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MÄRKTE USA/Im Spannungsfeld zwischen "lockerer" Fed und Handelsgesprächen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 7 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Wenig verändert zeigen sich die US-Börsen am Dienstag. Nachdem am Vortag sowohl der Dow-Jones-Index als auch der S&P-500 neue Jahreshochs markiert hatten, dominiert zunächst einmal Zurückhaltung. Die Anhörung von US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats brachte nichts Neues. Powell hat die Entschlossenheit der US-Notenbank bekräftigt, Zinsanhebungen vorerst auszusetzen und abzuwarten, wie sich das langsamere Weltwirtschaftswachstum und die Finanzmarktturbulenzen auf die US-Wirtschaft auswirken.

Die Aussicht auf eine fortgesetzt lockere Geldpolitik stützt tendenziell die Aktienmärkte. Allerdings gibt es ebenfalls keine Neuigkeiten zu den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Zwar hatte US-Präsident Donald Trump zuletzt eine Verschiebung neuer Strafzölle bekannt gegeben und zur Begründung auf den positiven Verlauf der Verhandlungen verwiesen, doch während des asiatischen Handels machten wieder pessimistischere Aussagen von Trump die Runde.

Der Dow-Jones-Index verliert gegen Mittag (Ortszeit) 4 Punkte auf 26.088. Der S&P-500 steigt um 1 Punkt, der Nasdaq-Composite fällt um 0,1 Prozent.

Die Entwicklungen im Handelsstreit seien weiterhin der wichtigste Katalysator für den Markt in den kommenden Tagen, so Ökonomin Marie Owens Thomsen von Indosuez Wealth Management. "Zwar sind die Aussagen der Notenbanken ebenfalls wichtig, doch letztlich schauen die Märkte vor allem auf die Handelsgespräche", ergänzt sie. Laut einer Umfrage der Bank of America aus dem Februar rechnen aktuell 13 Prozent der Befragten mit einer Zinserhöhung in den USA in diesem Jahr. Für 2019 und 2020 gehen 7 Prozent von jeweils einem Zinsschritt aus.

Die Neubautätigkeit in den USA hat sich im Dezember derweil deutlich abgeschwächt. Auch der Case-Shiller-Hauspreisindex für Dezember blieb leicht unter der Erwartung der Analysten. Dagegen fiel der kurz nach Handelsbeginn veröffentlichte Index des US-Verbrauchervertrauens für Februar deutlich besser aus als erwartet.



Home Depot verfehlt trotz kräftigem Gewinnwachstum die Prognosen


Für die Aktie von Home Depot geht es um 1,8 Prozent nach unten. Der US-Baumarktkonzern hat im vierten Geschäftsquartal 2018 fast ein Drittel mehr verdient als im Vorjahreszeitraum und auch den Umsatz gesteigert. Die Aktionäre sollen mit einer fast ein Drittel höheren Schlussdividende am Gewinn beteiligt werden. Die Quartalszahlen lagen jedoch unter den Markterwartungen, und für das laufende Quartal stellte Home Depot ein auf vergleichbarer Basis geringeres Umsatzwachstum in Aussicht.

Die Tesla-Aktie hat anfängliche Verluste von über 3 Prozent mehr als wettgemacht und gewinnt 0,7 Prozent. Zunächst hatten Berichte belastet, wonach die US-Börsenaufsicht SEC einen Richter gebeten hat, CEO Elon Musk wegen eines ungenauen Tweets zu belangen. Ein Tweet zur Produktion von Musk vom 19. Februar soll demnach gegen eine Vereinbarung mit der SEC verstoßen haben, wie mehrere Medien berichteten. Am Dienstag ordnete die zuständige Richterin an, dass Musk bis zum 11. März Stellung zu den SEC-Vorwürfen nehmen müsse.

Die Aktie des chinesischen Tesla-Wettbewerbers Nio springt um weitere fast 15 Prozent nach oben. Sie profitiere weiter von einem Interview des CEO William Li mit CBS vom Wochenende, das die Aktie schon am Montag nach oben getrieben hatte, hieß es. In der Sendung "60 Minutes" hatte Li die Fahrzeuge von Nio als Statussymbole für die wachsende Mittel- und Oberschicht in China und als "Eintrittskarte zu einem neuen Lebensstil" bezeichnet. Die Fahrzeuge kosten in China nur etwa halb so viel wie ein Tesla. Daneben dürfte die Nio-Aktie auch Nutznießer des Ärgers von Tesla mit der SEC sein.

Dagegen geben die Titel des Düngemittel-Herstellers Mosaic um 3 Prozent nach. Das Unternehmen übertraf im vierten Quartal die Markterwartungen und profitierte dabei auch von höheren Preisen bei Pflanzen-Nährstoffen, die die Erlöse beflügelten. Während der Telefonkonferenz berichtete das Unternehmen jedoch, dass es eine Mine in Brasilien vorübergehend stillgelegt habe, um die Sicherheit der Anlage zu überprüfen. Mosaic reagierte damit auf den Dammbruch bei einer Mine des brasilianischen Konzerns Vale.

