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MÄRKTE USA/Talfahrt zunächst gestoppt - Zaghafte Gegenbewegung

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)Nach den deutlichen Abgaben an der Wall Street an den vergangenen Tagen zeichnet sich für den Wochenausklang eine Stabilisierung ab. Trotz einer insgesamt eher ungünstigen Nachrichtenlage erholt sich der Dow-Jones-Index um ein halbes Prozent auf 22.975 Punkte. Der S&P-500 kommt um 0,4 Prozent voran, die Nasdaq-Indizes gewinnen knapp 0,3 Prozent. Für Kursverzerrungen könnte im Handelsverlauf der vierfache Verfalltag sorgen. Dann werden Futures und Optionen auf Indizes und Einzelaktien abgerechnet.

Beim Dollar tut sich wenig. Er tendiert zum Yen auf der am Donnerstag deutlich verbilligten Basis seitwärts, macht aber immerhin zum Euro etwas Boden gut.

Kaum sind die von vielen Anlegern als enttäuschend, weil nicht so taubenhaft wie erhofft, empfundenen Aussagen zum künftigen Zinskurs der US-Notenbank halbwegs verdaut, rückt die Furcht vor einem möglichen Regierungsstillstand als Belastungsfaktor in den Fokus. US-Präsident Donald Trump hat sich bislang geweigert, eine Vereinbarung zur Abwendung eines Stillstands zu unterschreiben. Er droht sogar einen Shutdown "für eine sehr lange Zeit" an, wenn die Demokraten nicht für ein Ausgabengesetz stimmen, das die Finanzierung einer Mauer entlang der mexikanischen Grenze beinhaltet. Sollte bis Mitternacht keine Einigung erfolgen, werden am Wochenende mehr als 380.000 Regierungsmitarbeiter die Arbeit ruhen lassen.

Auch der Rücktritt des Verteidigungsministers - offenbar aus Uneinigkeit mit dem Trumpschen Kurs -, dürfte der Kauflaune eher abträglich sein und sorgt für Verunsicherung mit Blick auf den Rüstungshaushalt. Nach dem abrupten Rückzug der US-Truppen aus Syrien, mit dem Trump verbündete Staaten vor den Kopf gestoßen und viel Kritik hervorgerufen hat, soll er nun auch Truppen aus Afghanistan abziehen wollen. Unter den Aktiemn im Rüstungssektor verlieren Lockheed Martin 2,5 und Northrop Grumman 3,5 Prozent.

Derweil gibt es neue Spannungen zwischen den USA und China, die wiederum den laufenden Handelsgesprächen nicht hilfreich sein dürften. Die USA haben zwei Chinesen wegen angeblich staatlich unterstützter Hacker-Angriffe angeklagt und Washington beschuldigt Peking, ein Abkommen gegen Wirtschaftsspionage verletzt zu haben.

Konjunkturseitig sind die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im November etwas schlechter ausgefallen als erwartet. Immerhin wurde der Anstieg der Unternehmensgewinne im dritten Quartal leicht nach oben revidiert. Für Bewegung könnten die später noch anstehenden Daten zu den persönlichen Ausgaben und Einkommen sorgen. Mit ihnen wird auch ein monatliches Inflationsmaß gemeldet, das gerade in Kenntnis des neuesten Zinsausblicks der Fed erhöhtes Interesse erfahren könnte.



Nike sehr fest - Perrigo-Kurs stürzt ab


Unter den Einzelwerten legen Nike um rund 8 Prozent zu. Der US-Sportartikelhersteller hat im zweiten Geschäftsquartal abermals besser abgeschnitten als erwartet. Im Berichtsquartal steigerte Nike den Gewinn um gut 10 Prozent auf 847 Millionen Dollar gesteigert. Der Umsatz kletterte ebenfalls um 10 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Under Armour gewinnen im Nike-Sog 0,9 Prozent.

Accenture liegen 0,4 Prozent im Minus, nachdem der Unternehmensberater den Kauf des Datenanalytikers Knowledgent Group mitgeteilt hat. Perrigo leiden darunter, dass Irland 1,64 Milliarden Euro an Steuern von dem Arzneimittelhersteller eintreiben will. Der Kurs sackt um rund 20 Prozent ab.

Zynga legen um 4,7 Prozent zu. Der Videospiel-Hersteller hat angekündigt, 80 Prozent an Small Giant Games für 560 Millionen Dollar zu erwerben. Die restlichen 20 Prozent an dem finnischen Unternehmen sollen in den kommenden drei Jahren erworben werden. Zudem hat das Unternehmen seinen Ausblick auf das vierte Quartal angehoben.

Um 2,3 Prozent aufwärts geht es für Cintas, nachdem der Berufsbekleidungshersteller seinen Ausblick angehoben und Quartalsergebnisse vorgelegt hat, die die Markterwartungen übertreffen.

Die Aktien des Steakhaus-Betreibers Del Frisco's Restaurant schnellen um 4 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat angekündigt, strategische Alternativen zu prüfen, die auch einen möglichen Verkauf der gesamten Restaurantkette oder eines Teils einschließen.



Ölpreise fallen weiter


Die eingetrübten Konjunkturerwartungen sorgen derweil weiter für Preisdruck am Ölmarkt. Hinzu kommt das chronisch zu hohe Ölangebot. Dass Saudi-Arabien möglicherweise seine Ölförderung stärker drosseln will, als noch Anfang des Monats beim Opec-Treffen vereinbart, stützt bislang nicht. Laut Dokumenten, in die das Wall Street Journal Einblick hatte, sollen 322.000 Barrel täglich weniger gepumpt werden statt 250.000. Brentöl verbilligt sich um 1,4 Prozent auf 53,58 Dollar je Barrel. Damit ist es so billig wie zuletzt im September 2017.



INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 22.981,69 0,53 122,09 -7,03
S&P-500 2.478,28 0,44 10,86 -7,31
Nasdaq-Comp. 6.558,61 0,46 30,21 -4,99
Nasdaq-100 6.278,20 0,56 35,01 -1,85

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 2,67 -0,5 2,67 146,4
5 Jahre 2,65 -1,6 2,67 72,8
10 Jahre 2,79 -2,2 2,81 34,2
30 Jahre 3,01 -3,9 3,05 -6,1

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:24 Do, 17:03 % YTD
EUR/USD 1,1417 -0,28% 1,1463 1,1414 -5,0%
EUR/JPY 126,82 -0,47% 127,59 127,44 -6,3%
EUR/CHF 1,1314 +0,07% 1,1306 1,1339 -3,4%
EUR/GBP 0,9033 -0,14% 0,9045 0,9032 +1,6%
USD/JPY 111,08 -0,19% 111,30 111,67 -1,4%
GBP/USD 1,2639 -0,15% 1,2674 1,2638 -6,5%
Bitcoin
BTC/USD 4.035,76 -1,03% 4.003,37 4.014,75 -71,9%


ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 45,58 45,88 -0,7% -0,30 -20,6%
Brent/ICE 53,57 54,35 -1,4% -0,78 -14,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.260,38 1.259,86 +0,0% +0,52 -3,3%
Silber (Spot) 14,73 14,77 -0,3% -0,04 -13,1%
Platin (Spot) 792,45 795,50 -0,4% -3,05 -14,7%
Kupfer-Future 2,69 2,70 -0,4% -0,01 -19,7%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos/raz

END) Dow Jones Newswires

December 21, 2018 09:47 ET ( 14:47 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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