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MÄRKTE USA/Mögliche Verschiebung der Steuerreform belastet Börse

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Auch zum Wochenausgang dämpfen wachsende Zweifel an der US-Steuerreform die Stimmung an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index verliert gegen Mittag (Ortszeit New York) 0,2 Prozent auf 23.419 Punkte. Für den S&P-500 und den Nasdaq-Composite geht es um 0,2 und 0,1 Prozent nach unten.

Der eine halbe Stunde nach Handelsbeginn veröffentlichte Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan blieb im November unter den Erwartungen, belastet den Markt aber nicht zusätzlich. Daneben stehen Disney nach der Vorlage von Quartalszahlen sowie der Ankündigung neuer Filme aus der "Star Wars"-Reihe im Fokus.

Die Republikaner im US-Senat wollen die Senkung der Unternehmenssteuer bis 2019 hinauszögern, da sie eine deutliche Ausweitung des Staatsdefizits durch die Steuersenkung erwarten. So schätzt das Haushaltsbüro des US-Kongresses, dass die Steuerpläne der Republikaner im Repräsentantenhaus das Defizit der USA um 300 Milliarden Dollar mehr ausweiten würden als bislang vermutet. Senat und Repräsentantenhaus müssen sich auf eine Version des Gesetzentwurfs einigen, die US-Präsident Donald Trump dann zur Unterschrift vorgelegt wird.

Die Investoren fahren ihre Erwartungen an die Steuerreform langsam zurück", so Markt-Analystin Margaret Yang von CMC Markets. Nach dem starken Anstieg der globalen Aktienmärkte, auch getrieben von der Hoffnung auf die US-Steuerreform, neigten die Anleger nun verstärkt zu Gewinnmitnahmen, ergänzt die Teilnehmerin. "Am Vortag hat eine Reihe von Unternehmen mit seinen Quartalszahlen enttäuscht, was den Markt belastet hat", sagt Portfolio-Manager Chi Chan von Hermes Eurozone Strategy.



Dollar steht weiter unter Druck


Der Dollar bleibt mit den Zweifeln an der US-Steuerreform tendenziell unter Druck. Der Euro kletterte in der Tagesspitze bis auf 1,1678 Dollar und geht aktuell mit gut 1,1650 Dollar um. "Jede Verzögerung oder Verwässerung von Steuererleichterungen könnte den Dollar weiter unter Druck setzen", befürchtet Markt-Analyst Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange. Hoffnungen auf eine baldige Umsetzung der von US-Präsident Trump im Wahlkampf versprochenen Steuerreform hatten den Dollar in den vergangenen Wochen beflügelt. Als Folge der Erholung liegt der Dollar aktuell rund vier Prozent über seinem Jahrestief aus dem September.

Wenig Bewegung gibt es bei den Ölpreisen. Die Blicke am Ölmarkt sind weiterhin auf die Entwicklungen in Saudi-Arabien und das Opec-Treffen am Monatsende gerichtet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI notiert kaum verändert bei 57,18 Dollar. Für Brent geht es um 0,1 Prozent auf 64,02 Dollar nach oben.

Gewinnmitnahmen drücken den Goldpreis, nachdem dieser am Donnerstag auf den höchsten Stand seit drei Wochen gestiegen war. Die Feinunze ermäßigt sich um 0,7 Prozent auf 1.287 Dollar. Der schwächelnde Dollar, die Entwicklungen in Saudi-Arabien und die Sorgen um die US-Steuerreform stützen jedoch übergeordnet das Edelmetall.

Abwärts geht es bei den US-Anleihen. Die Rendite zehnjähriger Papiere steigt um 7 Basispunkte auf 2,39 Prozent. Marktteilnehmer verweisen auf zuletzt gute Konjunkturdaten aus der Eurozone, die dazu führen könnten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre lockere Geldpolitik schneller als bislang erwartet herunterfahren könnte. Dazu kommen die weiteren Entwicklungen rund um die US-Steuerreform. Beobachter kritisieren, dass weder der Entwurf des Senats noch der des Repräsentantenhauses Lösungen für das Defizit der USA thematisieren. Sollte sich dieses als Folge der Unternehmenssteuersenkung drastisch ausweiten, wäre das US-Finanzministerium gezwungen, verstärkt neue Schulden aufzunehmen, also neue Anleihen auszugeben. Damit würden die Notierungen der in Umlauf befindlichen Schuldtitel unter Druck geraten. Das wäre aber auch dann der Fall, wenn Wirtschaftswachstum und Inflation aufgrund der Steuersenkungen anzögen und die Anleihezinsen durch die Teuerung aufgefressen würden.



