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MÄRKTE USA/Starker US-Arbeitsmarktbericht beflügelt Wall Street

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht für November hat der Wall Street am Freitag zu einem deutlichen Plus verholfen. Mit 266.000 neu geschaffenen Stellen wurde die Prognose von 187.000 klar übertroffen. Zudem wurde der Vormonatswert kräftig nach oben revidiert. Das spricht für eine sehr robuste US-Wirtschaft. Weil zugleich auch die Entwicklung der Stundenlöhne etwas unter der Erwartung blieb, geht von den Daten kaum Druck auf die US-Notenbank in Richtung einer lockereren Geldpolitik aus. Die Fed tagt in der kommenden Woche.

Der Arbeitsmarktbericht zeigt, dass sich die US-Konjunktur in einer besseren Verfassung befindet, als von vielen gedacht und auch größeren Widrigkeiten wie dem US-chinesischen Handelskonflikt widerstehen kann", sagte Ökonomin Michelle Mayer von Bank of America-Merrill Lynch. Zudem dürfte sich die Fed in ihrer aktuellen Geldpolitik bestätigt fühlen, ergänzte die Teilnehmerin.

Auch die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Dezember deutlich aufgehellt und die Erwartungen klar übertroffen. Allerdings standen die Daten im Schatten des US-Arbeitsmarktberichts.

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 28.015 Punkte und schloss damit nur knapp unter seinem Tageshoch. Der S&P-500 legte um 0,9 Prozent auf 3.146 Punkte zu und der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 1,0 Prozent auf 8.657 Punkte. Den 2.227 (Donnerstag: 1.580) Kursgewinnern an der NYSE standen 738 (1.356) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 65 (103) Aktien.


Positive Aussagen zum Handelsstreit stützen ebenfalls

Zur guten Stimmung trug daneben die zuletzt wieder gestiegene Zuversicht bei, dass es in den US-chinesischen Verhandlungen über einen sogenannten "Phase-eins-Deal" zur Eindämmung des Handelsstreits doch noch einen Durchbruch geben dürfte, bevor am 15. Dezember zusätzliche US-Strafzölle drohen. Diese würden auch gerade in der Weihnachtssaison begehrte Elektronikartikel betreffen.

Chinas Kabinett arbeitet offenbar daran, einen Teil der aus den USA importierten Sojabohnen sowie Schweinefleisch von Strafzöllen auszunehmen. Am Donnerstag hatte es aus Peking geheißen, dass sich die Handelsgespräche auf Kurs befänden und die entsprechenden Zölle gesenkt werden, sollten beide Länder ein Interimsabkommen abschließen.


Dollar legt nach Arbeitsmarktbericht zu

Der Dollar machte nach den besser als erwarteten Arbeitsmarktdaten einen Satz nach oben. Im Gegenzug fiel der Euro in der Spitze bis auf 1,1039 Dollar, den tiefsten Stand in dieser Woche. Im späten US-Handel lag die Devise bei 1,1060 Dollar. Im Vorfeld der Daten hatte die Gemeinschaftswährung bei 1,1070 Dollar notiert. Allerdings könnte der Effekt für den Dollar durch den Bericht nur von kurzer Dauer sein, denn die Unsicherheiten in Bezug auf den andauernden Handelskonflikt zwischen den USA und China blieben bestehen, so Analyst Sam Cooper von der Silicon Valley Bank.

Der Preis für die Feinunze Gold reduzierte sich um 1,0 Prozent auf 1.461 Dollar. Zum einen war das Edelmetall als sicherer Hafen in diesem Umfeld kaum gesucht, zum anderen litt es als zinslose Anlage unter der Aussicht, dass die US-Zinsen zumindest auf Sicht nicht fallen dürften.

Am Anleihemarkt kletterte die Rendite der zehnjährigen Papiere dazu passend um 2,8 Basispunkte auf 1,84 Prozent, die Kurse fielen also.


