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MÄRKTE USA/Politische Spannungen belasten US-Börsen kaum noch

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Nach den deutlichen Verlusten am Freitag aufgrund der Eskalation des US-Iran-Konflikts zeigt sich die Wall Street zu Wochenanfang nur noch wenig verändert. Abschläge zu Handelsbeginn wurden zum großen Teil aufgeholt, nachdem es am Montag bislang nicht zu weiteren Zuspitzungen kam. Allerdings ist mit möglichen iranischen Aktionen erst nach Beendigung der dreitägigen Staatstrauer zu rechnen.

Aktuell gibt der Dow-Jones-Index um 0,2 Prozent nach auf 28.570 Punkte. Der S&P-500 liegt 0,1 Prozent hinten, der Nasdaq-Composite steigt dagegen um 0,1 Prozent.

Auslöser für die Zuspitzung des Konflikts zwischen den beiden Ländern war die Tötung eines iranischen Generals durch einen US-Raketenangriff nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad in der vergangenen Woche. US-Präsident Donald Trump hat zuletzt mit weiteren US-Militärschlägen gedroht, sollte der Iran seinerseits nun Vergeltungsaktionen unternehmen. Dem Irak drohte er Sanktionen für den Fall an, dass die dortige Regierung die US-Truppen des Landes verweist.

Der Iran hat unterdessen angekündigt, sich künftig nicht mehr an die Begrenzung der Zahl der Zentrifugen für die Urananreicherung zu halten. Dies sei die "fünfte und letzte Phase" des Rückzugs aus dem Atomabkommen, teilte die iranische Regierung am Sonntag mit.

Die Situation im Nahen Osten dürfte sich "kurzfristig nicht erheblich verbessern", so Robert Horrocks, Chef-Investment-Analyst bei Matthews Asia mit Sitz in San Francisco. Der Analyst zeigt sich besorgt, dass ein fortgesetzter Anstieg der Ölpreise wegen des Konflikts die US-Verbraucher veranlassen könnte, ihre Ausgaben zu senken. "Dies könnte ausreichen, um die USA in eine leichte Rezession zu drücken", so Horrocks.


Gold als "sicherer Hafen" gesucht - Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise steigen moderat. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI gewinnt 0,3 Prozent auf 63,24 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent verteuert sich um 0,6 Prozent auf 69,03 Dollar und liegt damit wieder leicht unter die Marke von 70 Dollar. Zuvor hatte Brent in der Spitze bei 70,74 Dollar notiert.

Als vermeintlich sichere Anlage ist Gold weiterhin gefragt, kommt aber vom Tageshoch zurück. Der Goldpreis stieg zwischenzeitlich auf über 1.580 Dollar je Feinunze, den höchsten Stand seit April 2013. Zuletzt war das Edelmetall für 1.564 Dollar je Unze zu haben, ein Plus von 0,7 Prozent.

Der Anleihemarkt hat sich indessen stabilisiert. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sinkt bei leicht steigenden Notierungen um 0,5 Basispunkte auf 1,78 Prozent.

Am Devisenmarkt profitieren Fluchtwährungen von der angespannten Situation. So ist der Dollar im Tief unter die Marke von 108 Yen gefallen nach Wechselkursen über 108,84 Yen im Hoch der Vorwoche. Dies war der niedrigste Stand seit Ende Oktober. Aktuell notiert der Dollar mit 108,40 Yen wieder über dieser viel beachteten Markte.

Konjunkturseitig hat sich die Lage bei den US-Dienstleistern im Dezember leicht aufgehellt. Der von IHS Markit für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex erhöhte sich auf 52,8 von 51,6 Punkten. Volkswirte hatten einen Stand von 52,2 vorhergesagt, der auch dem vorläufigen Wert für Dezember von 52,2 entsprach.


Xerox sichert sich Finanzierung für HP-Übernahme

Aktien der Energiebranche profitieren zu Wochenanfang erneut etwas von den gestiegenen Ölpreisen. Für Exxon Mobil geht es um 0,5 Prozent nach oben, Chevron verbessern sich um 0,2 Prozent.

