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MÄRKTE USA/Rekordjagd an der Wall Street setzt sich fort

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Hoffnungen auf eine weitere Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgen zu Wochenbeginn für eine neuerliche Rekordjagd an der Wall Street. Laut US-Handelsminister Wilbur Ross machen die Verhandlungspartner "gute Fortschritte" bei der Aushandlung eines Teilabkommens. Die Vergabe von Lizenzen an US-Unternehmen, die Geschäfte mit dem umstrittenen chinesischen Telekomausrüster Huawei machen wollen, werde in Kürze erfolgen, sagte Ross am Wochenende.

Schon am Freitag hatten überzeugende US-Arbeitsmarktdaten S&P-500 und Nasdaq-Composite auf Rekordstände getrieben. Dem Dow-Jones-Index fehlten dazu noch gut 50 Punkte. Diese Lücke konnte er am Montag schließen. Am Mittag (Ortszeit) verbessert sich der Index um 0,5 Prozent auf 27.472 Punkte. Das neue Rekordhoch liegt bei 27.518 Punkten. Der S&P-500 steigt um 0,4 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,5 Prozent. Auch diese beiden Indizes markierten zum Start neue Rekordhochs.

Für etwas Enttäuschung sorgen allerdings die Auftragseingänge der US-Industrie für September. Diese gingen um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück, während Ökonomen lediglich mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet hatten.


Umsatzwarnung und Bilanzuntersuchung belasten Under Armour

Daneben dominiert die Bilanzsaison weiter. Unter anderem hat vor der Startglocke Under Armour über den Verlauf des dritten Quartals berichtet und dabei die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Under Armour steht überdies im Visier von US-Justizministerium und -Börsenaufsicht. Diese untersuchten die Bilanzierungspraxis des Adidas-Konkurrenten, berichtet das Wall Street Journal. Die Aktie bricht um 15,4 Prozent ein.

Auch der Tabakkonzern Philip Morris hat seine Jahresprognose gesenkt. Hintergrund ist die Einstellung der Fertigung am Standort Berlin ein. Dies führe zu einer Vorsteuerbelastung von rund 355 Millionen US-Dollar. Sie werde zum größten Teil im vierten Quartal verbucht. Nach anfänglichen Verlusten legt die Aktie nun um 1,1 Prozent zu.

Der Kurs von Sprint fällt nach Zahlenvorlage um 1,1 Prozent. Im zweiten Geschäftsquartal ist der Telekom-Konzern tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hat dabei schlechter abgeschnitten als erwartet.

Für die Aktie von McDonald's geht es um 2,8 Prozent abwärts. Die Schnellrestaurantkette hat ihren CEO Steve Easterbrook wegen seiner Beziehung zu einer Mitarbeiterin entlassen.

Wright Medical springen um 31,2 Prozent nach oben auf 28,88 Dollar. Das Medizintechnikunternehmen hat der Übernahme durch Stryker zugestimmt. Der Kaufpreis beträgt 5,4 Milliarden Dollar bzw. 30,75 Dollar je Aktie. Er liegt damit um 40 Prozent über dem Schlusskurs von Wright Medical vom Freitag. Stryker geben um 4,1 Prozent nach.


Konjunkturoptimismus treibt Ölpreise

Die Hoffnung auf ein Wiederanziehen des Wirtschaftswachstums nach Beendigung des Handelsstreits gibt den Ölpreisen Auftrieb. Daneben stützt die Erwartung des Börsengangs der saudi-arabischen Aramco. Der staatliche Ölkonzern des Königreiches hat von den Finanz- und Regulierungsbehörden des Golfstaates die nötige Zulassung erhalten. Der weltweit größte Börsengang hatte sich immer wieder verzögert. Die Ölpreise liegen aktuell nur knapp unter einem Sechswochen-Hoch. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI verteuert sich um 2,0 Prozent auf 57,34 Dollar. Brent steigt um 1,6 Prozent auf 62,68 Dollar.

Am Devisenmarkt macht der Dollar zu dem als Fluchtwährung in Krisenzeiten beliebten Yen Boden gut, was Beobachter mit der wieder gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger erklären. Die Analysten von RBC raten Anlegern zum Kauf des Dollar gegen Yen und trauen der US-Währung einen Anstieg auf bis zu 110,50 Yen zu. Aktuell kostet der Greenback etwa 108,60 Yen.

Die Märkte bleiben zutiefst risikofreudig", lautet die Begründung. RBC hat nach eigenem Bekunden herausgefunden, dass es im Markt sehr viele Positionen gibt, die auf einen fallenden Dollar zum Yen setzen. Im Laufe der Woche träten aber mindestens zehn US-Notenbanker auf und von diesen dürften sich die meisten wahrscheinlich hinter das Fed-Signal aus der vergangenen Woche stellen, wonach die Zinsen "on hold" seien, also zunächst weitere Zinssenkungen unwahrscheinlich seien.

Staatsanleihen und Gold werden mit dem nachlassenden Sicherheitsbedürfnis derweil gemieden. Sinkende Notierungen lassen die Rendite zehnjähriger US-Anleihen um 7.6 Basispunkte auf 1,79 Prozent steigen. Die Feinunze Gold ermäßigt sich um 0,6 Prozent auf 1.506 Dollar, kann damit aber die wichtige Marke von 1.500 Dollar verteidigen.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 27.471,60 0,45 124,24 17,77
S&P-500 3.079,78 0,42 12,87 22,85
Nasdaq-Comp. 8.425,49 0,47 39,09 26,98
Nasdaq-100 8.201,87 0,50 40,70 29,57

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,58 2,4 1,56 37,8
5 Jahre 1,60 6,4 1,54 -32,0
7 Jahre 1,70 7,0 1,63 -54,9
10 Jahre 1,79 7,6 1,71 -65,5
30 Jahre 2,28 8,5 2,19 -79,0

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 9:34 Fr, 17:13 % YTD
EUR/USD 1,1142 -0,21% 1,1155 1,1164 -2,8%
EUR/JPY 120,99 +0,12% 120,89 120,75 -3,8%
EUR/CHF 1,1001 -0,05% 1,1014 1,1010 -2,3%
EUR/GBP 0,8631 -0,03% 0,8623 0,8628 -4,1%
USD/JPY 108,59 +0,33% 108,37 108,15 -1,0%
GBP/USD 1,2909 -0,20% 1,2935 1,2940 +1,1%
USD/CNH (Offshore) 7,0314 -0,08% 7,0294 7,0382 +2,4%
Bitcoin
BTC/USD 9.328,26 +1,33% 9.169,76 9.111,76 +150,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 57,34 56,20 +2,0% 1,14 +18,5%
Brent/ICE 62,68 61,69 +1,6% 0,99 +13,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.506,05 1.514,44 -0,6% -8,39 +17,4%
Silber (Spot) 17,99 18,12 -0,7% -0,13 +16,1%
Platin (Spot) 935,00 947,50 -1,3% -12,50 +17,4%
Kupfer-Future 2,66 2,65 +0,3% +0,01 +0,6%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cln

END) Dow Jones Newswires

November 04, 2019 11:52 ET ( 16:52 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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