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MÄRKTE USA/Rally an der Wall Street nach Zinssenkung in Japan

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Die überraschende Zinssenkung der japanischen Notenbank hat der Wall Street zum Wochenausklang ein Kursfeuerwerk beschert. Auch die teils positiven US-Konjunkturdaten trugen zur guten Stimmung bei. Dagegen ließ der Markt seine Abhängigkeit von den Ölpreisen, zumindest vorübergehend, hinter sich. Die Öl-Notierungen gaben zwischenzeitlich ihre Gewinne mit Aussagen aus dem Iran vollständig ab, konnten aber schließlich ein leichtes Plus ins Ziel retten. Der Aktienmarkt folgte diesen Entwicklungen allerdings nicht.

Denn die Nachrichten aus Tokio sorgten für verstärkte Kauflaune. Die Bank of Japan weitet die geldpolitischen Lockerungen drastisch aus, indem sie erstmals negative Zinsen einführt. Bei Banken werden nun Strafzinsen auf Einlagen erhoben. Laut Marktteilnehmern versucht die Zentralbank, einem konjunkturellen Abschwung zuvorzukommen und die von Premierminister Shinzo Abe angestrebte Wirtschaftserholung zu stützen. Und auch die chinesische Zentralbank hat abermals Geld in den Markt gepumpt, damit die Banken während der Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest genügend Liquidität zur Verfügung haben.

Der Dow-Jones-Index erhöhte sich um 2,5 Prozent auf 16.466 Punkte und schloss damit auf seinem Tageshoch. Der S&P-500 legte um 2,5 Prozent auf 1.940 Punkte zu und der Nasdaq-Composite stieg um 2,4 Prozent auf 4.614 Punkte. Der Umsatz zog an der NYSE auf 1,63 (Donnerstag: 1,09) Milliarden Aktien an. Auf die 2.301 (2.104) Kursgewinner kamen 355 (1.047) -verlierer, 37 (62) Titel schlossen unverändert.

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US-BIP unspektakulär, Einkaufsmanager stark, Verbraucherstimmung schwach

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Das veröffentlichte US-BIP für das vierte Quartal hatte kaum Einfluss auf das Geschehen. Mit einem Anstieg um 0,7 Prozent wurde die Prognose von plus 0,8 Prozent knapp verfehlt. Damit sei aber nach den entsprechenden Aussagen der US-Notenbank zu rechnen gewesen. "Da konnte man schnell einen Haken dran machen", sagte ein Händler zum US-BIP.

Die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago hat sich im Januar hingegen kräftig aufgehellt. Der Indikator stieg auf 55,6 Punkte. Im Dezember stand der Index noch bei 42,9 Punkten. Volkswirte hatten einen Wert von 46 Punkten erwartet. Dagegen hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im Januar unerwartet eingetrübt. Der an der Uni Michigan berechnete Index sank bei der zweiten Umfrage auf 92,0. Ökonomen hatten einen Stand von 93,0 erwartet.

Insgesamt kann man sagen, dass die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft trotz des Gegenwinds von der globalen Konjunktur und den Entwicklungen an den Rohstoffmärkten weiter hoch bleibt", so Analyst Ward McCarthy von Jefferies.

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Iran-Aussagen belasten die Ölpreise

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Die Ölpreise gaben ihre Tagesgewinne zwischenzeitlich vollständig ab, konnten allerdings schließlich ein leichtes Plus ins Ziel retten. Den Hoffnungen auf eine Senkung der Fördermenge machten Aussagen aus dem Iran einen Strich durch die Rechnung. Der Iran wird sich nicht an einer koordinierten Aktion zur Begrenzung der Ölfördermenge beteiligen, solange die Förderquote nicht wieder das Niveau vor den Sanktionen erreicht hat, so ein iranischer Offizieller. Auch ein Opec-Sondertreffen, um eine mögliche Reduzierung zu diskutieren, werde das Land nicht unterstützen. "Sollte ein Treffen stattfinden und es zu keiner Lösung kommen, dürfte dies negative Auswirkungen auf die Preise haben", sagte der Offizielle weiter.

Die Bestätigung des Iran, dass es keine Fördermengenbegrenzung gibt bis das alte Förderniveau wieder erreicht ist kommt nicht überraschend, doch es belegt, dass das Land sich mit einer steigenden Produktion in den kommenden Monaten nicht an einer Vereinbarung beteiligen wird", sagte Energie-Analyst Tim Evans von Citi Futures.

US-Leichtöl der Sorte WTI erhöhte sich zum US-Settlement um 1,2 Prozent auf 33,62 Dollar, nachdem es im Tageshoch schon bis auf 34,40 Dollar nach oben gegangen war. Für die Woche steht immerhin ein Plus von gut 4 Prozent zu Buche. Brent legte um 2,5 Prozent auf 34,74 Dollar zu. Unterstützung kam allerdings von der wöchentlichen Zahl der US-Förderanlagen. Wie das Ölunternehmen Baker Hughes vermeldete, ging diese bereits die sechste Woche in Folge zurück und lag erstmals seit März 2010 wieder unter der Marke von 500.