Die Aktien von Fluggesellschaften werden indessen von den hohen Ölpreisen belastet. American Airlines verbilligen sich um 1,1 und Delta um 0,9 Prozent.

Derweil nutzen Anleger die am Freitag gesunkenen Kurse, um sich die US-Technologieriesen ins Depot zu holen. Apple gewinnen 0,7 Prozent, Amazon 1,1 Prozent und Alphabet steigen mit einem Plus von 2,4 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Hier stützt zusätzlich die Hochstufung durch Pivotal auf "Buy".

Xerox ist es weiter ernst mit der geplanten Übernahme des PC- und Druckerherstellers HP. Das Unternehmen hat sich nach Angaben informierter Personen die Finanzierung für das Vorhaben gesichert. Xerox bietet 33 Milliarden US-Dollar, HP lehnt die Offerte jedoch als zu gering ab. Den Informanten zufolge sind Citigroup, Mizuho Financial Group und Bank of America bereit, Xerox bis zu 24 Milliarden Dollar zu leihen. Xerox hatte HP die Offerte in bar und Aktien am 5. November unterbreitet. Seither ist der Marktwert von HP auf nahezu 30 Milliarden Dollar gestiegen und damit auf fast das Vierfache des Werts von Xerox. Die Xerox-Aktie gibt 0,7 Prozent nach, HP verbessern sich hingegen um 1,1 Prozent.

Boeing verlieren 0,6 Prozent. Der Flugzeughersteller erwägt laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen, mehr Schulden aufzunehmen, um die Finanzsituation zu verbessern, die durch das weltweite Flugverbot der 737 MAX-Maschinen gelitten hat. Zwar ist der Flugzeughersteller liquide genug. Laut Finanzbericht standen Boeing Ende September etwa 20 Milliarden US-Dollar an Liquidität zur Verfügung. Aber die Kosten im Zusammenhang mit dem weltweiten Flugverbot der 737-MAX-Maschinen nach zwei Flugzeugabstürzen mit Todesfolge steigen.

Ford geben 0,1 Prozent nach. Der US-Autohersteller hat im vierten Quartal im Jahresvergleich 1,3 Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Zwar hat Ford bei den in den USA beliebten Pickup-Trucks deutlich zulegen können, was aber durch einen fallenden Absatz bei SUV-Modellen und Pkw mehr als wettgemacht wurde.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 28.569,59 -0,23 -65,29 0,11
S&P-500 3.232,49 -0,07 -2,36 0,05
Nasdaq-Comp. 9.032,32 0,13 11,55 0,67
Nasdaq-100 8.809,95 0,18 16,05 0,88

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,52 -0,4 1,53 32,2
5 Jahre 1,58 -0,8 1,59 -34,1
7 Jahre 1,71 0,0 1,71 -54,2
10 Jahre 1,78 -0,5 1,79 -66,2
30 Jahre 2,24 -0,1 2,24 -82,3

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:23 Fr, 17:20 % YTD
EUR/USD 1,1186 +0,22% 1,1164 1,1170 -0,3%
EUR/JPY 121,26 +0,77% 120,65 120,59 -0,5%
EUR/CHF 1,0840 +0,00% 1,0840 1,0846 -0,2%
EUR/GBP 0,8501 -0,39% 0,8533 0,8538 +0,4%
USD/JPY 108,40 +0,54% 108,07 107,95 -0,4%
GBP/USD 1,3160 +0,66% 1,3082 1,3084 -0,7%
USD/CNH (Offshore) 6,9708 +0,03% 6,9751 6,9643 +0,1%
Bitcoin
BTC/USD 7.517,26 +2,35% 7.510,26 7.315,51 +4,3%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 63,24 63,05 +0,3% 0,19 +3,6%
Brent/ICE 69,03 68,60 +0,6% 0,43 +4,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.563,79 1.552,39 +0,7% +11,40 +3,1%
Silber (Spot) 18,10 18,06 +0,2% +0,04 +1,4%
Platin (Spot) 958,10 984,60 -2,7% -26,50 -0,7%
Kupfer-Future 2,78 2,79 -0,4% -0,01 -0,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/raz/err

END) Dow Jones Newswires

January 06, 2020 12:15 ET ( 17:15 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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