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MÄRKTE USA/Leichte Erholung - Corona und Berichtssaison im Fokus

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Nach der Talfahrt zur Wochenmitte dürfte es am Donnerstag an der Wall Street zu einer leichten Erholung kommen. Die weiter steigenden Corona-Neuinfektionen und die beschlossenen neuen Lockdowns sorgen aber weiterhin für tiefe Sorgenfalten unter Investoren. Denn die von vielen erhoffte wirtschaftliche Erholung dürfte damit ins Stocken geraten. Zudem werden nach der Schlussglocke mit Twitter, Apple, Facebook, Amazon und der Google-Mutter Alphabet eine ganze Reihe von Technologie-Schwergewichten ihre Quartalszahlen vorlegen. Händler sprechen von einem wichtigen Tag in der Berichtssaison.

Am Vortag hatten Frankreich und Deutschland neue Beschränkungen beschlossen, mit deren Hilfe die weiter rasant steigenden Corona-Neuinfektionen eingedämmt werden sollen. Auch in den USA wurde am Mittwoch mit 79.000 Neuinfektionen das zweite Mal in Folge eine Zunahme um über 70.000 verzeichnet.

Dazu kommt die immer näher rückende US-Wahl. In der nächsten Woche wird sich entscheiden, ob der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump ablösen wird. In den Umfragen liegt Biden weiter deutlich in Front. Der Future auf den S&P-500 zeigt sich aktuell mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent.


US-Daten besser als erwartet

Für einen leicht positiven Impuls sorgen die vorbörslich veröffentlichten US-Konjunkturdaten. So ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher als prognostiziert gesunken. Die US-Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal mit einem Rekordtempo gewachsen und hat sich von einem Großteil der Pandemieverluste erholt, aber sie liegt immer noch unter dem Niveau von 2019. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sprang zwischen Juli und September auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent in die Höhe. Volkswirte hatten im Konsens mit einem Anstieg von 32,0 Prozent gerechnet.


Euro von EZB kaum bewegt - Ölpreise auf Fünfmonatstief

Der Euro zeigt sich von den Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum bewegt. Bereits im Vorfeld hatte die Gemeinschaftswährung nachgegeben und sich knapp über der Marke von 1,17 Dollar gezeigt. Dieses Niveau wird aktuell verteidigt. Sowohl Leitzinsen als auch Wertpapierkaufprogramme sowie die sie betreffende Forward Guidance blieben unverändert. Zudem hat sie angekündigt, dass sie die Instrumente im Dezember rekalibrieren werde, was nach Aussage eines Marktteilnehmers auf eine Erhöhung des PEPP auf der kommenden Sitzung hindeute. Der Euro zeigt sich aktuell bei 1,1703 Dollar und damit auf dem Niveau vor der Bekanntgabe der Beschlüsse.

Die Ölpreise geben erneut massiv nach und fallen auf den tiefsten Stand seit rund fünf Monaten. Die beschlossenen Lockdowns schüren die Sorge vor einer neuerlichen Rezession und damit einer stark zurückgehenden Ölnachfrage. Auch der jüngste deutliche Anstieg der US-Lagerdaten sorgt für Druck auf den Markt, so ein Teilnehmer. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um 4,9 Prozent auf 35,56 Dollar. Brent gibt um 4,9 Prozent auf 37,21 Dollar nach.

Für den Goldpreis geht es kräftiger nach unten. Er fällt auf den tiefsten Stand seit rund einem Monat. Händler verweisen auf den Dollar-Anstieg. Der Preis für die Feinunze reduziert sich um 0,8 Prozent auf 1.864 Dollar. Die US-Anleihen zeigen sich dagegen wenig verändert. Die zehnjährige Rendite steigt um 0,8 Basispunkte auf 0,78 Prozent.


Ford überzeugt - Ebay mit Gewinnmitnahmen nach Zahlen

Bei den Einzelwerten dominiert weiterhin die Berichtssaison. Für die Ford-Aktie geht es nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen vor der Startglocke um 4,7 Prozent nach oben. Die Visa-Aktie verliert 0,2 Prozent. Das Kreditkartenunternehmen sah in seinem vierten Geschäftsquartal zwar ein gestiegenes Bezahlvolumen, litt wegen der Corona-Pandemie aber unter den sinkenden Ausgaben bei internationalen Reisen.

Ebay reduzieren sich um 4,6 Prozent. Der milliardenschwere Verkauf des Kleinanzeigengeschäfts und der E-Commerce-Boom haben dem Online-Marktplatz Ebay ein starkes drittes Quartal beschert. Umsatz und Gewinn legten zu und übertrafen die Erwartungen der Analysten. Zugleich hob Ebay den Jahresausblick an. Für die Verluste machen Händler Gewinnmitnahmen verantwortlich.

Der US-Chemiekonzern Dupont hat im dritten Quartal 2020 infolge einer coronabedingt schwächeren Nachfrage in einigen Endmärkten rote Zahlen geschrieben. Jedoch wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen. Die Aktie gewinnt 0,2 Prozent.

Der Halbleiterkonzern Marvell Technology übernimmt den Chiphersteller Inphi Corp für insgesamt 10 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss stärkt Marvells Wettbewerbsposition auf den Märkten für Infrastruktur und Rechenzentren und schafft einen Konzern mit einem Unternehmenswert von 40 Milliarden US-Dollar. Die Marvell-Aktie fällt um 7,8 Prozent.



US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,14 -1,2 0,15 -106,6
5 Jahre 0,33 0,0 0,33 -159,4
7 Jahre 0,55 0,6 0,55 -169,3
10 Jahre 0,78 0,8 0,77 -166,6
30 Jahre 1,56 -0,4 1,56 -151,2

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 08:49 Uhr Mi, 17:37 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1703 -0,39% 1,1749 1,1754 +4,4%
EUR/JPY 122,16 -0,31% 122,52 122,64 +0,2%
EUR/CHF 1,0684 -0,10% 1,0690 1,0694 -1,6%
EUR/GBP 0,9049 +0,05% 0,9035 0,9053 +6,9%
USD/JPY 104,36 +0,06% 104,28 104,32 -4,1%
GBP/USD 1,2934 -0,42% 1,3003 1,2982 -2,4%
USD/CNH (Offshore) 6,7102 -0,28% 6,7030 6,7313 -3,7%
Bitcoin
BTC/USD 13.138,50 -0,95% 13.158,00 13.098,75 +82,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 35,56 39,57 -4,9% -1,83 -37,0%
Brent/ICE 37,21 39,12 -4,9% -1,91 -39,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.864,26 1.878,39 -0,8% -14,13 +22,9%
Silber (Spot) 22,79 23,43 -2,7% -0,64 +27,7%
Platin (Spot) 860,15 872,40 -1,4% -12,25 -10,9%
Kupfer-Future 3,04 3,09 -0,5% -0,02 +7,7%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/thl

END) Dow Jones Newswires

October 29, 2020 09:11 ET ( 13:11 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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