3M legen mit Bericht über Verkauf von Geschäftsbereich zu

Die Aktien von 3M führten mit einem Plus von 4,3 Prozent die Gewinnerliste im Dow-Jones-Index an. Zur Begründung verwiesen Teilnehmer auf einen Bloomberg-Bericht, wonach der Konsum- und Industriegüterkonzern den Verkauf seines Bereichs medizinische Einwegprodukte prüft. Der Bericht berief sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Wert des Sektors werde auf rund 1 Milliarde US-Dollar geschätzt.

Bei den Sektoren lagen die Energiewerte ganz vorne. Dieser schloss mit den steigenden Ölpreisen im S&P-500 mit einem Aufschlag von 2,0 Prozent. WTI war im Anschluss an die Opec-Entscheidungen auf den höchsten Stand seit elf Wochen geklettert.

Die Titel von Ulta Beauty schossen um 11,1 Prozent nach oben. Das Kosmetikunternehmen hatte starke Quartalszahlen vorgelegt. Zudem wurde der Ausblick angehoben.

Uber rutschten um 2,8 Prozent ab. Auf die Stimmung für die Aktie dürfte gedrückt haben, dass der Fahrdienstvermittler in den USA laut seinem neuesten Sicherheitsbericht innerhalb von zwei Jahren fast 6.000 Fälle sexueller Gewalt registriert hat. Die Fälle sexueller Gewalt und Übergriffe machten 0,00002 Prozent aller vermittelten Fahrten aus, so Uber weiter.


Ölpreise legen mit Opec-Beschlüssen zu

Deutlich nach oben ging es mit den Ölpreisen. Auf dem Opec-Plus-Treffen in Wien hatte Russland zunächst Widerspruch eingelegt gegen die Absprache vom Vortag unter den Opec-Staaten, die Ölförderung um 500.000 Barrel täglich im ersten Quartal 2020 zu senken. Dann aber hat Russland aber doch seine Zusage gegeben, möglicherweise weil man sich in der Verteilung der Kürzungsanteile zwischen den einzelnen Ländern geeinigt hat. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legte um 1,1 Prozent auf 59,05 Dollar zu. Brent verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 64,27 Dollar.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 28.015,06 1,22 337,27 20,09
S&P-500 3.145,91 0,91 28,48 25,49
Nasdaq-Comp. 8.656,53 1,00 85,83 30,46
Nasdaq-100 8.397,37 1,07 88,97 32,66

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,62 3,7 1,58 41,9
5 Jahre 1,66 3,3 1,63 -26,0
7 Jahre 1,77 3,3 1,74 -47,4
10 Jahre 1,84 2,8 1,81 -60,6
30 Jahre 2,28 2,4 2,26 -78,5

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:45 h Do, 17:22 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1060 -0,40% 1,1104 1,1102 -3,5%
EUR/JPY 120,07 -0,57% 120,68 120,72 -4,5%
EUR/CHF 1,0949 -0,15% 1,0969 1,0966 -2,7%
EUR/GBP 0,8416 -0,27% 0,8443 0,8441 -6,5%
USD/JPY 108,57 -0,17% 108,69 108,74 -1,0%
GBP/USD 1,3140 -0,14% 1,3151 1,3151 +3,0%
USD/CNH (Offshore) 7,0217 -0,27% 7,0328 7,0416 +2,2%
Bitcoin
BTC/USD 7.432,51 +0,49% 7.360,01 7.337,01 +99,8%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 59,05 58,43 +1,1% 0,62 +21,8%
Brent/ICE 64,27 63,39 +1,4% 0,88 +16,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.460,73 1.476,06 -1,0% -15,33 +13,9%
Silber (Spot) 16,57 16,96 -2,3% -0,39 +7,0%
Platin (Spot) 896,82 899,00 -0,2% -2,18 +12,6%
Kupfer-Future 2,73 2,65 +2,8% +0,07 +2,9%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros

END) Dow Jones Newswires

December 06, 2019 16:16 ET ( 21:16 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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