus. Mit den jüngsten Meldungen schießt das Pfund im Tageshoch auf fast 1,2880 Dollar nach oben. Weiter werde die Währung von den Schlagzeilen um die Brexit-Entwicklung getrieben, so ein Beobachter.

Den US-Anleihen verschafft die Unsicherheit über den EU-Austritt Großbritanniens leichten Zulauf - neben dem weiter ungelösten US-chinesischen Handelsstreit. Es ist weiter unklar, ob es zu einem neuem Abkommen kommt, das einen ungeregelten Brexit verhindert. Die Rendite zehnjähriger Papiere fällt um 2,3 Basispunkte auf 1,75 Prozent.

Der Goldpreis holt einen Teil seiner Vortagesverluste wieder auf. Die Feinunze verteuert sich um 0,5 Prozent auf 1.488 Dollar.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 27.039,73 0,06 14,93 15,91
S&P-500 2.993,60 -0,07 -2,08 19,42
Nasdaq-Comp. 8.129,03 -0,24 -19,68 22,51
Nasdaq-100 7.922,42 -0,26 -20,43 25,16

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,59 -2,0 1,61 39,2
5 Jahre 1,57 -2,8 1,59 -35,8
7 Jahre 1,65 -2,9 1,68 -59,5
10 Jahre 1,75 -2,3 1,77 -69,5
30 Jahre 2,23 -0,5 2,24 -83,6

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 7:54 Uhr Di, 17:08 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1074 +0,38% 1,1036 1,1038 -3,4%
EUR/JPY 120,40 +0,28% 119,94 120,09 -4,2%
EUR/CHF 1,1028 +0,09% 1,1010 1,1018 -2,0%
EUR/GBP 0,8613 -0,38% 0,8653 0,8634 -4,3%
USD/JPY 108,71 -0,11% 108,69 108,80 -0,9%
GBP/USD 1,2851 +0,72% 1,2754 1,2781 +0,7%
USD/CNH (Offshore) 7,0973 +0,18% 7,1010 7,0827 +3,3%
Bitcoin
BTC/USD 7.915,25 -2,81% 8.162,00 8.262,50 +112,8%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,53 52,81 +1,4% 0,72 +11,0%
Brent/ICE 59,50 58,74 +1,3% 0,76 +7,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.488,15 1.481,13 +0,5% +7,02 +16,0%
Silber (Spot) 17,40 17,42 -0,1% -0,02 +12,3%
Platin (Spot) 886,00 885,00 +0,1% +1,00 +11,2%
Kupfer-Future 2,59 2,61 -1,0% -0,03 -2,2%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln/ros

END) Dow Jones Newswires

October 16, 2019 12:13 ET ( 16:13 GMT)

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PKT +3,33
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PKT +20,81
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PKT ±0,00
NASDAQ COMP. 8.734,88 +0,20%
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