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MÄRKTE USA/Höhere US-Inflationsdaten dürften Wall Street ins Minus drücken

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | ► Text vorlesen ❚❚ Pause
Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)Ein stärker als erwarteter Anstieg der US-Verbraucherpreise dürfte zur Wochenmitte das Sentiment an der Wall Street belasten. Denn damit sind die Inflationssorgen wieder auf dem Radar der Investoren, verbunden mit der Befürchtung, dass die US-Notenbank eine schnellere Straffung der Geldpolitik vornehmen könnte. Entsprechend deutlich fallen die Reaktionen an den Märkten aus. Für den Dollar geht es kräftig nach oben und der S&P-500 deutet mit einem Minus von aktuell 0,8 Prozent auf einen sehr schwachen Start an den US-Märkten hin. Allerdings erholt er sich schon wieder etwas von seinen Tiefstständen. Vor der Veröffentlichung der Daten wies er noch ein Plus von 0,5 Prozent auf.

Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Ökonomen nur mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet hatten. Dadurch ergab sich eine Jahresteuerung von 2,1 (Vormonat: 2,1) Prozent. Volkswirte hatten hier einen Rückgang auf 1,9 Prozent erwartet. Die US-Notenbank peilt eine Inflationsrate von rund 2 Prozent an. In der Kernrate, die die besonders volatilen Preise für Energie und Lebensmittel außen vor lässt, stiegen die Preise um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten hier 0,2 Prozent erwartet. Die Jahresteuerung betrug wie im Vormonat 1,8 Prozent. Die Prognose hatte auf 1,7 Prozent gelautet.

Der heutige Inflationsbericht hat im Gefolge der kürzlich stark gestiegenen Stundenlöhne eine ganz neue Bedeutung erlangt", so Michael Hewson, Chief Market Analyst bei CMC Markets. "Jedoch beobachtet die US-Notenbank nicht nur diese Daten für die Einschätzung der Inflation", ergänzt der Marktteilnehmer. "Nichtsdestotrotz hat die Fokussierung auf die Inflation, nicht nur in den USA, sondern weltweit, Befürchtungen geweckt, dass die Notenbanken bei der Einschätzung der Aussichten für die nächsten Monate etwas zurückliegen könnten".

Nach Einschätzung eines Händlers könnte die Volatilität an den Finanzmärkten nach den US-Preisdaten nun wieder zunehmen. Ein anderer Marktteilnehmer warnt indes vor einer Dramatisierung. Letztlich indizierten die steigenden Inflationszahlen eine stärkere Wirtschaft.

Für Enttäuschung sorgten auch die US-Einzelhandelsumsätze, die im Januar entgegen der Prognose gesunken sind. Die Handelsunternehmen hatten 0,3 Prozent weniger Geld in den Kassen als noch im Vormonat. Das ist der größte Rückgang seit elf Monaten. Volkswirte hatten dagegen im Konsens mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die Realeinkommen in den USA sind im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent gefallen. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, war im Dezember ein Anstieg um 0,2 Prozent zu verzeichnen.

Im weiteren Handelsverlauf folgen noch die Lagerbestände für Dezember und die wöchentlichen US-Öllagerdaten.



Dollar legt nach Inflationsdaten kräftig zu


Mit einem Sprung nach oben hat der US-Dollar auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten reagiert. Im Gegenzug rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,2276 Dollar ab. Aktuell liegt die Devise bei 1,2311 Dollar, nach 1,2345 Dollar vor Veröffentlichung der Daten.

Für den Goldpreis geht es auf 1.328 Dollar je Feinunze abwärts, ein Minus von 0,1 Prozent. Vor der Bekanntgabe der Inflationsdaten hatte das Edelmetall noch bei 1.331 Dollar gelegen. Auch am Anleihemarkt ist eine deutliche Reaktion auszumachen. Die Rendite zehnjähriger Papiere zieht kräftig an und legt um 4 Basispunkte auf 2,86 Prozent zu. Im Vorfeld hatte sie um 1 Basispunkt auf 2,82 Prozent nachgegeben.

Die Ölpreise bauen ihre zwischenzeitlichen Abgaben noch aus, ausgelöst durch den deutlichen Dollar-Anstieg. Für einen weiteren Impuls könnten im Handelsverlauf auch noch die wöchentlichen US-Lagerdaten sorgen. Hier wird erneut mit einer Zunahme gerechnet. Die Analysten prognostizieren im Schnitt mit einem Plus von 2,6 Millionen Barrel. Bei den bereits veröffentlichten Daten des privaten American Petroleum Institute (API) wurde ein Anstieg von 3,9 Millionen Barrel vermeldet. Übergeordnet belasten auch weiterhin die Sorgen vor einer Ausweitung der US-Ölförderung. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sinkt um 1,0 Prozent auf 58,57 Dollar. Für Brent geht es um 0,7 Prozent auf 62,27 Dollar nach unten.



Twitter nach Rekordhoch im Blick - Cisco legt Zahlen vor


Bei den Einzelwerten könnte weiterhin die Twitter-Aktie im Fokus stehen, nachdem diese zum US-Handelsschluss am Vortag auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren geklettert war. Nachdem die Geschäftszahlen in der vergangenen Woche die Erwartungen des Marktes übertroffen hatten, konnte die Aktie zulegen und erhielt am Vortag noch Auftrieb durch die besser als erwartet ausgefallenen Wachstumsdaten eines chinesischen Konkurrenten. Die Twitter-Aktie fällt vorbörslich um 1,9 Prozent auf 32,80 Dollar.

Für die Titel des chinesischen Internetriesen Baidu geht es um 5,3 Prozent nach oben. Mit den Geschäftszahlen wurden die Markterwartungen für das vierte Quartal übertroffen. Sowohl Umsatz als auch bereinigtes Ergebnis lagen über den Schätzungen der Analysten.

Nach US-Handelsschluss legt noch Cisco die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Die Papiere verlieren im Vorfeld 0,2 Prozent.



US-Anleihen
Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD
2 Jahre 2,14 3,3 2,11 94,1
5 Jahre 2,60 5,8 2,54 67,4
7 Jahre 2,79 4,6 2,74 53,8
10 Jahre 2,86 3,5 2,83 41,9
30 Jahre 3,13 2,2 3,11 6,6

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8.06 Uhr Di, 17:14 Uhr % YTD
EUR/USD 1,2311 -0,31% 1,2374 1,2365 +2,5%
EUR/JPY 131,90 -0,96% 132,67 132,85 -2,5%
EUR/CHF 1,1523 -0,24% 1,1543 1,1541 -1,6%
EUR/GBP 0,8894 -0,00% 0,8903 1,1236 +0,0%
USD/JPY 107,16 -0,62% 107,22 107,49 -4,9%
GBP/USD 1,3838 -0,34% 1,3897 1,3897 +2,4%
Bitcoin
BTC/USD 9.241,91 +8,08% 8.813,87 8.655,75 -35,66

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 58,57 59,19 -1,0% -0,62 -3,1%
Brent/ICE 62,27 62,72 -0,7% -0,45 -5,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.327,90 1.329,16 -0,1% -1,27 +1,9%
Silber (Spot) 16,49 16,58 -0,5% -0,09 -2,6%
Platin (Spot) 974,50 975,00 -0,1% -0,50 +4,8%
Kupfer-Future 3,15 3,16 -0,4% -0,01 -4,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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February 14, 2018 09:17 ET ( 14:17 GMT)

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