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MÄRKTE USA/Konjunkturoptimismus beflügelt - Nasdaq auf Rekordhoch

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Deutlich im Plus haben sich die US-Aktienmärkte am Montag gezeigt, nachdem heimische Konjunkturdaten überraschend gut ausgefallen waren. Zudem wurde in den USA am Montag die niedrigste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit fast vier Wochen vermeldet. Die Verlängerung der Coronahilfen in den USA ist zwar noch immer nicht unter Dach und Fach. Allerdings gibt es hier Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern. Daher hoffen Anleger auf eine zügige Verabschiedung der Maßnahmen.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,9 Prozent auf 26.664 Punkte, der S&P-500 gewann 0,7 Prozent. Der Nasdaq-Composite rückte um 1,5 Prozent vor und markierte bei 10.928 Punkten ein neues Rekordhoch. Auf 1.908 (Freitag: 1.200) Kursgewinner kamen 1.093 (1.726) -verlierer. Unverändert schlossen 71 (98) Titel.

Neben der innenpolitischen Kontroverse um das Coronahilfspaket schwelten im Hintergrund die geopolitischen Spannungen zwischen China und den USA, die erneut Fahrt aufgenommen haben. US-Präsident Donald Trump will nach Angaben seines Außenministers Mike Pompeo innerhalb weniger Tage gegen die beliebte Videoplattform Tiktok und andere zu chinesischen Firmen gehörende Apps vorgehen. "Es scheint, je näher die Wahlen rücken, desto stärker werden die Spannungen", kommentierte Marktökonom Oliver Jones von Capital Economics die neue Verschärfung der US-chinesischen Auseinandersetzungen.

Die trotz der jüngsten Entspannung noch immer hohe Zahl der Neuinfektionen blieb ebenfalls ein Thema. Laut Notenbanker Neel Kashkari könnte die US-Wirtschaft von einem vier bis sechs Wochen langen harten Lockdown letztlich profitieren. Denn eine starke Konjunkturerholung gelinge nur, wenn das Coronavirus unter Kontrolle gebracht werde, sagte der Präsident der Fed-Filiale von Minneapolis.

Dass die Lage der US-Wirtschaft vielleicht doch nicht so düster ist wie gedacht, zeigten Daten zur heimischen Industrie. Der vom ISM ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg deutlich stärker in den expansiven Bereich als erwartet.


Anleger meiden "sichere Häfen"

Trotz der Risikofaktoren waren US-Anleihen nicht gefragt. Die Notierungen der Langläufer sanken, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um 2,5 Basispunkte auf 0,56 Prozent. Angesichts der schlechten Wirtschaftslage hat die Ratingagentur Fitch die Perspektive für die USA von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Die Kreditwürdigkeit des Landes wurde dennoch mit "AAA" bestätigt. Als Belastungsfaktor für den Rentenmarkt machten Händler auch die guten Wirtschaftsdaten aus. Diese ließen den vermeintlich sicheren Rentenhafen weniger attraktiv erscheinen.

Derweil stellte das US-Finanzministerium seine Emissionspläne für die zweite Hälfte des Jahres vor. Wegen der Coronapandemie ist der Finanzbedarf der USA drastisch gestiegen, so dass im zweiten Halbjahr nochmals 2 Billionen Dollar aufgenommen werden müssen. Im ganzen Fiskaljahr werden die USA voraussichtlich 4,5 Billionen Dollar neue Schulden machen - mehr als dreimal so viel wie im vergangenen Jahr und eine Rekordsumme, die selbst die Schuldenaufnahme während und nach der Finanzkrise in den Schatten stellt.

Am Devisenmarkt erholte sich der Dollar weiter von seinem Zweijahrestief am Freitag. Der ICE-Dollarindex stieg um 0,4 Prozent - beflügelt von der Hoffnung auf eine Einigung im Streit um die Coronahilfen. Sollte die US-Politik hier jedoch keine schnelle Lösung finden, könnte der Dollar seine vorangegangene Talfahrt wieder aufnehmen, warnten Analysten.

Der steigende Greenback belastete den Goldpreis. Die Feinunze tendierte kaum verändert bei 1.976 Dollar. Allerdings hatte das Edelmetall bei 1.988 Dollar ein weiteres Allzeithoch markiert, Händler sprachen daher auch von Gewinnmitnahmen und damit von einem gängigen Muster nach Rekordständen. Die Aussichten blieben für Gold aussichtsreich, hieß es im Handel.

