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MÄRKTE USA/Lage in Saudi-Arabien verunsichert Anleger - Ölpreise steigen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Abwärts geht es am Montagmittag mit den Aktienindizes an der Wall Street. Gedrückt wird die Stimmung vom massiven Anstieg der Ölpreise, nachdem bei einem Drohnenangriff am Wochenende saudi-arabische Ölförderanlagen beschädigt wurden und deswegen dort die Produktion zumindest kurzfristig drastisch sinkt. Nachdem der Dow-Jones-Index acht Tage zuvor in Folge zugelegt hatte, kommt er nun um 0,6 Prozent zurück auf 27.065 Punkte. Der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes verlieren ähnlich stark.

Gedämpft wird die Stimmung daneben von enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China. Chinas Präsident Li Keqiang sagte zudem, dass es sehr schwer werde, das Wachstumsziel von 6 Prozent für das laufende Jahr aufrecht zu erhalten.

Tagesthema ist aber klar die neue Nahost-Krise. Getroffen wurden bei dem Angriff mit Abqaiq die weltweit größte Anlage dieser Art und mit Khurais das zweitgrößte Ölfeld des Landes. Die Tagesproduktion wird dadurch um 5,7 Millionen Barrel vermindert, entsprechend etwa 5 der Weltproduktion.

Die Ölpreise schießen entsprechend nach oben. Aktuell verteuert sich WTI um 11,4 Prozent auf 61,08 Dollar je Barrel, Brent klettert um 12 Prozent auf 67,37 Dollar. Saudi-Arabien verfügt zwar über ausreichend Vorräte, um für einige Zeit - die Analysten von Barclays sprechen von rund fünf Wochen -, die vereinbarten Exporte weiter bedienen zu können und zudem hat US-Präsident Donald Trump die strategischen Reserven der USA ins Spiel gebracht. Gleichwohl dürften angesichts der neuesten Entwicklung zukünftig Risikoprämien für das Öl verlangt werden, so Marktbeobachter.

Die weiteren politischen Folgen sind noch nicht abzusehen. Die USA machen Iran für die Anschläge verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hat dem Land mit Vergeltung gedroht. Allerdings dürfte das die Ölpreise dann zusätzlich befeuern.

Der Anstieg der Ölpreise könnte derweil die Inflation treiben und damit die Notenbank auf den Plan rufen. Für diese war die zu niedrige Inflation zuletzt mit das Hauptargument für niedrigere Zinsen. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über den Leitzins; nachdem zum Ende der Vorwoche noch mit fast 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung erwartet wurde, liegt dieser Wert aktuell bei etwa 65 Prozent. Andererseits gehen von den stark gestiegenen Ölpreisen auch Wachstumsrisiken aus, was wiederum für niedrigere Zinsen spricht.


Gold und Anleihen gesucht

Gesucht sind in dieser Gemengelage sichere Häfen wie das Gold und Anleihen. Die Feinunze wird 14 Dollar höher bezahlt mit 1.503.

Deutliche Gewinne verbucht außerdem der US-Anleihemarkt, der ebenfalls wegen seines Status als sicherer Hafen nach oben getragen wird. Im Gegenzug sinkt die Zehnjahresrendite um 6 Basispunkte auf 1,84 Prozent.

Unter den Devisen sind die als sicher geltenden Währungen gefragt bzw. solche von großen Ölförderländern. Dies drückt den Euro gegen den Dollar auf rund 1,1000 nach einem Kurs am späten Freitag bei 1,1070. Der Yen, der klassische sichere Hafen schlechthin, kommt dagegen mittlerweile zum Dollar wieder zurück auf das Niveau von Freitag.


Ölaktien fest - Luftfahrtwerte schwach

Am Aktienmarkt stehen klar Ölaktien im Fokus. Deren S&P-500-Subindex legt um 2,4 Prozent zu. Unter den Branchenwerten gewinnen Exxon 1,6, Chevron 1,9, Chesapeake Energy 11 und Marathon Oil 9,3 Prozent. Dagegen stehen die Aktien der Fluglinien wegen der zu erwartenden steigenden Kerosinpreise unter Druck. So fallen American Airlines um 4,9 und Delta um 2,7 Prozent. Neben den Luftfahrtaktien werden auch Titel von Kreuzfahrtenanbietern verkauft. Carnival verlieren 2,6 Prozent, Royal Caribbean Cruises 1,4 und Norwegian Cruise Line 2,3 Prozent.

General Motors verlieren 2,9 Prozent. Die Arbeiter des Konzerns sind in einen landesweiten Streik getreten.

Die Apple-Aktie läuft etwas besser als der breite Markt, sie liegt knapp im Plus. Laut Analysten deuten die Lieferzeiten für das erst kürzlich vorgestellte, neue iPhone 11 darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Gerät gut ist. Zudem dämpften die Daten Sorgen vor niedrigeren durchschnittlichen Verkaufspreisen.

HP verlieren 1,6 Prozent, gedrückt von einer Herabstufung der Aktie des Druckerherstellers auf "Neutral" durch die UBS.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 27.064,59 -0,57 -154,93 16,02
S&P-500 2.993,75 -0,45 -13,64 19,42
Nasdaq-Comp. 8.141,38 -0,43 -35,34 22,70
Nasdaq-100 7.840,19 -0,67 -52,76 23,86


US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,75 -4,1 1,79 55,1
5 Jahre 1,70 -5,0 1,75 -22,5
7 Jahre 1,77 -6,1 1,83 -47,7
10 Jahre 1,84 -5,9 1,90 -60,6
30 Jahre 2,30 -6,9 2,37 -76,4

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:35 Uhr Fr, 17:48 % YTD
EUR/USD 1,0998 -0,68% 1,1071 1,1075 -4,1%
EUR/JPY 118,78 -0,37% 119,38 119,72 -5,5%
EUR/CHF 1,0916 -0,20% 1,0943 1,0961 -3,0%
EUR/GBP 0,8855 -0,06% 0,8881 0,8890 -1,6%
USD/JPY 108,01 +0,30% 107,84 108,12 -1,5%
GBP/USD 1,2420 -0,62% 1,2462 1,2457 -2,7%
USD/CNY 7,0674 -0,17% 7,069 7,0794 +2,8%
Bitcoin
BTC/USD 10.137,50 -1,51% 10.324,50 10.312,49 +172,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 61,19 54,85 +11,6% 6,34 +27,4%
Brent/ICE 67,45 60,22 +12,0% 7,23 +21,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.504,06 1.488,92 +1,0% +15,14 +17,3%
Silber (Spot) 17,94 17,45 +2,8% +0,49 +15,8%
Platin (Spot) 935,63 951,11 -1,6% -15,48 +17,5%
Kupfer-Future 2,63 2,68 -1,9% -0,05 -0,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/raz/gos/err

END) Dow Jones Newswires

September 16, 2019 12:41 ET ( 16:41 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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