Neue "Star Wars"-Filme kaschieren schwache Zahlen von Disney


Die Ankündigung einer weiteren "Star Wars"-Trilogie stützt die Aktie von Walt Disney und drängt damit die schwachen Quartalszahlen in den Hintergrund. Für die Aktie geht es gegen den Trend um 2,4 Prozent nach oben. Der Unterhaltungskonzern hat im vierten Quartal unter einer Abnahme der Kabelnetz-Abonnenten gelitten und weniger verdient. Auf bereinigter Basis sank der Gewinn von 1,10 Dollar auf 1,07 Dollar je Aktie. Der Umsatz ermäßigte sich um 2,8 Prozent auf 12,78 Milliarden Dollar. Analysten hatten einen Gewinn von 1,12 Dollar bei einem Umsatz von 13,23 Milliarden Dollar prognostiziert.

Zur geplanten neuen "Star Wars"-Trilogie erklärte Walt Disney, dass Regisseur Rian Johnson für die Zeit nach dem neunten Teil (2019) gleich für eine weitere Trilogie verpflichtet worden sei.

Die Titel von Nvidia rücken um 5,8 Prozent vor. Der Hersteller von Grafikprozessoren hat bei Umsatz und Ergebnis die Erwartungen der Experten übertroffen. So stieg das Ergebnis je Aktie auf 1,33 Dollar von 0,83 Dollar im Vorjahr, während Analysten nur mit 0,95 Dollar gerechnet hatten.

J.C. Penney springen um 15,8 Prozent nach oben. Die Kaufhauskette hat im dritten Quartal mehr umgesetzt und einen geringeren Verlust verbucht als erwartet.

Die Aktien des Autoverleihers Hertz haben anfängliche Kursgewinne von gut 10 Prozent abgegeben und verlieren aktuell 4,8 Prozent, obwohl der Quartalsgewinn über den Erwartungen gelegen hatte. Hertz habe die Kurve gekriegt, kommentieren Analysten die Zahlen. Möglicherweise wurden aber Aussagen während der Telefonkonferenz des Unternehmens negativ interpretiert. Erst am Montagabend hatte der Wettbewerber Avis Budget eine Gewinnwarnung ausgegeben, die neben dem Avis-Kurs auch die Hertz-Aktie stark belastet hatte.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 23.418,96 -0,18 -42,98 18,50
S&P-500 2.579,62 -0,19 -5,00 15,22
Nasdaq-Comp. 6.743,82 -0,09 -6,23 25,28
Nasdaq-100 6.298,39 -0,22 -13,82 29,50

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:58 Do, 17:12 % YTD
EUR/USD 1,1654 +0,20% 1,1632 1,1632 +10,8%
EUR/JPY 132,29 +0,12% 132,13 132,17 +7,6%
EUR/CHF 1,1617 +0,37% 1,1573 1,1600 +8,5%
EUR/GBP 0,8827 -0,33% 0,8857 1,1277 +3,6%
USD/JPY 113,50 -0,08% 113,59 113,64 -2,9%
GBP/USD 1,3205 +0,54% 1,3134 1,3116 +7,0%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 57,18 57,17 +0,0% 0,01 +0,2%
Brent/ICE 64,02 63,93 +0,1% 0,09 +9,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.275,93 1.285,03 -0,7% -9,10 +10,8%
Silber (Spot) 16,88 16,99 -0,7% -0,11 +6,0%
Platin (Spot) 934,75 939,50 -0,5% -4,75 +3,5%
Kupfer-Future 3,07 3,09 -0,5% -0,01 +21,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/bam

END) Dow Jones Newswires

November 10, 2017 12:06 ET ( 17:06 GMT)

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