Die Erdölpreise zogen deutlicher an, was Beobachter außer mit dem überraschend starken ISM-Einkaufsmanagerindex auch mit den jüngsten US-Coronafallzahlen begründeten. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 41,01 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 1,0 Prozent auf 44,15 Dollar je Fass. Nach der Förderkürzung der Gruppe Opec+ müsse sich der Markt neu einpendeln - gerade zum Monatsanfang, so Händler. Saudi-Arabien könne in diesem Zusammenhang möglicherweise erneut in Kürze die Preise senken.


Microsoft könnte sich bei Tiktok einkaufen

Unter den Einzelaktien kletterten Microsoft um 5,6 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Der Software-Gigant hat Interesse angemeldet, Teile der in der Kritik stehenden App Tiktok von der chinesischen ByteDance zu erwerben. Ein solcher Schritt könnte die US-Regierung bewegen, den Streit über die chinesische Einflussnahme zu begraben.

Auch die Apple-Aktie markierte ein neues Allzeithoch, nach wie vor beflügelt von den guten Zahlen, die der iPhone-Hersteller in der vergangenen Woche vorgelegt hatte. Die Titel verbesserten sich um 2,5 Prozent, unbeeindruckt von einem Patentstreit, den ein chinesisches Unternehmen gegen Apple angestrengt hat. Die Shanghai Zhizhen Network Technology verlang 1,43 Milliarden Dollar Schadensersatz, weil Apples Sprachassistent Siri angeblich ein Patent des chinesischen Unternehmens verletze.

Siemens Healthineers will Varian Medical Systems zu einem Preis von rund 16,4 Milliarden Dollar übernehmen. Dazu sollen sämtliche Aktien des Anbieters von Hard- und Softwaresystemen für die Strahlentherapie für 177,50 Dollar je Aktie in bar erworben werden. Varian schossen um 22 Prozent auf 174,11 Dollar in die Höhe. Marathon Petroleum stiegen um 1 Prozent. Die Gesellschaft veräußert ihre Tankstellenkette Speedway an 7-Eleven für 21 Milliarden Dollar, berichtete aber auch von einer geringeren Kraftstoffnachfrage als Folge der in den zurückliegenden Wochen stark gestiegenen Corona-Neuinfektionen.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.664,40 0,89 236,08 -6,57
S&P-500 3.294,61 0,72 23,49 1,98
Nasdaq-Comp. 10.902,80 1,47 157,52 21,51
Nasdaq-100 11.055,08 1,37 149,20 26,59

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,10 -1,2 0,11 -110,5
5 Jahre 0,21 0,0 0,21 -171,5
7 Jahre 0,41 2,5 0,38 -183,9
10 Jahre 0,56 2,5 0,53 -188,7
30 Jahre 1,23 3,4 1,20 -183,7

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:30 Uhr Fr, 18:05 % YTD
EUR/USD 1,1765 -0,10% 1,1758 1,1808 +4,9%
EUR/JPY 124,63 -0,00% 124,55 125,01 +2,2%
EUR/CHF 1,0794 +0,30% 1,0778 1,0769 -0,6%
EUR/GBP 0,8997 -0,06% 0,8993 0,9000 +6,3%
USD/JPY 105,94 +0,11% 105,93 105,86 -2,6%
GBP/USD 1,3076 -0,05% 1,3075 1,3119 -1,3%
USD/CNH (Offshore) 6,9834 -0,11% 6,9785 6,9834 +0,2%
Bitcoin
BTC/USD 11.421,01 +2,60% 11.201,51 11.418,76 +58,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 40,77 40,27 +1,2% 0,50 -29,4%
Brent/ICE 43,90 43,52 +0,9% 0,38 -29,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.975,56 1.976,09 -0,0% -0,53 +30,2%
Silber (Spot) 24,37 24,39 -0,1% -0,03 +36,5%
Platin (Spot) 921,45 901,98 +2,2% +19,48 -4,5%
Kupfer-Future 2,91 2,86 +1,7% +0,05 +3,1%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

END) Dow Jones Newswires

August 03, 2020 16:11 ET ( 20:11 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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