Für die Caterpillar-Aktie geht es um 2,4 Prozent auf 136,46 Dollar abwärts. Die Analysten der UBS haben die Papiere auf "Sell" von "Buy" nach unten genommen und zudem das Kursziel auf 125 von 154 Dollar gesenkt.

Geradezu euphorisch werden die Geschäftszahlen von Dillard's aufgenommen. Die Aktie des Einzelhändlers springt um gut 20 Prozent nach oben, auch wenn die Analysten von Wedbush Besorgnis wegen der Kosten für Sonderangebote und der hohen Lagerbestände geäußert haben. Wedbush sieht die Gefahr, dass die Zunahme der Lagerbestände das Umsatzwachstum übersteigen könnte, und stuft die Dillard's-Aktie mit "Neutral" ein.

Mit Macy's hat ein weiterer Einzelhändler die Markterwartungen übertroffen. Das Unternehmen selbst ist aber nicht zufrieden mit der Umsatzentwicklung und plant daher den Umbau des Managements, um Entscheidungen zu beschleunigen und Kosten zu sparen. Die Aktie legt um 0,6 Prozent zu.



Powell-Aussagen und Brexit am Devisenmarkt im Fokus


Das britische Pfund kommt nach Aussagen der britischen Premierministerin Theresa May leicht unter Druck und fällt wieder unter das Niveau von 1,3200 Dollar. May will dem britischen Parlament die Möglichkeit einräumen, den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU zu verschieben, sollten die Parlamentarier ihren Deal mit der EU weiter ablehnen. May strebt aber nur einen kurzen und begrenzten Aufschub des Austrittdatums aus der EU an. Mit den May-Aussagen wurden Medienberichte bestätigt, die das Pfund zuvor gestützt hatten. Aktuell notiert das Pfund bei 1,3175 Dollar, nach einem Tageshoch bei 1,3238 Dollar.

Der Dollar zeigt sich unbewegt von den Aussagen des US-Notenbankpräsidenten. Der Euro notiert kaum verändert bei 1,1373 Dollar.

Die Ölpreise erholen sich nach den starken Vortagesverlusten. Auslöser war ein Tweet von US-Präsident Trump, der die Ölpreise als zu hoch bezeichnet hatte. "Ich glaube nicht, dass die Opec sich in irgendeiner Form von ihrem Kurs abbringen lässt", so Olivier Jakob von Petromatrix. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 0,6 Prozent auf 55,83 Dollar, für Brent geht es um 0,9 Prozent auf 65,35 Dollar nach oben. Zu Wochenbeginn hatten WTI und Brent jeweils mehr als 3 Prozent eingebüßt. Nun warten die Akteure auf neue Daten zu den Ölvorräten der USA. Am späten Dienstag wird zunächst der Branchenverband American Petroleum Institute Zahlen dazu veröffentlichen, am Mittwoch folgen die offiziellen Wochendaten des US-Energieministeriums.

Wenig Bewegung gibt es bei den "sicheren Häfen" Gold und US-Anleihen. Auch sie zeigen sich unbeeindruckt von Powells Äußerungen. Der Preis für die Feinunze notiert kaum verändert bei 1.326 Dollar. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fällt um 1,9 Basispunkte auf 2,65 Prozent und gibt damit ihre Vortagesgewinne wieder ab.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.087,83 -0,02 -4,12 11,83
S&P-500 2.797,36 0,04 1,25 11,59
Nasdaq-Comp. 7.550,11 -0,06 -4,35 13,79
Nasdaq-100 7.118,87 0,05 3,44 12,46

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,49 -1,6 2,50 128,6
5 Jahre 2,46 -1,4 2,47 53,1
7 Jahre 2,54 -1,7 2,56 29,4
10 Jahre 2,65 -1,9 2,66 20,1
30 Jahre 3,02 -0,9 3,03 -4,7
DEVISEN zuletzt +/- % Di, 9.26 Uhr Mo, 18.05 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1373 +0,11% 1,1355 1,1341 -0,8%
EUR/JPY 125,98 -0,14% 125,83 126,00 +0,2%
EUR/CHF 1,1376 +0,10% 1,1360 1,1352 +1,1%
EUR/GBP 0,8584 -0,85% 0,8629 0,8690 -4,6%
USD/JPY 110,77 -0,27% 110,81 111,11 +1,0%
GBP/USD 1,3250 +0,98% 1,3156 1,3052 +3,8%
Bitcoin
BTC/USD 3.795,00 -0,76% 3.786,75 3.817,75 +2,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 55,83 55,48 +0,6% 0,35 +21,2%
Brent/ICE 65,35 64,76 +0,9% 0,59 +20,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.326,31 1.326,70 -0,0% -0,39 +3,4%
Silber (Spot) 15,88 15,89 -0,1% -0,01 +2,5%
Platin (Spot) 859,32 854,00 +0,6% +5,32 +7,9%
Kupfer-Future 2,95 2,95 +0,2% +0,01 +12,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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February 26, 2019 12:16 ET ( 17:16 GMT)

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