Gold wurde durch die geldpolitischen Lockerungen, die die Geldentwertung befeuern, gestützt. Allerdings wurde dies durch die Dollar-Stärke wettgemacht. Der Preis für die Feinunze zeigte sich zum US-Settlement mit 1.116 Dollar nur wenig verändert. Insgesamt war der Januar allerdings mit einem Aufschlag von 5 Prozent der beste Monat für das Edelmetall seit einem Jahr.

Der Dollar wertete zum Yen, dem klaren Verlierer der japanischen Geldpolitik, deutlich auf. Auch zum Euro zeigte sich der Greenback im Anschluss an die US-Daten befestigt. Der Euro notierte im späten US-Handel bei 1,0833 Dollar und damit gut einen Cent niedriger als noch am Vortag.

Mit den immer weiter fallenden Leitzinsen stiegen auch die Notierungen an den Rentenmärkten rund um den Globus und drückten die Renditen deutlicher. Auch die US-Staatsanleihen waren in diesem Umfeld gesucht, zumal auch das US-BIP die Erwartungen nicht ganz getroffen hat. Daher rechnen immer weniger Investoren mit vier Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank im laufenden Jahr. Die Rendite zehnjähriger US-Titel reduzierte sich um sechs Basispunkte auf 1,92 Prozent.

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Amazon verschreckt und Microsoft überzeugt

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Unter den Einzelaktien brachen Amazon um 7,8 Prozent ein. Im Zahlenpaket war nicht das enthalten, was Anleger erhofft hatten: Umsatz und Ergebnis verfehlten im vierten Quartal die Erwartungen. Besonders der Gewinn wich deutlich von der Prognose der Analysten ab. Ursächlich waren die Kosten für den Aufbau eines schnelleren Liefersystems. Überraschend gute Geschäftszahlen legte dagegen Microsoft vor. Der Softwarekonzern profitierte von seinem Cloudgeschäft. Die Aktien zogen um 5,7 Prozent an. Der US-Ölkonzern Chevron hat im vierten Quartal Verluste geschrieben. Grund war das schwache Explorations- und Fördergeschäft im Zuge des massiven Ölpreisverfalls. Die Aktie erholte sich mit dem steigenden Gesamtmarkt von anfänglichen Verlusten und gewann 0,6 Prozent.

Visa verdiente im ersten Geschäftsquartal zwar deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, doch war dies so erwartet worden. Die Aktie legte um 7,4 Prozent zu. Wieder einmal hat sich der aktivistische Investor Carl Icahn mit seinen Forderungen durchgesetzt. Der kränkelnde Drucker- und Kopiererhersteller Xerox wird sich aufspalten und Icahn Sitze im Board einräumen. Xerox wird in zwei an der Börse notierte Unternehmen aufgespalten. Die Aktie rückte um 5,6 Prozent vor.

Bei Eastman Chemical ging der Umsatz im vierten Quartal stärker zurück als erwartet. Auch der Ausblick enttäuschte. Der Kurs sank um 2,9 Prozent. Valero Energy hat zwar aufgrund des Verfalls der Ethanolpreise einen Gewinneinbruch um 74 Prozent gemeldet, schnitt aber dennoch besser ab als befürchtet. Der Wert legte um 5,2 Prozent zu.

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INDEX zuletzt +/- % absolut
DJIA 16.466,30 2,47 396,66
S&P-500 1.940,24 2,48 46,88
Nasdaq-Comp. 4.613,95 2,38 107,28
Nasdaq-100 4.279,17 2,22 93,11

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.19 Uhr Do, 17.30 Uhr
EUR/USD 1,0833 -0,51% 1,0889 1,0953
EUR/JPY 131,15 -0,29% 131,53 129,91
EUR/CHF 1,1096 0,12% 1,1082 1,1092
GBP/EUR 1,3155 -0,45% 1,3214 1,3132
USD/JPY 121,06 0,23% 120,78 118,63
GBP/USD 1,4250 -1,00% 1,4395 1,4378

ROHÖL zuletzt Vortag Settlmt +/- % +/- USD
WTI/Nymex 33,62 33,22 1,20 0,40
Brent/ICE 34,73 34,74 2,48 0,84

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD
Gold (Spot) 1.117,47 1.120,00 -0,2% -2,54
Silber (Spot) 14,26 14,24 +0,2% +0,02
Platin (Spot) 869,50 869,00 +0,1% +0,50
Kupfer-Future 2,06 2,05 +0,6% +0,01
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros

END) Dow Jones Newswires

January 29, 2016 16:21 ET (21:21 GMT)

Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.
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